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·14. September 2026

1. DFB-Kader am Donnerstag: Jetzt muss Klopp erste Taten folgen lassen

Artikelbild:1. DFB-Kader am Donnerstag: Jetzt muss Klopp erste Taten folgen lassen

Am Donnerstag, 17. September, nominiert Jürgen Klopp zum ersten Mal einen DFB-Kader. Nach Wochen voller Ankündigungen, Stadionbesuche und Grundsatzreden folgt damit die erste Entscheidung, die sich überprüfen lässt: Welche Spieler beruft der Bundestrainer für die vier Nations-League-Spiele gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien? Die Hoffnung auf ein frisches Gesicht der Nationalmannschaft ist groß. Der Spielraum für einen Fehlstart ist es nicht.

FRANKFURT AM MAIN, DEUTSCHLAND – 24. Juli 2026: Jürgen Klopp, Trainer der deutschen Nationalmannschaft, gestikuliert während einer DFB-Pressekonferenz auf dem DFB-Campus. (Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)


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Bisher wurde viel geredet. Jetzt stehen erste Taten an, erste Entscheidungen. Noch keine, die über die Zukunft des deutschen Fußballs entscheiden, aber ein erster Fingerzeig: Die Kaderliste zeigt, wie ernst es Klopp mit dem angekündigten Neuanfang meint. Wir haben bereits ausführlich beschrieben, wie Klopps erster Kader Position für Position aussehen könnte und welche Kandidaten sich zuletzt aufgedrängt haben. Vor der Bekanntgabe lohnt der Blick auf die drei Fragen, an denen sich die Nominierung messen lassen muss.

Vier Spiele in elf Tagen: Klopps erste Bewährungsprobe

Der Auftakt der Nations League verlangt Klopp sofort eine breite Auswahl ab. Am 24. September geht es in Amsterdam gegen die Niederlande, drei Tage später in Augsburg gegen Griechenland. Es folgen Serbien am 1. Oktober in München und das Rückspiel in Griechenland am 4. Oktober. Vier Partien in elf Tagen, dazu eine Mannschaft, die sich erst finden muss.

Siege gegen Griechenland und Serbien sind Pflicht

So groß die Hoffnung ist, dass Klopp dem DFB-Team ein frisches Gesicht verpasst und eine neue goldene Generation schmiedet: Schlechte Ergebnisse zum Start darf er sich nicht erlauben. Gegen Griechenland und Serbien sind Siege Pflicht, alles andere würde die Aufbruchstimmung sofort dämpfen. Der Ligaauftakt spielt dem Bundestrainer dabei in die Karten. Mögliche Novizen wie Frankfurts Torhüter Noah Atubolu, den Klopp zuletzt in Mainz beobachtete, und Stuttgarts Finn Jeltsch sind vielversprechend in die Saison gestartet. Dieses Selbstbewusstsein könnten sie in die Nationalmannschaft einbringen.

Parallel rollt der Ball ohnehin weiter, in der Europa League, in der Conference League und in der Bundesliga. Gerade Letztere macht bislang Spaß, Überraschungen inklusive. Vielleicht ist genau das auch das Motto beim neuen Bundestrainer.

Die Torwartfrage bleibt die heikelste Entscheidung

Keine Personalie wird so aufmerksam verfolgt wie die Nummer eins. Manuel Neuer hat seine DFB-Karriere beendet, Marc-André ter Stegen ist nach langer Verletzungspause zurück, und aus der Bundesliga drängen gleich mehrere Keeper in den Kreis. Besonders laut sind zuletzt die Rufe nach Loris Karius geworden. Der 33-Jährige hielt Schalke 04 beim 0:0 gegen den FC Bayern als Spieler des Spiels im Rennen und war beim 3:1 bei Union Berlin erneut auffällig. Kontakt zu Klopp gab es nach eigener Aussage bislang nicht.

BERLIN, DEUTSCHLAND – 11. September 2026: Loris Karius von Schalke 04 spricht während des Bundesliga-Spiels gegen den 1. FC Union Berlin im Stadion An der Alten Försterei mit Schiedsrichter Timo Gerach. (Foto: Stuart Franklin/Getty Images)

Sportlich lässt sich Karius kaum wegdiskutieren. Schon in Schalkes Aufstiegssaison führte er die kicker-Sommerrangliste der 2. Liga mit einer Durchschnittsnote von 2,63 an, seit dem Wechsel im Januar 2025 gab es nur zwei Ausreißer nach unten. Seine Strafraumbeherrschung ist famos, seine Konstanz ebenso, und das weite Herauslaufen zu Klärungszwecken gehört zu seinem Steckenpferd. Der Haken: Die Verbindung zu Klopp aus gemeinsamen Liverpooler Zeiten, die im Champions-League-Finale 2018 gegen Real Madrid endete, gilt als abgekühlt. Ein Bonus ist sie für den Keeper jedenfalls nicht.

Karius im Quervergleich: die Zahlen der Kandidaten

Bei den Paraden und den langen Pässen weist Karius im Vergleich zu den anderen DFB-Kaderanwärtern Topwerte auf. Erfasst sind bei allen Kandidaten die wettbewerbsübergreifenden Daten aus der aktuellen Saison.

