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·4. Oktober 2026

0:0! Scherhant & Pavlović überzeugen, Stürmer bleiben Blass – die DFB-Elf in der Einzelkritik

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Im vierten Spiel der langen Länderspielpause traf die deutsche Nationalmannschaft in Thessaloniki auf Griechenland. Nachdem man im Hinspiel noch keine gute Leistung zeigte und mit 0:1 unterlag, wirkten die Jungs von Bundestrainer Jürgen Klopp hier deutlich stabiler und es wäre mehr drin gewesen. Wie gut oder schlecht dabei die einzelnen deutschen Kicker aufspielten, erfahrt ihr in der LIGABlatt-Einzelkritik. 

Jonas Urbig: Nach kaum einer Minute musste die Nummer zwei des FC Bayern bereits durch einen sensationellen Reflex den frühen Rückstand verhindern. Hiernach war er zwar nur selten gefordert, strahlte aber Sicherheit und Ruhe aus. (Note: 2)


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Philipp Treu: Das bislang schwächste seiner drei ersten Länderspiele war dennoch bei weitem kein schlechtes Spiel, denn der Freiburger hatte über die volle Distanz einen ziemlich vollen Arbeitstag, bei dem er sich offensiv viel einschaltete und Bälle meist in den Rückraum ablegte und gleichzeitig immer wieder nach hinten arbeiten musste. Auch wenn die Antizipationsfähigkeit des 25-Jährigen mehrere gute Ballgewinne bedeutete, gelangte er körperlich wiederholt an seine Grenzen. (Note: 3)

Malick Thiaw: Der Newcastle-Kapitän hatte ebenfalls viel zu tun, indem er eröffnende Pässe spielte und defensiv viele Zweikämpfe führen musste, bei denen er meistens als Sieger hervorging. Die Diagonalpässe von hinten raus hatten aber nicht ganz die Schärfe, die es in der einen oder anderen Situation gebraucht hätte, dennoch strahlte der 25-Jährige Sicherheit aus und machte vor allem hinten keine Fehler, sondern verhinderte durch seine Stabilität gegen den Ball gleich mehrfach gute Chancen der Griechen. (Note: 2)

Waldemar Anton: Die Zusammenarbeit zwischen dem Dortmunder und Malick Thiaw in der Innenverteidigung machte auch in diesem Spiel wieder einen sicheren Eindruck, indem beide Akteure sich nur selten überspielen ließen und defensiv eine gute Positionierung zeigten. Mit Ball am Fuß wirkte der 30-Jährige zudem sehr sicher, jedoch wurden hier und da seine Tempo-Defizite deutlich, wenn die griechischen Angreifer mal ins Laufen kamen. (Note: 2,5)

David Raum: Der Leipziger machte seine Sache auf der linken Defensivseite insgesamt sehr ordentlich, indem er vor allem durch seine Läufe nach vorne immer wieder für Überzahlmomente sorgte und sich ab und an auch mal den Abschluss aus der zweiten Reihe nahm. Auch wenn der 28-Jährige im Spielaufbau auch meist gute Pässe spielte, waren ab und an auch ein paar schwache Abspiele dabei, wenn allerdings durchaus mehr drin gewesen wäre. In den Zweikämpfen zeigte sich David Raum zwar engagiert, ließ sich aber mehr als nur einmal unnötig abkochen. (Note: 3)

Lennart Karl: Nicht ganz so auffällig wie Derry Scherhant auf der anderen Seite ging der Münchner zu selten ins Dribbling oder belief die Tiefe, um wirklich für Gefahr zu sorgen. Auch hätte er häufiger seinen starken linken Fuß bemühen dürfen, um mal abzuziehen. Trotzdem zeigte der 18-Jährige nicht zuletzt gegen den Ball großen Einsatz, arbeitete viel nach hinten und war im Gegenpressing giftig. In der 63. Spielminute wurde Lennart Karl dann für Said El Mala ausgewechselt. (Note: 3,5)

Tom Bischof: Gegen Serbien hatte der 21-Jährige noch einen richtig starken Auftritt hingelegt und sein erstes Länderspieltor erzielt. An diesem Abend konnte er jedoch nicht ganz an diese Leistung anknüpfen, da er ständig unter Druck gesetzt, seine großen Schussqualitäten nicht ausspielen konnte. Dennoch war der Münchner vor allem im Gegenpressing hellwach, nahm die Körperlichkeit der Griechen an und war stets anspielbar. Ein unbeabsichtigtes Handspiel des Achters verhinderte dabei die vermeintliche, zwischenzeitliche Führung der Deutschen. Nach 82 gespielten Minuten wurde Tom Bischof dann runtergenommen und für ihn kam Mika Baur in die Partie. (Note: 3)

