LIGABlatt
·29. Juni 2026
3:4 n. E.! Deutschland scheitert im Elfmeterschießen an Türkei-Schreck Paraguay

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·29. Juni 2026

Im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft traf Deutschland auf Paraguay. In einer umkämpften Partie, die nach 120 Minuten 1:1 stand und letztlich ins Elfmeterschießen ging, setzte sich Paraguay letztlich mit 3:4 durch. Unglücksrabe der Partie war Jonathan Tah, dessen Tor in der Verlängerung zuerst nach VAR-Überprüfung zurückgenommen wurde, und der dann vom Punkt vergab. Damit ist Deutschland ebenso wie die Türkei aus dem Turnier ausgeschieden und beide Male war es Paraguay, das den letzten Sargnagel für beide Teams bereithielt.
Im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen Ecuador stellte Bundestrainer Julian Nagelsmann auf zwei Positionen um. Hinten links kehrte der angeschlagen ausgefallene Nathaniel Brown für David Raum in die Startelf zurück, während vorne der von den Fans vielgeforderte Deniz Undav für Jamal Musiala in die Startelf rotierte.
Deutschland spielbestimmend, aber harmlos
Die erste Chance in der Partie hatte Paraguay gleich in der 2. Spielminute, als Junior Alfonso nach einer Ecke am langen Pfosten zum Abschluss kam, Manuel Neuer aber richtig stand. Hiernach bestimmte die deutsche Mannschaft die Begegnung. Man hatte viel Ballbesitz und spielte viel um den gegnerischen Strafraum herum. Den ersten gefährlichen Abschluss auf DFB-Seite hatte Deniz Undav in der 6. Spielminute, als er frech versuchte, den Ball ins lange Eck zu chippen. Hiernach allerdings wurden Chancen eine Rarität, vor allem, weil Paraguay im Zentrum alles dicht machte.
Julio Enciso bringt Paraguay per Kopf in Führung
Bis zur berüchtigten "Trinkpause" hatte Deutschland soweit das Spiel im Griff, gewann auch die Mehrheit der Zweikämpfe, nach der Unterbrechung jedoch wurden die Südamerikaner frecher, griffen früher an und versuchten selbst mehr nach vorne zu spielen, wenngleich auch in dosierten Positionen. Man muss aber sagen, dass dieser Ansatz aufging, denn nach einer nicht entscheidenden Ecke kam in der 42. Spielminute auf dem rechten Flügel Matías Galarza an den Ball, der ungestört in den Strafraum flanken konnte, wo der völlig freistehende Julio Enciso zum 1:0 einnickte. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeitpause.
Kai Havertz gleicht früh in der zweiten Hälfte aus
Zu Beginn der zweigen Hälfte kam Leon Goretzka für den blassen Felix Nmecha in die Partie. Tatsächlich wirkte die deutsche Mannschaft aggressiver und auch das offensive Positionsspiel wurde vielfältiger. Florian Wirtz agierte nicht mehr nur auf der linken Seite, sondern wechselte situativ auch die Flügel. Hierdurch entkam der 23-Jährige seinen Bewachern, was dazu führte, dass er in der 54. Spielminute aus halblinker Position den Ball mit Schnitt in den Strafraum stand, wo Kai Havertz die Kugel über den Scheitel rutschen ließ und so das 1:1 erzielte. Für ihn war es er dritte Turniertreffer, während es für Wirtz die dritte Vorlage im laufenden Wettbewerb war.
Paraguay rettet sich in die Verlängerung
Nach dem Ausgleich war Deutschland erneut die bestimmende Mannschaft und zeigte auch weiterhin eine größere Körperspannung, als im Durchgang, jedoch wurde das Spiel auch wieder statisch, sodass sich nur wenige interessante Torannäherungen ergaben. Die nächste hochkarätige Chance der DFB-Elf kam in der 78. Spielminute, als Florian Wirtz per Flanke erneut den Kopf von Kai Havertz fand, der aber am gut parierenden Orlando Gill scheiterte. In der 86. Spielminute hatte Leon Goretzka nach einem Eckball ebenfalls per Kopf die Chance, traf aber den im Abseits stehenden Waldemar Anton. Auch ein Kopfball von Jonathan Tah in der Nachspielzeit brachte nicht die Entscheidung, weshalb es in die Verlängerung ging.
Deutschland im doppelten VAR-Pech
In der Verlängerung war Deutschland von Beginn an tonangebend. Man hatte mehrere Torannäherungen, vor allem durch den zuvor eingewechselten Nick Woltemade, dessen Schuss in der 97. Spielminute durch ein Handspiel geblockt wurde, das vom Schiedsrichter aber nicht als strafbar eingestuft wurde. Da hatte Paraguay Glück, dass es nicht Elfmeter gab. Das Glück wurde sogar noch größer, da ein Tor durch Jonathan Tah in der 102. Spielminute nach einem vermeintlichen Foulspiel von Waldemar Anton an Torhüter Orlando Gill nach VAR-Überprüfung zurückgenommen wurde. Es war eine sehr kleinliche Entscheidung des Schiedsrichters. Auch ein Foulspiel an Nick Woltemade im gegnerischen Strafraum wurde hiernach diskutiert, sich aber nicht noch einmal angeschaut.
Drei deutsche Spieler scheitern vom Punkt
Die zweite Hälfte der Verlängerung glich im Prinzip der ersten, wonach Deutschland das Spielgeschehen bestimmte, während Paraguay nur noch darauf aus war, den Spielfluss durch Fouls und theatralischen Einheiten zu unterbrechen. In der 119. Spielminute hatte Waldemar Anton per Kopf noch die Chance auf den Siegtreffer, doch brachte der den Kopfball zu zentral auf den gegnerischen Keeper. Auch Nadiem Amiri hatte in der Nachspielzeit per Freistoß noch die Gelegenheit, doch der Ball landete am Außennetz. So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Hier setzte sich dann Paraguay am Ende mit 4:3 durch, nachdem Kai Havertz , Nick Woltemade und Jonathan Tah vom Punkt scheiterten. Besonders bitter war dabei, dass Deutschland zwischenzeitlich mit zwei Toren zurücklag, Paraguay, dann aber zweimal verschoss, sodass es zwischenzeitlich wieder unentschieden stand.
Foto: Megan Briggs / Getty Images







































