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·6. August 2026
4:4 im Supercup – Dortmunds beste Bilanz gegen Bayern

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·6. August 2026

86 Punkte, 34. Meisterschaft, dazu der Pokal: Der FC Bayern kommt als Double-Sieger nach Dortmund. Und trifft dort auf den einzigen deutschen Klub, gegen den seine Supercup-Bilanz ausgeglichen ist.
Am Samstag, 22. August, um 20:30 Uhr steigt im Signal Iduna Park das erste Pflichtspiel der Saison 2026/27. Ausverkauft ist die Partie seit dem 22. Juli, 81.365 Zuschauer, Dauerkarten gelten nicht. Die DFL hat das Heimrecht dem Vizemeister zugesprochen – so sieht es die Ausnahmeregel vor, wenn ein Klub Meisterschaft und Pokal gewinnt. Für Borussia Dortmund ist das mehr als eine Kulisse. Es ist die erste realistische Titelchance seit dem Pokalsieg 2021.
Der interessanteste Wert dieser Woche steht in keinem Kaderprofil, sondern im Kalender. Der BVB hat am 12. Juli mit der Leistungsdiagnostik begonnen und am 14. Juli in Brackel den ersten Ball rollen lassen – da lief die Weltmeisterschaft noch. Der FC Bayern startete am 20. Juli, einen Tag nach dem WM-Finale. Sechs Tage Unterschied. In einer normalen Vorbereitung wäre das eine Fußnote. In diesem Sommer ist es eine Variable.
Denn die WM-Fahrer beider Klubs kehren gestaffelt zurück, mit jeweils rund drei Wochen Urlaub im Rücken. Die deutschen Nationalspieler waren früh dran: Das DFB-Team scheiterte bereits Ende Juni im Sechzehntelfinale an Paraguay im Elfmeterschießen. Bitter damals, brauchbar heute. Länger dauert es bei denen, die tief kamen – Harry Kane, Michael Olise und Dayot Upamecano schieden erst im Halbfinale aus, Luis Díaz mit Kolumbien im Achtelfinale.
Dazu kommt Kompanys Kleinkram: Neuzugang Ismael Saibari fiel zum Trainingsstart mit einer Muskelverletzung aus, Serge Gnabry und Lennart Karl arbeiten an ihren Reha-Programmen, Alphonso Davies wird nach Muskelproblemen behutsam herangeführt. Wer im August über Formkurven spricht, spricht in Wahrheit über Belastungssteuerung.
In der abgelaufenen Bundesliga-Saison war die Rangordnung eindeutig. Bayern holte 86 Punkte bei einer Tordifferenz von plus 82 und verlor genau ein Spiel, Dortmund kam auf 73. Beide Klassiker gingen an München: 2:1 im Oktober an der Säbener Straße, 3:2 Ende Februar im Signal Iduna Park, mit einem späten Kimmich-Volley als Schlusspunkt. Harry Kane traf 36 Mal in der Liga.
Nur: Im Supercup gelten offenbar andere Gesetze. Acht offizielle Duelle gab es zwischen beiden, es steht 4:4. Und in Dortmund, wo sechs dieser acht Spiele stattfanden, ist die Bilanz mit 3:3 ebenfalls ausgeglichen.
Verlängerung gibt es keine. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, geht es sofort ins Elfmeterschießen – 2017 hat das in Dortmund schon einmal 5:4 für die Bayern geendet. Ein Detail, das jede taktische Ausrichtung ab Minute 75 verändert.
Sportlich hat sich beim BVB vor allem die Abgangsseite bewegt. Karim Adeyemi ging zum FC Barcelona, Julian Brandt zu Ajax Amsterdam, dazu verließen Niklas Süle, Salih Özcan, Kjell Wätjen und Cole Campbell den Klub. Gekommen sind Konstantinos Karetsas von KRC Genk, Justin Lerma von Independiente, Joane Gadou aus Salzburg und Kaua Prates von Cruzeiro, dazu kehrte Diant Ramaj aus Heidenheim zurück. Es ist der erste Sommer von Sportdirektor Ole Book – und er wirkt eher wie ein Umbau als wie ein Zuschlag.
Niko Kovac hat auf ein klassisches Trainingslager verzichtet. Stattdessen: 3:1 zum Auftakt bei Rot-Weiß Oberhausen mit Toren von Serhou Guirassy und Lerma, danach Fortuna Düsseldorf, eine Japan-Reise mit Cerezo Osaka und dem FC Tokyo, am 9. August der FC Arsenal beim Emirates Cup, am 15. August die Saisoneröffnung gegen die AS Rom. Ein Programm, das nach Wettkampfhärte sucht, nicht nach Kilometern.
München hat zweimal groß eingekauft. Nathaniel Brown kam für rund 50 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt, Ismael Saibari für dieselbe Größenordnung von der PSV Eindhoven. Auf der Gegenseite endeten die Verträge von Leon Goretzka und Raphaël Guerreiro, Alexander Nübel wechselte zu Besiktas, Noel Aseko nach Frankfurt, Jonah Kusi-Asare zu Fulham. Die Hierarchie in der Startelf hat das kaum verschoben.
Vom 1. bis 8. August war Kompanys Mannschaft in Südkorea und Hongkong unterwegs – Werbereise und Belastungstest zugleich. Am 15. August folgt der Telekom Cup gegen RB Leipzig in der Allianz Arena, sieben Tage vor Dortmund. Als Titelverteidiger reisen die Bayern ohnehin an: 2025 gewannen sie 2:1 in Stuttgart, Kane und Díaz trafen, Jamie Lewelings Anschluss in der Nachspielzeit kam zu spät.
Die Frage ist also nicht, wer die bessere Mannschaft hat. Das hat die vergangene Saison über 34 Spieltage beantwortet. Die Frage ist, wer am 22. August früher wieder bei sich ist – und was ein Sieg auslöst, wenn sechs Tage später die Liga beginnt. Gewinnt Dortmund, wird aus einem Abend Fußball eine Erzählung, die bis in den Herbst trägt. Gewinnt München, war es genau das, was Rekordmeister im August erwarten dürfen: Pflichterfüllung vor vollem Haus.
Titel im August wiegen wenig. Sie wiegen nur immer noch mehr als gar keine.







































