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·20. Juni 2026
0:1! Viermal "mangelhaft", keiner spielte "gut" – die Türkei gegen Paraguay in der Einzelkritik

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·20. Juni 2026

Im zweiten Gruppenspiel der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 traf die Türkei in San Francisco auf Paraguay. Nachdem man bereits mit 0:2 im ersten Gruppenspiel gegen Australien verloren hatte, war das Team von Nationaltrainer Vincenzo Montella zum Siegen verdammt, um nicht vorzeitig aus dem Turnier auszuscheiden. Am Ende geschah aber ebendies, da man die Begegnung mit 0:1 verlor, obgleich man eine ganze Halbzeit in Überzahl spielte. Damit endet die erste Weltmeisterschaft für die Türkei seit 24 in einem Desaster. Paraguay hatte einen guten Abschluss in der 2. Spielminute, der gleich drin war. Fortan lief man dem Rückstand hinterher, während die Südamerikaner leidenschaftlich verteidigten und im besten Sinne "eklig" spielten. Wie gut, oder wie schlecht dabei der individuelle Auftritt der einzelnen türkischen Spielern war, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik.
Uğurcan Çakır: Beim 0:1 war der 30-Jährige trotz der großen Tordistanz wohl chancenlos, anschließend hatte er tatsächlich nicht mehr allzu viel zu tun, da Paraguay nur noch verteidigte. Ein, zwei Mal konnte Çakır zwar noch parieren, insgesamt fand das Spiel aber praktisch ohne ihn statt. (Note: 4)
Mert Müldür: Der Rechtsverteidiger warf sich von der ersten Minute an rein, machte viele Läufe und unterstützte immer wieder die türkische Offensive. Daneben war er auch zweikampfstark und ackerte nach Kräften, ohne dabei allerdings mit großen Ideen zu glänzen, da ihm mehrere vielversprechende Pässe misslangen. (Note: 3)
Mert Demiral: Es war ein komplett gebrauchter Tag für den Innenverteidiger, da er sowohl defensiv in den Zweikämpfen überhaupt keine Stiche sah, als auch tief in der Nachspielzeit per Kopf die Chance auf den Ausgleich hatte, diese aber kläglich vergab. (Note: 5)
Abdülkerim Bardakcı: Von den reinen Zahlen her machte der 31-Jährige eine richtig gute Partie, da er einige durchaus wichtige Zweikämpfe gewann, Bälle eroberte und viele Pässe spielte, von denen jeder (eigentlich) den Mitspieler fand. Allerdings war sein Pass auf İsmail Yüksek in der 2. Spielminute zu scharf gespielt, sodass dem Sechser der Ball versprang und Paraguay das 1:0 erzielen konnte. In der 86. Spielminute ging er für Orkun Kökçü vom Platz. (Note: 3,5)
Ferdi Kadıoğlu: Im Zusammenspiel mit Kenan Yıldız vor ihm auf der linken Seite, sah es über weite Strecken durchaus vielversprechend aus, was der Brighton-Profi anbot, doch kam bei den Steckpässen, die er spielte letztlich zu wenig herum. Gegen den Ball hatte Kadıoğlu merklich seine Probleme. In der 71. Spielminute wurde der 26-Jährige gegen Eren Elmalı ausgewechselt. (Note: 3,5)
İsmail Yüksek: Im Mittelfeldzentrum an vielen Situationen beteiligt, war der Fenerbahçe-Sechser aber in der 2. Spielminute einer der Unglücksraben, da ihm das scharfe Zuspiel Abdülkerim Bardakcıs versprang, woraus letztlich das 0:1 resultierte. Hiernach hatte Yüksek zwar auch einige gute Momente, wo er mit geschickten Pässen für Gefahr sorgte, doch auch ihm fehlten letztlich die Ideen. In der 60. Spielminute ging er dann für Can Uzun vom Platz. (Note: 4,5)
Hakan Çalhanoğlu: Der Kapitän versuchte durch weite Wege und viele eröffnende Pässe voranzugehen, wirkte dabei aber wiederholt glücklos. Er ging zwar keinem Zweikampf aus dem Weg und versuchte viel, aber entweder wollten seine Zuspiele den Mitspieler einfach nicht finden, diese vertändelten den Ball, oder seine Schüsse verpufften. Bezeichnend hierfür war sein Schuss in der 9. Minute der Nachspielzeit, der am Pfosten vorbeiging. (Note: 4)
