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Philipp Overhoff·4. Mai 2026
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Philipp Overhoff·4. Mai 2026
Dem niederländischen Fußball droht womöglich ein absolutes Hammer-Szenario! In der Eredivisie könnte es im schlimmsten Fall sogar zu einem Abbruch der aktuellen Saison kommen. Auslöser ist ein Streit, der dieser Tage vor Gericht ausgetragen wird.
Dabei klingt die eigentliche Verhandlungssache eigentlich gar nicht mal so wild. Wie unter anderem die 'New York Times' berichtet, fordert der Klub NAC Breda eine Neuansetzung der Partie gegen die Go Ahead Eagles. Der Vorwurf: Eagles-Linksverteidiger Dean James habe keine gültige Spielberechtigung. Soweit, so gewöhnlich.
Doch Hintergrund dieses Vorwurfs ist das im März aufgedeckte "Passportgate". Dabei geht es um Spieler, deren Staatsangehörigkeit nicht endgültig geklärt ist. Das wiederum könnte massive Folgen auf ihre Spielberechtigung haben.

Laut Michiel van Dijk, ein Anwalt des niederländischen Fußballverbands, könnten unfassbare 133 Begegnungen betroffen sein, in denen nicht spielberechtigte Profis zum Einsatz gekommen wären. Seine Warnung ist entsprechend deutlich: "Sollte der Richter zugunsten von NAC entscheiden, würden die anderen Vereine ebenfalls Klagen einreichen und Eilverfahren anstrengen. In diesem Fall ist es möglich, dass die Meisterschaft nicht zu Ende gespielt werden kann."
Auch Liga-Chefin Marianne van Leeuwen ist alles andere als begeistert. "Als Ligavorstand ist es ärgerlich, vor Gericht stehen zu müssen, weil einer unserer Vereine Klage eingereicht hat", erklärte sie zuletzt.
Im Kern geht es um Spieler wie James, deren Wurzeln in ehemaligen niederländischen Kolonialgebieten wie Indonesien oder Suriname liegen. Gleich mehrere Kicker aus der Eredivisie nahmen in den letzten Monaten die Staatsbürgerschaft dieser Länder an, um für deren Nationalteams spielberechtigt zu sein.
Die Krux: So etwas wie eine doppelte Staatsbürgerschaft gibt es im westlichen Nachbarland Deutschlands nicht. Besagte Spieler verloren durch den Nationalmannschaftswechsel also ihren Status als Bürger des Königreichs und gelten mittlerweile als Nicht-EU-Ausländer.
📸 ROBIN VAN LONKHUIJSEN
Und hier wird es richtig bürokratisch: Die betroffenen Akteure benötigen eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Außerdem bedarf es eines gesetzlich geregelten Mindestgehalts von rund 600.000 Euro pro Jahr. Beide Kriterien seien in den allermeisten Fällen jedoch nicht erfüllt, womit die Spielberichtigung der Profis erlöschen würde. Soweit zumindest die Theorie.
Sollte Breda also tatsächlich Recht bekommen, könnte eine ganze Welle an Klagen drohen. Plötzlich müssten womöglich zahlreiche Spiele neu angesetzt werden. Gerade mit Blick auf den späten Saisonzeitpunkt und die anstehende Weltmeisterschaft, wäre das ein organisatorischer und schlichtweg nicht zu bewältigender Albtraum.
Noch ist natürlich nichts entschieden. Doch ein vermeintlich harmloser Gerichtstermin könnte den niederländischen Fußball am heutigen Montag ordentlich durchrütteln.
📸 Christof Koepsel - 2025 Getty Images







































