2:0! Neuzugang Guendouzi führt Fenerbahçe zum Süper Kupa-Triumph | OneFootball

2:0! Neuzugang Guendouzi führt Fenerbahçe zum Süper Kupa-Triumph | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: LIGABlatt

LIGABlatt

·10. Januar 2026

2:0! Neuzugang Guendouzi führt Fenerbahçe zum Süper Kupa-Triumph

Artikelbild:2:0! Neuzugang Guendouzi führt Fenerbahçe zum Süper Kupa-Triumph

Am späten Samstagnachmittag kam es im Finale der Süper Kupa zum großen Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahçe. In einem zwar selten attraktiven, dafür aber sehr intensiven Spiel setzte sich Fenerbahçe am Ende verdientermaßen mit 2:0 durch und kann sich nun über den ersten Supercup-Gewinn seit elf Jahren freuen. Mann des Abends war Neuzugang Mattéo Guendouzi, der nicht nur sehenswert die Führung erzielte, sondern im Mittelfeld allgemein alles abräumte und mit Ball am Fuß das Spiel seiner Mannschaft in jeder Phase der Partie beruhigte und lenkte. 

Im Vergleich zum deutlichen 4:1-Halbfinalsieg über Trabzonspor gab es an diesem Abend bei Galatasaray drei personelle Änderungen in der Startelf, wonach im Tor Günay Güvenç die eigentliche Nummer eins Uğurcan Çakır ersetzte und im Mittelfeld Lucas Torreira und Mario Lemina für Gabriel Sara und İlkay Gündoğan starten durften. Bei Fenerbahçe hingegen, das sich im Halbfinale mit 2:0 gegen Samsunspor durchsetzen konnte, gab es nur eine Neuerung und zwar durfte Rekord-Neuzugang Mattéo Guendouzi, der gerade erst für 26 plus zwei Millionen Euro von Lazio Rom verpflichtet worden war, anstelle von Bartuğ Elmaz auflaufen und somit gleich sein Debüt für seinen neuen Verein geben.


OneFootball Videos


Möglicher Hand-Elfmeter für Fenerbahçe wird nicht gegeben 

Fenerbahçe erwischte in diesem Endspiel den besseren Start und baute früh Druck auf den Galatasaray-Kasten auf. Gerade über die linke Seite versuchte man wiederholt, sich in den gegnerischen Strafraum zu spielen. Der erste große Aufreger kam bereits in der 4. Spielminute als Galatasarays Mario Lemina im eigenen Strafraum den Ball nach einer Rettungsaktion von Abdülkerim Bardakcı an den Arm bekam, aber nicht auf Strafstoß entschieden wurde. Auch der VAR schaltete sich nicht ein. Der anschließende Nachschuss von Jhon Durán wurde klasse pariert. Diese Kontroverse tat sein übriges, um diesem Derby die gewisse Würze zu verleihen. Im Gegenzug hatten die Gelb-Roten nur zwei Minuten später durch Barış Alper Yılmaz die Chance, in Führung zu gehen, doch Ederson passte auf.

Viel Theatralik, wenig Offensivfeuerwerk 

Nach einer knappen Viertelstunde war es dann der amtierende türkische Meister, der sich nach dem druckvollen Beginn Feners, mehr und mehr die Spielkontrolle erarbeitete und den Ball in den eigenen Reihen laufen ließ. Allgemein waren Torraumszenen aber eher rar und das Spiel wurde durch viele Unterbrechungen zunehmend zerfahren. Dass Spieler beider Teams zur Theatralik neigten, trug nicht dazu bei, der Partie eine gewisse Attraktivität zu verleihen. Besonders Kerem Aktürkoğlu schien von den Sachzwängen der Erdanziehung besonders arg betroffen zu sein und sank regelmäßig schreiend, oder schimpfend zu Boden. Ob diese Reaktionen den jeweils vorausgegangenen Zweikämpfen angemessen war, sei mal dahingestellt.

Neuzugang Mattéo Guendouzi mit der Fenerbahçe-Führung 

Als es aber danach aussah, dass dieses Finale zu einem anstrengenden Abnutzungskampf verkommen würde, bei dem man lange auf Tore warten müsste, fiel dann doch der Treffer: In der 28. Spielminute brachte Marco Asensio den Ball von links nach einer schnell ausgeführten Ecke in den Strafraum. Die Klärungsaktion landete allerdings bei Levent Mercan, der am Strafraumrand auf Mattéo Guendouzi ablegte, der nach der Annahme nicht lange fackelte und mit einem präzisen Flachschuss in die linke Ecke bei seinem Debüt die Führung für Fenerbahçe erzielte. Der Franzose war bis dahin ohnehin der vielleicht beste Mann auf dem Platz gewesen und setzte so gleich ein Zeichen, wie wichtig er für seinen neuen Klub werden könnte.