Yunus Akgün: Auf rechts versuchte der Galatasaray-Angreifer immer wieder ins Dribbling zu gehen, hatte dabei aber nur mäßigen Erfolg. Auch im Passspiel wollte dem 25-Jährigen nicht alles gelingen. Insgesamt war es zwar ein bemühter, aber unterm Strich glückloser Auftritt Akgüns, der nach einer Stunde für Deniz Gül ausgewechselt wurde. (Note: 4)
Arda Güler: Auch wenn dem 21-Jährigen ebenfalls viele Dinge nicht gelingen wollten, viel er aber dennoch durch Führungsqualität auf, da er nach dem Gegentor sofort mit der nötigen Aggressivität in die Zweikämpfe ging, als auch versuchte, das Spiel durch Tiefenpässe und Chipbälle vertikal zu gestalten. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass dem Star von Real Madrid wie auch gegen Australien kreativ nicht viel einfallen wollte und er meist eher verzweifelt als überlegt aus der zweiten Reihe abschloss, wobei er meist in der Abwehr hängen blieb. (Note: 3,5)
Kenan Yıldız: In der ersten Halbzeit wirkte die Dribblings des Juventus-Angreifers noch vielversprechend, da er so immer wieder für Gefahr sorgen konnte. Je länger die Partie jedoch ging, desto ideenloser wirkten letztlich die Aktionen des 21-Jährigen, dem zum Schluss der Druck der Situation merklich anzusehen war. (Note: 3,5)
Kerem Aktürkoğlu: Zwar viel unterwegs, aber ähnlich wie gegen Australien praktisch gar nicht ins Spiel eingebunden. Das Experiment mit Kerem Aktürkoğlu in der Spitze ging einfach nicht auf, da er keine Bälle Festmachen konnte und auch seine Mitspieler nicht einzusetzen wusste. Zur Pause wurde der Fenerbahçe-Angreifer durch Barış Alper Yılmaz ersetzt. (Note: 5)
Barış Alper Yılmaz (ab Spielminute 46): Anders als Kerem Aktürkoğlu konnte der Galatasaray-Stürmer nach seiner Hereinnahme ab und an, vor allem in der Schlussphase, für vielversprechende Szenen sorgen, wenn er auf die Flügel auswich, ins Dribbling ging und den Ball in die Mitte brachte. Dort wusste bloß niemand die Kugel ordentlich zu verwerten, weshalb der Effekt seiner Einwechslung letztlich verpuffte. (Note: 3)
Can Uzun (ab Spielminute 60): Auch der Frankfurter belebte die Partie noch einmal, indem er sich vielversprechende Abschlüsse zutraute, wobei er auffallend oft den Ball nicht richtig traf. Im Zusammenspiel mit Kenan Yıldız entstand zudem eine durchaus gefährliche Synergie, die aber den erhofften Torerfolg nicht brachte. Die Frage ist, wie das Spiel ausgesehen hätte, wenn der 20-Jährige in der Startelf gestanden hätte. (Note: 3)
Deniz Gül (ab Spielminute 60): Der Porto-Stürmer war eine der unglücklichsten Figuren des Abends, da er einerseits zwar genau das machte, was man sich von einem Mittelstürmer erhofft, nämlich richtig zu stehen und auch hohe Hereingaben zu verarbeiten, jedoch misslang Gül dabei praktisch alles, da er entweder freistehend keinen Druck auf den Kopfball bekam, oder an einer flachen Hereingabe vorbeirutschte. Bezeichnend war, dass er nicht einmal einen Ball aufs leere Tor bringen konnte. Zu seinem Glück hatte er davor im Abseits gestanden. (Note: 5)
Eren Elmalı (ab Spielminute 71): Der Außenverteidiger holte sich mit seiner ersten Aktion gleich eine Gelbe Karte ab, nur um dann eine richtig Gute Seitenverlagerung zu spielen. Von diesen beiden Aktionen abgesehen, war vom Galatasaray-Profi aber praktisch nichts zu sehen, da er nicht einmal in den Zweikämpfen Präsenz zeigen konnte. (Note: 5)
Foto: Richard Heathcote / Getty Images







































