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·17. Juli 2026
3. Liga international: Niederlandes "Tweede Divisie" im Fokus

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Die 3. Liga in Deutschland wird bald volljährig! Seit fast 18 Jahren existiert die Spielklasse, die einen Imagewandel von der "Pleite-Liga" zum Zuschauermagneten durchlebt hat. Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? liga3-online.de wirft einen Blick auf die internationalen Wettbewerbe. Heute: Die "Tweede Divisie" in den Niederlanden.
Die "Tweede Divisie", zu deutsch die "Zweite Liga", wurde 1956 als dritthöchste Profiliga hinter der Ehrendivision und der Ersten Division in den Niederlanden geschaffen. Zunächst zweigleisig, aber nach zehn Jahren dann als landesweite Staffel. Allerdings erwies sich die Rentabilität der dritten Profiliga als Schwierigkeit, sodass die Tweede Divisie im Jahr 1971 schließlich wieder aufgelöst wurde – und erst 2016 kehrte die Spielklasse zurück, seitdem aber als höchste Amateurliga im niederländischen Fußball. 18 Mannschaften, darunter auch Zweitvertretungen der Profiklubs, treten in dem Wettbewerb gegeneinander an. Der Tabellenletzte steigt in die Viertklassigkeit ab, darüber hinaus gibt es Playoff-Spiele um die Teilnahme an der Tweede Divisie. Eine feste Regelung zwecks des Aufstiegs gibt es seit der Wiedereinführung aufgrund der Strukturdefizite zwischen Profi- und Amateurfußball wiederum nicht.
Erst 2022 wurde eine Vereinbarung um fünf bis zehn Jahre verlängert, die weder den Aufstieg in noch den Abstieg aus der Erste Divisie vorsieht – aus beidseitigem Interesse. Ein aktuelles Beispiel zeigt auf, dass die Vereine aus der Tweede Divisie aufgrund von finanziellen Hürden und traditionellem Denken nicht in den Profibereich aufsteigen wollen: Der K.v.v. Quick Boys aus Katwijk wurde zuletzt zwei Mal in Folge Amateurmeister, verzichtete jedoch auf den Aufstieg. Zum einen wegen der hohen Lizenzanforderungen, zum anderen aber auch wegen der Tatsache, dass Ligaspiele künftig nicht mehr nur samstags ausgetragen werden. Dies sei jedoch ein fester Bestandteil der Klub-DNA. Seit 2016 ist somit nur die Zweitvertretung AZ Alkmaar, die Jong AZ, ein einziges Mal aufgestiegen.
Selten dürfte eine Ewige Tabelle auf Drittliga-Ebene aussagekräftiger sein als in der Tweede Divisie, denn aufgrund der Auf- und Abstiegssituation fallen die Veränderungen am Teilnehmerfeld eher gering aus. Betrachtet man nur die Ergebnisse seit der Wiedereinführung zur Saison 2016/17, so ist der VV Katwijk nach 301 Spielen in der Spielklasse der erfolgreichste Amateurklub in den Niederlanden. Insgesamt 165 Siege fuhr der Klub ein, was ihn die Rangliste dominieren lässt. Dahinter folgen der AFC Amsterdam, HHC Hardenberg und De Treffers.
Bezieht man die Entwicklung der Mannschaften von 1960 bis 1971 ein, dann haben sich zumindest ein paar ehemalige Drittligisten auch im Profifußball etabliert. Der PEC Zwolle, der 242 Partien auf Drittliga-Ebene absolvierte, spielt seit vier Jahren in der Eredivisie, und auch NEC Nijmegen ist seit mehreren Spielzeiten in der höchsten Liga etabliert. Auf 34 Spielzeiten in Folge als Erstligist kann auch der SC Heerenveen zurückblicken, der nur in den absoluten Anfangszeiten der Tweede Divisie zu jener Spielklasse gehörte. Weitere ehemalige Drittligisten im heutigen Profibereich sind Roda JC Kerkrade, De Graafschap Doetinchem, VVV-Venlo und Helmond Sport.
Das Interesse an Spielen der Tweede Divisie ist überschaubar, aber zumindest gleichbleibend. Die Quick Boys aus Katwijk galten in den vergangenen Jahren stets als Publikumsmagnet, was sich in einem Zuschauerschnitt von ca. 1.700 Fans pro Partie widerspiegelt. In der letzten Saison konnte der Klub von der niederländischen Nordseeküste sogar einen starken Anstieg auf etwa 2.200 Zuschauer pro Spiel nachweisen – aber kaum ein Team bekommt ein Drittel seines Stadions voll. Nur der Sportpark "Denoek" vom HSV Hoek erreichte eine Auslastung von 39,9 Prozent, was bei einer Kapazität von 2.500 Plätzen etwa 997 Fans pro Spiel bedeutet. Mit 9.000 verfügbaren Plätzen gilt der Sportpark "De Westmaat" vom VV IJsselmeervogels als größtes Stadion. Marktwerte werden aufgrund des Amateurstatus der Liga nicht geschätzt.
Seit der Wiedereinführung als Amateurliga konnten sich Anthony Correia und Dick Schreuder als Drittliga-Trainer für höherklassige Aufgaben empfehlen. Beide Fußballlehrer trainierten den VV Katwijk im Laufe der Zeit und konnten so auf sich aufmerksam machen. Correia ging nach seinem Engagement in Katwijk zwei Jahre lang zum SC Telstar, den er zum Aufstieg und Klassenerhalt in der Eredivisie führte. In diesem Sommer übernimmt der 44-Jährige den FC Utrecht, während Schreuder – Bruder von Ex-Hoffenheim-Coach und DFB-Assistent Alfred Schreuder – bereits seit vergangener Saison in Nijmegen coacht.
Der Sprung als Spieler vom Amateurbereich in die Profiliga ist ebenfalls groß. Aber auch in der Tweede Divisie kann man sich einen Namen machen: In den letzten neun Jahren krönte sich Rob van der Leij gleich vier Mal zum Torschützenkönig – in 244 Drittliga-Spielen kommt der 34-jährige Mittelstürmer mittlerweile auf 128 Tore. Gleichzeitig hat es gerade einmal einen einzigen deutschen Legionär in den aktuellen niederländischen Amateurfußball verschlagen. Matthias Heiland, der in Erfurt, Leipzig und Braunschweig ausgebildet wurde, spielt seit Februar für ROHDA Raalte.
Für einen Transferrekord sorgte wiederum beinahe Jelani Seedorf, der Neffe der niederländischen Ikone Clarence Seedorf – er wurde einst für 200.000 Euro nach Telstar verkauft. Mit Sem van Duijn (heute: AZ Alkmaar II) erzielte nur ein Spieler einen höheren Transferlös, nämlich 275.000 Euro. Einen Rekordeinkauf gibt es auch, denn die Rijnsburgse Boys sollen vor zwei Jahren rund 30.000 Euro für die Verpflichtung von Mark van der Weijden gezahlt haben. Er schoss daraufhin 52 Tore in 67 Pflichtspielen, aber verließ den Klub in diesem Sommer ablösefrei zum Liga-Konkurrenten Spakenburg.







































