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·26. Februar 2026
2:1! Auswärtssieg reicht nicht – Fenerbahçe scheidet aus der Europa League aus

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·26. Februar 2026

Der türkische Vizemeister Fenerbahçe muss in der Europa League frühzeitig die Segel streichen. Nach dem 0:3-Heim-Debakel verpasste die Tedesco-Truppe im Rückspiel bei Nottingham Forest die große Sensation. Ein Aktürkoğlu-Doppelpack (22./48.) ließ die Fener-Fans lange von einem Wunder träumen. Der Treffer durch Hudson-Odoi (68.) besiegelte dann endgültig das Aus in Europa.
Der großen Personalnot geschuldet musste Fenerbahçe-Coach Tedesco im Vergleich zum 1:1-Unentschieden gegen Kasımpaşa auf eine neu zusammengewürfelte Defensive setzen. In der Dreierkette vor dem nominell dritten Torwart Çetin machte der eigentlich gelernte Mittelfeldspieler Guendouzi neben Müldür und Demir den Abwehrchef. Als Schienenspieler gingen dabei links Brown und rechts Aydın an den Start. Das Mittelfeld-Duo vor der Abwehrkette bildeten Kante und Yüksek, wobei das Offensiv-Trio um Aktürkoğlu, Nene und Cherif für die Sensation sorgen sollten.
Aktürkoğlu-Führung weckt Hoffnungen
In den ersten Minuten spielte sich die Partie weitestgehend im Mittelfeld ab, wobei beide Mannschaften darauf bedacht waren, kein großes Risiko einzugehen. Mit zunehmender Spielzeit übernahmen dann die Gastgeber aus Nottingham das Kommando, und kamen vor allem über die linke Außenbahn immer wieder in die gefährlichen Zonen. Dabei merkte man, dass die Engländer deutlich eingespielter wirkten als die von großen Personalsorgen geplagte Fener-Truppe. Dennoch gingen die Gäste aus Istanbul mit der ersten Torannäherung, angesichts des Spielverlaufs zu dem Zeitpunkt dann doch etwas überraschend, in Führung. Einen blitzschnellen Konter leitete der als Innenverteidiger fungierende Guendouzi mit einem langen Pass auf den rechts gestarteten Cherif ein. Der Franzose dribbelte in Richtung Nottingham-Gehäuse, brachte dann mit etwas Glück den Ball auf den im Strafraum lauernden Aktürkoğlu. Der türkische Nationalspieler ließ Nottingham-Keeper Ortega aus kurzer Distanz keine Chance und sorgte so früh für den Führungstreffer (22.). Die Hausherren zeigten sich vom Gegentreffer wenig beeindruckt. Nur wenige Minuten später agierten die "Kanarienvögel" abermals auf der rechten Seite zu nachlässig, wobei der aus spitzem Winkel getretene Ball durch Anderson das Gehäuse von Ersatzkeeper Çetin nur knapp verpasste (24.). Daraufhin kontrollierten die Gastgeber die Partie, wobei trotz der größeren Spielanteile die Präzision im letzten Drittel fehlte. Fener hingegen fokussierte sich, trotz des großen Rückstands aus dem Hinspiel, ausschließlich auf das Umschaltspiel. Letzteres machte sich dann die Tedesco-Truppe gegen Ende der ersten Halbzeit zunutze, als die Hausherren in gleich mehreren Szenen defensiv schläfrig agierten. Zunächst tauchte Cherif nach einem Fehlpass in der Defensive plötzlich im Fünfmeterraum frei vor dem Tor auf, verpasste aus spitzem Winkel das Zuspiel ins Zentrum und so eine riesige Möglichkeit (39.). Etwas besser machte es dann wenig später Aydın, der einen weiteren Fehlpass in der Nottingham-Defensive mit seiner Hereingabe auf Aktürkoğlu ausnutzen konnte. Der türkische Nationalspieler verpasste den zweiten Treffer aus knapp 16 Metern fast schon kläglich (41.). Die größte Torchance hatte in der Nachspielzeit Neuzugang Cherif. Einen Chip-Ball von Kante nahm Aktürkoğlu perfekt an, leitete dann per Hacke direkt auf den Franzosen weiter. Der Youngster fackelte nicht lange, wobei sein Schuss leicht abgefälscht zu zentral auf das Nottingham-Gehäuse ging (45.+1). Angesichts der Drangphase in den Schlussminuten ging es aus Fener-Sicht mit der verdienten und Mut machenden Pausenführung in die Kabine.
Blitz-Elfer lässt Fener kurz von Sensation träumen
Die Tedesco-Truppe kam mit einem Traum-Start aus der Halbzeitpause zurück. Über die rechte Außenbahn setzte sich Aydın durch und setzte im Zentrum Aktürkoğlu in Szene. Der Torschütze aus der ersten Halbzeit wurde im Strafraum zu Fall gebracht, woraufhin der Schiedsrichter direkt auf Strafstoß entschied. Der Gefoulte trat dann selbst vom Punkt an und machte seinen Doppelpack mit dem sicher verwandelten Elfmeter perfekt (48.). Abermals reagierten die Gastgeber unbeeindruckt Gegentreffer, und wären beinahe zum Anschlusstreffer gekommen. Fener-Keeper Çetin verhinderte mit einem tollen Reflex gegen Cunha den Gegentreffer (50.). Die Gelb-Marineblauen ließen sich daraufhin immer mehr in die eigene Hälfte drängen. Der Nackenschlag aus Fener-Sicht kam dann Mitte der zweiten Halbzeit. Eine Flanke über die rechte Außenbahn konnte die Fener-Defensive trotz der langen Flugbahn nicht verhindern. Im direkten Duell gegen Hudson-Odoi hatte dann der eingewechselte Semedo das Nachsehen. Der Engländer schob den leicht abgefälschten Ball dann mit etwas Glück an Keeper Çetin vorbei ins Netz (68.). Die intensive Partie forderte den Fener-Spielern auch kräftemäßig alles ab. Im Endspurt der Partie fehlten den "Kanarienvögeln" dann die letzten Körner, um nochmals die große Sensation zu forcieren. Nach starken Paraden, zunächst gegen den eingewechselten Igor Jesus (79.) und dann im direkten Duell gegen Anderson (89.), rettete der stark agierende Fener-Keeper Çetin zumindest den Sieg noch fest. Es blieb letztlich beim knappen 2:1-Auswärtserfolg, der zumindest das Europa-Abenteuer nach dem Debakel im Hinspiel halbwegs versöhnlich ausklingen ließ.
Foto: Gareth Copley/Getty Images







































