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·25. September 2026

25 Sekunden vor dem größten Sieg der Socceroos-Geschichte fiel der Ausgleich

Artikelbild:25 Sekunden vor dem größten Sieg der Socceroos-Geschichte fiel der Ausgleich

Townsville. Es fehlten Sekunden. Australien führte gegen den fünfmaligen Weltmeister 1:0, das Queensland Country Bank Stadium war voll, und was sich anbahnte, wäre einer der größten Erfolge in der Geschichte der Socceroos gewesen. Dann bekam Brasilien in der 95. Minute eine letzte Ecke. Rayan, der Flügelspieler des AFC Bournemouth, stieg hoch und köpfte ein. 1:1.

Carlo Ancelottis Mannschaft war damit vor einer Blamage bewahrt, wie sie ein brasilianischer Fanaccount auf X trocken kommentierte: Das Tor habe das Spiel „weniger beschämend“ gemacht.


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Der Freistoß, über den gesprochen wird

Die Szene des Abends gehörte Nestory Irankunda. In der 70. Minute zirkelte der Australier einen Freistoß so über die Mauer, dass der eigene Verband ihn anschließend als „world class“ bezeichnete – ein Tor gegen eine Nation, die Freistöße eigentlich erfindet, nicht kassiert.

Es war die Belohnung für eine Mannschaft, die laut Sporting News „good value for their lead“ war: ein beherzter Auftritt vor vollem Haus, gegen einen Gegner, der über weite Strecken mehr vom Ball hatte, aber zu ungenau blieb. Ancelottis Team vergab mehrere Gelegenheiten, ein Treffer von Estêvão wurde zudem wegen eines unnötigen Fouls von Bruno Guimarães aberkannt.

Zwei Mannschaften im Neuaufbau

Beide Teams nutzen die Doppelbegegnung als Auftakt eines neuen Zyklus Richtung WM 2030 – und beide haben Gründe dafür.

Brasilien schied bei der Weltmeisterschaft im Sechzehntelfinale gegen Norwegen aus, 1:2, Neymar traf, Erling Haaland doppelt. Zuvor hatte die Seleção die Gruppenphase mit Siegen über Schottland (3:0, Cunha und Vinícius Júnior zweimal) und Japan (2:1, Martinelli und Casemiro) überstanden. Für Ancelotti ist es der Beginn der eigentlichen Aufbauarbeit.

Australien kam bei der WM nicht über die Gruppenphase hinaus: 0:2 gegen die USA, 0:0 gegen Paraguay, 1:1 gegen Ägypten. Tony Popovic hat für die beiden Brasilien-Spiele einen 26er-Kader berufen und dabei zehn Positionen gegenüber dem WM-Aufgebot verändert – sieben Spieler stehen erstmals im Kader. Einer von ihnen debütierte in Townsville: Marcus Younis ist der 662. Socceroo der Geschichte.

Warum es das erste Heimspiel seit langem war

Die beiden Partien gegen Brasilien sind die einzigen Heimspiele Australiens vor dem Asien-Cup 2027 – ermöglicht durch die Unterstützung der Regierung von Queensland und der Tourismusbehörde. Nach Townsville folgt am Dienstag die zweite Begegnung in Brisbane.

Für ein Land, dessen Nationalmannschaft wegen der geografischen Lage fast ausschließlich auswärts oder in Asien spielt, sind solche Termine selten. Dass daraus beinahe ein historischer Sieg wurde, dürfte die Stimmung vor dem Rückspiel nicht dämpfen.

Was am Dienstag zu erwarten ist

Brasilien wird reagieren. Ancelotti hat einen 26-Mann-Kader dabei und dürfte rotieren; die Chancenverwertung war das offensichtliche Problem dieses Abends. Australien hat gezeigt, dass die Grundordnung hält – und mit Irankunda einen Spieler, der Spiele im Alleingang entscheiden kann.

In Brisbane wird es das zweite und letzte Aufeinandertreffen dieser Länderspielperiode sein. Ob die Socceroos den Sieg diesmal über die Zeit bringen, entscheidet sich vermutlich wieder in der Nachspielzeit.

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