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·2. Oktober 2026
152 Spiele, 73 Tore, ein Abend: Dzeko sagt Bosnien Lebewohl

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Nations League, Liga B, Bosnien gegen Schweden in Zenica: ein Spiel, das normalerweise im Kleingedruckten läuft. Heute ist das Stadion ausverkauft und eine Drohnenshow bestellt. Der Grund ist 40 Jahre alt und trägt die Elf.
Edin Dzeko bestreitet um 20.45 Uhr sein 152. und letztes Länderspiel. Angefangen hat alles im Juni 2007, EM-Qualifikation gegen die Türkei, 3:2 – Dzeko traf gleich beim Debüt. Seitdem hat er für Wolfsburg, Manchester City, die Roma und Inter gestürmt, hat Meisterschaften in drei Ländern gesammelt und spielt inzwischen für Aufsteiger Schalke. Die Vereine wechselten. Die Nationalmannschaft blieb.
73 Tore in bislang 151 Einsätzen, das ist fast ein Treffer in jedem zweiten Spiel, und zwar für ein Land, das selten das Spiel macht und oft nur einen Abnehmer für lange Bälle hatte. Rekordspieler und Rekordtorschütze ist er längst. Wer nach ihm kommt, muss in beiden Listen sehr lange suchen, bis der nächste Name auftaucht.
2014 führte Dzeko Bosnien-Herzegowina zur ersten WM der Verbandsgeschichte. Dass er zwölf Jahre später noch einmal dabei sein würde, hätte damals niemand unterschrieben. Der Weg nach Nordamerika lief über die Playoffs, und er lief über ihn: Wie sport.de über Dzekos Rücktrittsankündigung berichtet, nennt er sein Tor gegen Wales und seine Vorlage gegen Italien in Zenica als die Momente, die bleiben. Beide Spiele gingen ins Elfmeterschießen, beide gewann Bosnien.
Beim Turnier selbst fehlte er im ersten Gruppenspiel gegen Kanada mit einer Schulterverletzung, danach stand er dreimal als Kapitän in der Startelf. Endstation war das Sechzehntelfinale gegen die USA. Mit 40 Jahren. Andere kommentieren in dem Alter.
Weil er es sich aussuchen kann. Dzeko geht nicht, weil ihn jemand aussortiert hat, und nicht nach einer Blamage, sondern drei Monate nach einer WM-K.-o.-Runde, zu Hause, vor 11.000 Zuschauern im Bilino Polje. In Sarajevo hängt über der Ewigen Flamme ein Trikot im XXL-Format, darauf steht „Hvala, Dijamante!“ – Danke, Diamant. So verabschiedet man keinen Fußballer. So verabschiedet man eine Institution.
Er selbst klingt weniger nach Denkmal. „Je näher dieser Abschied kommt, desto emotionaler werde ich“, sagte Dzeko vor dem Spiel. Nach dem Abpfiff folgt die offizielle Zeremonie, danach gehört er nur noch Schalke und dem Abstiegskampf.
Bleibt die sportliche Lücke. Sergej Barbarez muss ab morgen einen Angriff bauen, der 19 Jahre lang um einen einzigen Mann herum konstruiert war. Tore lassen sich ersetzen, mit Glück und Geduld. Eine Adresse für jeden Ball, der sonst keinen Empfänger findet, wächst nicht nach.







