Baumann als Übergangslösung, Atubolu als Perspektive

Die Zahlen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Karius ist 33 Jahre alt, eine große Zukunft im DFB-Team kann der im Juni 1993 geborene Biberacher nicht mehr vor sich haben. Eine Nominierung wäre eine Entscheidung für den Moment, weniger eine perspektivische. In diesem Punkt hätten Finn Dahmen (28), Noah Atubolu (24) oder Jonas Urbig (23) die besseren Karten.

Genau deshalb ist auch eine dritte Variante denkbar: Für eine Übergangszeit spricht einiges für Oliver Baumann, der regelmäßig auf hohem Niveau spielt und sich nach seiner Degradierung vor der WM 2026 loyal verhalten hat. Klopp muss entscheiden, ob er die Hierarchie sofort neu ordnet oder sich Zeit erkauft. Sicher ist nur: Wen er am Donnerstag zur Nummer eins macht, prägt die Klopp-Ära über diese vier Spiele hinaus.

Wer auf den Anruf von Jürgen Klopp hofft

Nicht nur im Tor ist die Konkurrenz groß. Aus dem erweiterten Kreis von 57 Profis, den Klopp bei seiner Antrittspressekonferenz nannte, haben sich in den ersten Bundesliga-Wochen mehrere Spieler nach vorne gespielt. Manche warten auf eine Rückkehr, andere auf ihr Debüt.

Jonathan Burkardt will zurück ins DFB-Team

Am 3. Spieltag schenkte Jonathan Burkardt bei Eintracht Frankfurts 3:1 in Mainz seinem früheren Klub ein. Mit dem Assist zum 1:0 und dem Treffer zum 2:0 gehörte der 26-Jährige zu den besten Frankfurtern. Und das vor den Augen von Jürgen Klopp. „Es ist schön, dass er im Stadion war, einen Eintracht-Sieg und gute deutsche Spieler gesehen hat“, sagte Burkardt anschließend.

Sein letzter Länderspieleinsatz datiert vom 13. Oktober 2025, beim 1:0 in Nordirland zur WM-Qualifikation. Auf eine mögliche Rückkehr angesprochen, bleibt der Stürmer vorsichtig: „Das wäre schön, wer weiß. Das Wichtigste ist aber, dass wir als Eintracht Frankfurt weiter in die richtige Richtung gehen. Dann wird auch alles Weitere kommen.“

Lob hatte Burkardt auch für seinen Torhüter übrig. Noah Atubolu parierte beim Stand von 1:0 einen Strafstoß des deutschen WM-Teilnehmers Nadiem Amiri. „Dass Noah diesen Elfmeter hält, war natürlich ein wichtiges Signal für uns und gab uns ein sehr gutes Gefühl“, sagte Burkardt. Zwei Frankfurter Kandidaten, ein Spiel, ein Beobachter auf der Tribüne.

Finn Jeltsch und die nächste Generation

Beim VfB Stuttgart hat sich Finn Jeltsch in der Innenverteidigung festgespielt und gehört zu den Profilen, die Klopp sucht: jung, mutig im Spielaufbau, mit Tempo nach hinten. Dazu kommen Namen wie Said El Mala aus Köln, Noahkai Banks aus Augsburg oder Paris Brunner aus Monaco, die in den ersten Saisonwochen Argumente gesammelt haben. Klopp hat angekündigt, mutig zu sein. Die Liste wird zeigen, wie wörtlich er das meint.

Was macht die Bundesliga für Klopp?

Bei aller Vorfreude gibt es einen Konflikt, den man benennen muss: Die Auswahl für den Bundestrainer wird kleiner. Vor dem WM-Titel 1990 kamen deutsche Spieler in der Bundesliga insgesamt auf 511.759 Einsatzminuten. In der vergangenen Spielzeit waren es nur noch 235.689. Bayer Leverkusen setzte zum Saisonstart 18 Spieler ein, darunter mit Robert Andrich und Jonas Hofmann nur zwei deutsche Akteure. Gemeinsam kamen sie auf 44 Minuten.

Natürlich kann ein Bundestrainer auch deutsche Profis nominieren, die im Ausland spielen. Aber die Zahlen zeigen, wie stark sich der Bewährungszeitraum für deutsche Spieler in der Liga verändert hat. Die Bundesliga ist zu einer Verkaufsliga geworden. Sie verpflichtet junge Spieler aus dem Ausland, entwickelt sie und hofft auf hohe Transfererlöse. Für viele Klubs ist das eine wirtschaftliche Überlebensstrategie, doch sie macht Klopp das Leben schwerer.

Zum Bundesliga-Spieler wird ein Talent erst durch Vertrauen, Einsatzminuten und Verantwortung. Gerade zwischen 18 und 22 Jahren fehlen vielen deutschen Spielern diese Möglichkeiten. Klopp kann einer Mannschaft Energie, Identität und Überzeugung geben, er kann Spieler besser machen und neue Begeisterung entfachen. Wollen wir aber dauerhaft eine starke Nationalelf haben, dürfen wir nicht nur schauen, was Klopp aus den Spielern macht. Wir müssen auch fragen: Was macht die Bundesliga für Klopp?

Am Donnerstag beginnt die Antwort mit einer Liste von Namen. Drei Tage später versammelt sich die Mannschaft in Herzogenaurach, am 24. September folgt in Amsterdam das Debüt. Der Kader ist der erste Fingerzeig. Die Spiele werden beweisen, ob er trägt.

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