Aleksandar Pavlović: Erneut als tiefer Sechser agierend, war der Münchner wie auch schon gegen Serbien der Ruhepol im deutschen Spiel, der kaum Fehler machte, zahlreiche Pässe an den Mann brachte und viele wichtige Bälle eroberte. Vor allem ihm war es zu verdanken, dass die Griechen ihr Spiel nach vorne nicht aufgezogen bekamen. Nur im Abschluss hätte der 22-Jährige etwas mutiger sein dürfen, um aus der zweiten Reihe auch mal abzuziehen. (Note: 2)

Florian Wirtz: Das erste Mal von Beginn an als Kapitän der deutschen A-Nationalmannschaft unterwegs, konnte der Liverpooler nicht ganz an seine großartige Leistung aus dem Serbien-Spiel anknüpfen, da die Griechen hinten und im Mittelfeld wesentlich kompakter und geordneter standen und dem Edeltechniker nur wenig Raum boten, sich zu entfalten. Dennoch konnte der 23-Jährige mehrfach seine Qualitäten im Dribbling zeigen und auch gute Pässe verteilen. Nur schaffte er es zu selten, Steckpässe in den Strafraum zu spielen, aus denen sich Chancen ergeben hätten. Dafür zeigte sich Florian Wirtz ebenfalls im Gegenpressing sehr gallig und gewann oft schon früh den Ball. (Note: 2,5)

Derry Scherhant: Nach seinem bemerkenswerten Länderspieldebüt gegen Serbien, war der Freiburger auch in dieser Partie wieder einer der auffälligsten deutschen Spieler, der sich durch seine Dribblings mehrfach Tiefe verschaffte, oder sich auch mal den Abschluss zutraute. In der Entscheidungsfindung passte hingegen noch nicht alles, auch wirkte der 23-Jährige hier und da etwas zu gehetzt, trotzdem machte es einfach Spaß, dem gebürtigen Berliner zuzusehen. Um ein Haar jedoch hätte er noch das mögliche 1:0 durch Jonathan Burkardt vorbereitet, doch wegen eines unbeabsichtigtes Handspiel von Tom Bischof wurde der Treffer nach VAR-Überprüfung wieder einkassiert. In der 83. Spielminute wurde Derry Scherhant dann für Bambasé Conté ausgewechselt. (Note: 2)

Jonathan Burkardt: Nur ein Handspiel war der Frankfurter von seinem ersten Länderspieltor entfernt. Von seinem zurückgenommenen Treffer abgesehen, hatte er ein paar gute Momente, wo er sich sehenswert gegen seine Gegenspieler durchsetzte, oder am deutschen Kombinationsspiel partizipierte. Auf jede gute Aktion jedoch, kam auch mindestens eine Situation, in der der 26-Jährige die falsche Entscheidung traf, oder unnötig den Ball verlor. Nach 62 Minuten ging Jonathan Burkardt dann für Nick Woltemade vom Platz. (Note: 4)

Said El Mala (ab Spielminute 63): Der Kölner kam nach seiner Hereinnahme zunächst über die rechte Seite, wo ihm nicht viel gelingen wollte. Nachdem er aber nach einer Weile auf die linke Seite wechselte, ließ der 20-Jährige ab und an seine Qualitäten im Dribbling aufblitzen und versuchte, wiederholt Kombinationen einzuleiten. Insgesamt hatte Said El Mala jedoch nicht den Platz, den es für seine Stärken gebraucht hätte und konnte nicht wirklich Tiefgang gewinnen. (Note: 3,5)

Nick Woltemade (ab Spielminute 63): Der große Mittelstürmer hatte gegen Serbien noch eine hundertprozentige Großchance liegen gelassen, in dieser Partie kam er wiederum überhaupt nicht zum Abschluss. Der 24-Jährige ließ sich stattdessen tief fallen, um im Mittelfeld mehr Anspielstationen zu bieten. Nach vorne hin blockte "Big Nick" in einigen Momenten den Gegner gut weg und verschaffte seinen Kollegen so Räume, im Passspiel wirkte er wiederum etwas fahrig. (Note: 3,5)

Mika Baur (ab Spielminute 83): Der insgesamt 1000. Spieler in der Geschichte der deutschen A-Nationalmannschaft hatte zwar nur wenig Zeit, um sich zu zeigen, trotzdem hatte ein paar ganz gute Pässe dabei und wirkte recht aktiv. Wegen der kurzen Einsatzzeit entfällt allerdings die Bewertung.

Bambasé Conté (ab Spielminute 83): Der Hoffenheimer zeigte sich nach seiner Einwechslung sehr motiviert, warf sich in die Zweikämpfe und bot sich an, aber auch hier war es am Ende zu wenig Zeit, um eine adäquate Bewertung vorzunehmen.

Foto: Maja Hitij / Getty Images 

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