LIGABlatt
·26. März 2026
1:0! Güler und Kadıoğlu gehen voran – Aktürkoğlu und Yılmaz wirkungslos – die Türkei in der Einzelkritik

In partnership with
Yahoo sportsLIGABlatt
·26. März 2026

Am Donnerstagabend hat es die Türkei geschafft, dem Traum von der dritten Weltmeisterschaft der Verbandsgeschichte einen großen Schritt näherzukommen, indem man Rumänien im prallgefüllten Beşiktaş Park mit 1:0 niederzuringen. Am Dienstag gilt es nun, im Playoff-Finale alles klarzumachen. Natürlich ist die Freude erst einmal groß, doch wie gut war der Auftritt der einzelnen Spieler gegen Rumänien wirklich? In unserer Einzelkritik erfahrt ihr es!
Uğurcan Çakır: War über 90 Minuten praktisch gar nicht gefordert und hatte nur wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Trotzdem strahlte er die meiste Zeit eine zuversichtliche Gelassenheit aus. Vorm Pfostenschuss von Rumäniens Stanciu wirkte der Galatasaray-Schlussmann allerdings etwas schläfrig, was um ein Haar richtig teuer geworden wäre. (Note: 3)
Ferdi Kadıoğlu: Der einzige Torschütze des Abends machte aber auch abseits seines Siegtreffers ein gutes Spiel und zeigte vor allem in der Arbeit gegen den Ball, was für Qualitäten er hat, indem er nicht nur wichtige Zweikämpfe gewann, sondern auch gegnerische Pässe immer wieder abfing. In der 53. Spielminute schlich sich der Brighton-Kicker dann klammheimlich in den gegnerischen Strafraum, um den Traumpass von Arda Güler technisch anspruchsvoll zu verwerten und zum letztlich entscheidenden 1:0 einzuschieben. (Note: 1,5)
Abdülkerim Bardakcı: Da sich die Rumänen die längste Zeit immer tief in der eigenen Spielhälfte eingruben, wagte der Galatasaray-Verteidiger immer wieder den Ausflug nach vorne, um seine Qualitäten im Spielaufbau einzusetzen und Pässe und Halbfeldflanken in den gegnerischen Strafraum zu bringen, wo sich allerdings nur selten ein Mitspieler finden ließ. Als nach dem 1:0 die Rumänen mehr zum Mitspielen gezwungen waren, hatte Bardakcı vor allem dann, wenn es mal schneller ging seine gewohnten Probleme und kam nicht immer hinterher. Grobe Schnitzer erlaubte sich der 31-Jährige aber keine. (Note: 2,5)
Samet Akaydın: Zur Restverteidigung deutlich tiefer stehend als sein Nebenmann im Abwehrzentrum machte der Mann von Rizespor seine Sache sehr routiniert, bestritt unaufgeregt seine Zweikämpfe und verteidigte weg, was auf ihn zukam. Spektakuläre Aktionen hatte der 32-Jährige zwar nicht, das war aber auch nicht gefordert. (Note: 2)
Mert Müldür: Enorm fleißig auf seiner rechten Abwehrseite machte der Fenerbahçe-Profi immer wieder weite Wege nach vorne und wieder zurück. Dabei ging Müldür keinem Zweikampf aus dem Weg, blieb stets stabil und gewann viele wichtige Bälle. Nur in der Luft wirkte der 26-Jährige manchmal ein wenig zögerlich. (Note: 2)
Hakan Çalhanoğlu: In der ersten Halbzeit noch ein wenig unglücklich und zu zögerlich in seinem Spiel, zeigte der Türkei-Kapitän dann in der zweiten Hälfte seine Qualitäten als Anführer und führte enorm viele Zweikämpfe und trieb seine Mannen immer wieder nach vorne, wodurch vor allem ein Arda Güler die Möglichkeit hatte, sich komplett frei zu bewegen. In der 90. Spielminute ging der am Ende angeschlagene Çalhanoğlu dann für İrfan Can Kahveci vom Platz und holte sich seinen verdienten Applaus ab. (Note: 2)
İsmail Yüksek: Als der defensivere Part auf der Doppelsechs fungierte der Fenerbahçe-Mann immer wieder als Staubsauger und hinderte vor allem in Halbzeit zwei dem Gegner an einem geordneten Spielaufbau. Nach vorne hin machte Yüksek zwar auch immer wieder weite Wege, doch ließ er sowohl im Passspiel als auch beim Abschluss in den entscheidenden Situationen etwas die Genauigkeit vermissen. (Note: 2,5)
