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·3. August 2026
3. Liga international: Schwedische "Ettan" im Fokus

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Die 3. Liga in Deutschland wird bald volljährig! Seit fast 18 Jahren existiert die Spielklasse, die einen Imagewandel von der "Pleite-Liga" zum Zuschauermagneten durchlebt hat. Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? liga3-online.de wirft einen Blick auf die internationalen Wettbewerbe. Heute: Die "Ettan" in Schweden.
Der offizielle Name der dritthöchsten Spielklasse in Schweden ist Division 1, aber diese Bezeichnung wurde in der Vergangenheit auch schon für die erstklassige Allsvenskan sowie über mehrere Jahre hinweg für die zweite Liga. So etablierte sich der Name "Ettan" für die Liga, die seit 2006 ausgetragen wird – und das bedeutet im deutschen Sprachgebrauch schlichtweg so viel wie "Eins". Insgesamt 32 Teams sind für die Spielklasse zugelassen, was auf zwei Gruppen aufgeteilt wird. Eine Nord-Staffel, die "Ettan Norra", und eine Süd-Staffel, die "Ettan Södra". Eine Reform in der schwedischen Fußballligenpyramide machte dies möglich, denn zuvor wurde die dritthöchste Spielklasse in sechs Staffeln geteilt.
Jeweils 16 Mannschaften treten dann im gängigen Ligamodus mit Hin- und Rückspiel gegeneinander an – und beide Meister steigen am Ende direkt in die zweitklassige "Superettan" auf. Relegationsspiele gibt es zudem noch zwischen Zweitplatzierten beider Staffeln sowie Platz 13 und 14 der darüberliegenden Spielklasse. In der vergangenen Saison schafften der Ljungskile SK und der Nordic United FC somit den direkten Aufstieg, während sich die Norrby IF in den Aufstiegsspielen durchsetzen konnte. Der Hammarby TFF hatte wiederum das Nachsehen gegen den Örebro SK – und das auf dramatische Art und Weise, denn nach 180 Minuten in zwei Partien stand es 1:1. In der Verlängerung des Rückspiels trafen beide Mannschaften noch einmal, sodass es anschließend ins Elfmeterschießen ging. Dort gab es nur einen einzigen Fehlschuss, nämlich vom Drittligisten.
Der Hammarby TFF, der einst als Farmteam von Schwedens Spitzenklub Hammarby IF gegründet wurde und sich deshalb zwischenzeitlich aufgrund von strengeren Auflagen durch den schwedischen Fußballverband vom Spielbetrieb abmeldete, wird in der kommenden Saison also erneut in der dritthöchsten Spielklasse antreten. Sowohl in der Nord- wie auch in der Süd-Staffel spielen jeweils drei Mannschaften, die bereits in der erstklassigen "Allsvenskan" aufliefen. Darunter auch die Gefle IF, die mit 348 Partien in der Spitzenklasse die höchste Platzierung in der Ewigen Tabelle der Schweden erreicht. Zuletzt war der Klub aus Gävle allerdings vor zehn Jahren ganz oben, zwischenzeitlich gelang aber zumindest auch eine Drittliga-Meisterschaft.
Der Trelleborgs FF holte sich in der Saison 1993/94 den internationalen Titel als Intertoto-Cup-Sieger – und zwar gegen den 1. FC Saarbrücken. Der heutige Drittligist gewann das direkte Duell mit den Saarländern, sodass die Süd-Schweden die zweite Gruppe als Sieger abschlossen. Zur neuen Saison ist Trelleborg zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die 3. Liga abgestiegen. Die größte Erfolgsgeschichte kann jedoch der Åtvidabergs FF aufweisen, denn der heutige Drittligist wurde in den 70er-Jahren zwei Mal schwedischer Meister, zwei Mal Pokalsieger – und auch zwei Mal Intertoto-Cup-Sieger. Unter anderem gegen Borussia Dortmund und den MSV Duisburg in den jeweiligen Jahrgängen. Im Vergleich zu den Zebras entschied seinerzeit nur die Anzahl der geschossenen Tore.
Da die Spielzeit in Schweden ganzjährig ausgetragen wird, gibt es zwecks der Zuschauerzahlen ganz aktuelle Werte. Denn beide Staffeln befinden sich zurzeit in der zweimonatigen Sommerpause, bevor es in die zweite Saisonhälfte geht. Die beiden größten Publikumsmagneten spielen in der "Ettan Södra" mit der Jönköpings Södra IF und dem Åtvidabergs FF: Beide Team locken im Schnitt etwa 1.300 bis 1.500 Fans ins Stadion. Dahinter folgen noch drei Teams, die im Schnitt zwischen 500 und 700 Zuschauer begrüßen können sowie drei weitere Teams, die zumindest an der 500er-Marke kratzen. In den letzten Jahren sind die Zuschauerzahlen aber zumindest gleichbleibend, wobei die Süd-Staffel immer vor der nordischen Gruppe liegt. Marktwerte werden aufgrund des Amateurstatus der Liga nicht geschätzt.
Den Transferrekrod in der "Ettan Norra" hält ein gewisser Victor Lindelöf, der im Juli 2012 für etwa drei Millionen Euro vom Västerås SK zur B-Mannschaft von Benfica Lissabon wechselte. Bekannt wurde der schwedische Innenverteidiger, der im Spitzenwert seiner Karriere auf einen Marktwert von 35 Millionen Euro kam, überwiegend für seine Einsätze in der englischen Premier League – insgesamt 211 Erstliga-Partien für Manchester United und Aston Villa stehen auf der Habenseite. Aber auch BVB-Verteidiger Daniel Svensson machte erste Schritte in der Nord-Staffel für die IF Brommapojkarna, ehe es über Dänemark nach Deutschland ging.
Wie gut die Jugendarbeit in Schweden funktioniert, zeigt auch das Beispiel von Viktor Gyökeres. Mit einem geschätzten Marktwert von 65 Millionen Euro ist der Mittelstürmer vom FC Arsenal aktuell der zweitwertvollste Schwede der Welt – und seine Anfänge hatte der Angreifer ebenfalls in 19 Drittliga-Partien für Brommapojkarna. Sein Förderer? Schweden-Legende Olof Mellberg, der entsprechend auch schon als Drittliga-Cheftrainer an der Seitenlinie stand. Und der 48-Jährige ist nicht das einzige prominente Beispiel als Coach. Für Graham Potter war der damalige Drittligist Östersunds FK im Jahr 2012 die erste Station als Fußballlehrer. Der Engländer trainierte in seiner Laufbahn anschließend Swansea, Brighton, Chelsea und West Ham – und ist heute der Nationaltrainer von Schweden.
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