Spielerisches Niveau bleibt überschaubar 

Die Hoffnung allerdings, dass nach der Führung der "Kanarienvögel" das Spiel attraktiver werden würde, da Galatasaray nun mehr nach vorne spielen müsste, verflog allerdings schnell. Fenerbahçe konzentrierte sich vornehmlich aufs Verteidigen, während es den "Löwen" offensiv an Ideen mangelte. Aus diesem Grund gab es bis auf einem wegen klaren Handspiels nicht gegebenen Treffers durch Yunus Akgün auch keine spannenden Szenen mehr in den Strafräumen und es ging mit der knappen Führung für den aktuellen Tabellenzweiten der Süper Lig in die Halbzeitpause.

Jayden Oosterwolde erhöht auf 2:0 

Fenerbahçe kam mit mit Energie aus der Kabine und machte sofort Druck auf den gegnerischen Kasten. In der 48. Spielminute brachte der auffällige Marco Asensio von links einen Eckball in den Strafraum, den Jayden Oosterwolde in der Rückwärtsbewegung mit der linken Innenseite halb als Seitfallzieher aus der Luft pflückte und zum 2:0 in die Maschen haute. Für seinen sehr leidenschaftlichen Jubel direkt vor den gegnerischen Fans sah der Niederländer anschließend den Gelben Karton. Bei Galatasaray zeigte dieser Treffer sichtbar Wirkung, brauchte man doch einige Minuten, um wieder ins Spiel zurückzufinden.

Galatasaray ratlos, Fenerbahçe geduldig lauernd 

Die Marineblau-Gelben überließen nun der gegnerischen Mannschaft bewusst den Ball und lauerten geduldig auf Konter. Galatasaray wusste mit der Kugel allerdings nur wenig anzufangen  und konnte sich nur selten wirklich gefährliche Situationen herausspielen. Die Hereinnahme Gabriel Saras zur Pause für Innenverteidiger Davinson Sánchez änderte daran nur wenig. Oftmals landeten Hereingaben bei der gegnerischen Abwehr oder in den Armen des Torhüters. Die größte Chancen auf das 3:0 hatte in der 75./76. Spielminute Fenerbahçe, als innerhalb weniger Sekunden hintereinander zunächst Anderson Talisca, dann Kerem Aktürkoğlu und schließlich Marco Asensio am jeweils stark parierenden Günay Güvenç scheiterten. Nur zwei Minuten später war es erneut Aktürkoğlu, der nach einer tollen Aktion von Asensio das Tor eigentlich hätte machen müssen, doch verstolperte er die Kugel im Fünfmeterraum.

Fenerbahçe-Mittelfeld lässt Galatasaray verzweifeln 

Durch diese Chancenflut und die Offenkundigkeit der Lücken in der gegnerischen Abwehr führte sich Fenerbahçe ermutigt, proaktiv aufs dritte Tor zu gehen und damit für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Galatasaray allerdings machte nun hinten dicht und versuchte im Gegenzug selbst, sich bietende Lücken zu schließen, doch Mattéo Guendouzi und İsmail Yüksek auf der Doppelsechs Fenerbahçes fingen praktisch alles ab, was sich in Richtung ihres Strafraums bewegte, weshalb die letzten Minuten weniger durch große Chancen als vielmehr durch Duelle im Mittelfeld dominiert wurden. Da kein weiterer Treffer mehr fallen wollte, blieb es beim 2:0 und Fenerbahçe konnte nicht nur einen wichtigen Derbysieg einfahren, sondern durfte sich auch über einen Titel freuen. Es ist der erste Titel seit dem Pokalgewinn 2023 und die erste gewonnene türkische Süper Kupa seit 2014.

Als nächstes geht es für den frischgebackenen türkischen Supercup-Sieger am Mittwoch im Türkiye Kupası auswärts gegen Beyoğlu Yeni Çarşı, während Galatasaray am Dienstag im gleichen Wettbewerbbei Fethiyespor ran muss.

Impressum des Publishers ansehen