Kenan Yıldız: Der Juventus-Star war zu Beginn der Partie sichtlich nervös. Zwar versuchte er viel, indem er immer wieder ins Dribbling ging, doch blieb er meist hängen. Erst nach der Führung spielte der 20-Jährige spürbar befreiter auf, hatte in seinen Aktionen mehr Erfolg und fasste sich auch mal ein Herz aus der zweiten Reihe, scheiterte letztlich aber am Querbalken. (Note: 2,5)
Arda Güler: Die Erwartungen der Türkei-Fans an das Mittelfeld-Juwel sind bekanntermaßen hoch, an diesem Abend aber wurde der 21-Jährige diesen Erwartungen gerecht, indem er von Beginn an derjenige in seinem Team war, der immer wieder versuchte, gefährliche Situationen zu initiieren, indem er ins Kombinationsspiel ging, ins Dribbling, oder auch mal selbst abschloss. In der 53. Spielminute ließ sich Güler, der praktisch über all auf dem Platz zu finden war, auf den rechten Halbflügel fallen und hatte die Idee des Abends, indem er einen langen inversen Ball in den gegnerischen Strafraum schlug, wo Ferdi Kadıoğlu den richtigen Riecher hatte, die Kugel verwertete und das 1:0 für die Türkei erzielte. So ein Zuspiel sieht man auch nicht alle Tage! Nach seinem Assist machte der Spielmacher dann aber weiter Druck und trieb seine Mannschaft durch tolle Pässe oder clevere Finten weiter an. In der 90. Spielminute wurde Arda Güler dann mit stehenden Ovationen verabschiedet und für ihn kam Ozan Kabak in die Partie. (Note: 1,5)
Barış Alper Yılmaz: Von Beginn an enorm unter Strom stehend, lief der Galatasaray-Angreifer zwar immer wieder an, wirkte aber insgesamt ziemlich verloren, da er es weder schaffte, seine Mitspieler gekonnt in Szene zu setzen, wenn sich mal die Gelegenheit bot, noch sich in den entscheidenden Momenten selbst freizulaufen. Stattdessen beschwerte sich Yılmaz wegen des sehr körperbetonten Spiels der Rumänen lieber beim Schiedsrichter, der ihn aber meist ignorierte. Nach 77 gespielten Minuten wurde er dann für Orkun Kökçü ausgewechselt. (Note: 4,5)
Kerem Aktürkoğlu: Der Plan mit Kerem Aktürkoğlu als "Falsche 9" ging an diesem Abend unterm Strich eher weniger auf, denn weder brachte er die körperliche Präsenz mit, um im gegnerischen Strafraum bei hohen Bällen für Gefahr zu sorgen, noch schaffte er es, sich seinen Bewachern zu entziehen, weshalb er praktisch gar nicht ins türkische Spiel eingebunden war. Erst nach der Führung hatte der 27-Jährige ein paar gute Momente, indem er die gegnerische Abwehr und den Torhüter immer wieder nervte und am konzentrierten Spielaufbau hinderte, was ihm am ende auch sogar eine Verwarnung einbrachte. (Note: 4)
Orkun Kökçü (ab Spielminute 78): Für den enttäuschenden Barış Alper Yılmaz gekommen, sollte der Lokalmatador für mehr Sicherheit im Mittelfeldzentrum sorgen und den Ball vor allem in den eigenen Reihen halten. Wirklich viel am Ball war der 25-Jährige aber nicht und seine Standards fanden nur selten einen Abnehmer. (Note: 4)
Ozan Kabak (ab Spielminute 90): In den Schlussminuten als zusätzliche defensive Option gebracht, hatte der Hoffenheimer aber überhaupt keinen Einfluss mehr auf die Partie, weshalb die Bewertung entfällt.
İrfan Can Kahveci (ab Spielminute 90): Der derzeit an Kasımpaşa verliehene Flügelspieler, von dem es heißt, dass eine Rückkehr zu Fenerbahçe wohl nicht mehr zustandekommen wird, hatte in den letzten vier Minuten überhaupt keinen Einfluss mehr auf die Partie und holte sich wegen Zeitspielts lediglich den Gelben Karton ab. Eine Benotung fällt daher weg.
Foto: Burak Kara / Getty Images









































