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·11. April 2026

5:0 bei St. Pauli: Bayern-Lok rollt Richtung Königsklassen-Showdown

Artikelbild:5:0 bei St. Pauli: Bayern-Lok rollt Richtung Königsklassen-Showdown

Die historische Rekordmarke von 102 Toren, die der FC Bayern beim 5:0-Kantersieg beim FC St. Pauli noch auf 105 Treffer ausbauen konnte, nötigte natürlich auch dem Ehrenpräsidenten Respekt ab. „Ich habe mich gefreut, dass ein junger Kerl wie Lennart Karl letzte Woche das 100. Tor gemacht hat - das zeigt, dass der FC Bayern auch für die Zukunft gewappnet ist, und das Gleiche gilt für Jamal Musiala, der sich das 101. Tor nach einer langen Verletzung außerdem mehr als verdient hat“, sagte Uli Hoeneß, der in der bisherigen Rekordsaison 1971/72 einst das 100. Saisontor erzielt hatte. Treffer 101 gelang vor 54 Jahren der Ikone Franz Beckenbauer, in der aktuellen Spielzeit Musiala. 102 Treffer konnte jedoch noch kein Team schießen, dieser Treffer ging am Samstagabend in Hamburg auf das Konto von Leon Goretzka

„Dass Leon jetzt diesen Torrekord bricht, ist irgendwie auch typisch für ihn, weil er immer an sich glaubt. Für mich ist er ein ganz großes Beispiel für die Jungs“, freut sich Vincent Kompany nach dem Spiel. „Und es freut mich total, weil ich gestern noch mit Herrn Hoeneß darüber gesprochen habe, wie wir an diesen Rekord rankommen. Der besteht ja schon seit so langer Zeit – umso schöner, dass wir ihn jetzt geholt haben. Was ich generell gut finde, ist, dass unsere Mannschaft auch für Tore steht. Das gehört einfach zu Bayern und auch zu unserer Mannschaft. Ich glaube, die Jungs dürfen stolz darauf sein – aber es geht natürlich weiter.“ Nach St. Pauli ist vor Real Madrid.


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Wer sonst noch für den FC Bayern in Hamburg getroffen hat, welcher Spieler sein Profidebüt feierte und was der Auftritt am Millerntor für das mit Spannung erwartete Rückspiel im Champions League-Viertelfinale gegen Real bedeutet, lest Ihr in unserer Analyse zum Spiel.

„Unser Ziel ist, alles zu gewinnen. Wir wollen immer für uns das Beste bringen. Egal, wer spielt oder wo wir spielen, haben wir die gleiche Erwartung“, sagte Bayern-Trainer Kompany, der am gestrigen Freitag seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte, vor dem Spiel am Millerntor. Im Vergleich zum herausragenden 2:1-Auswärtssieg bei Real Madrid unter Woche nahm der Belgier sieben Wechsel in seiner Startformation vor. Lediglich der in Spanien fantastische Manuel Neuer, Konrad Laimer, Joshua Kimmich und Michael Olise blieben in der Anfangself. 

Mit Blick auf das entscheidende Viertelfinal-Rückspiel gegen die Madrilenen am Mittwoch in der Allianz Arena blieben Aleksandar Pavlović, Dayot Upamecano und Harry Kane über 90 Minuten auf der Bank. Zu Kane sagte Kompany: „Er hat ein bisschen eine Reaktion nach dem Spiel gegen Real gehabt. Es ist nichts Ernstes für das nächste Spiel. Aber wir können in dieser Phase nicht zu viel Risiko gehen bei einem Spieler wie Harry.“ Der Toptorjäger wurde also geschont, dagegen stand Serge Gnabry nicht einmal im Kader. Der deutsche Nationalspieler, der in Madrid das 1:0 von Luis Díaz vorbereitet hatte, fehlte aufgrund leichter Kniebeschwerden. Jonathan Tah, Díaz, Alphonso Davies und Josip Stanišić konnten auf der Bank zunächst Kräfte für die Königsklasse sparen und kamen im zweiten Durchgang auf St. Pauli noch in die Partie.

Dasselbe galt für Bara Sapoko Ndiaye. Der 18-Jährige stand zum ersten Mal im Profikader des FC Bayern und wurde nach 84 Minuten eingewechselt. Ndiaye kam im Winter von den Gambinos Stars Africa zum FC Bayern. Die Gambinos sind eine Fußballakademie aus Gambia, die seit 2023 mit Red&Gold Football kooperiert, einem Joint Venture des FC Bayern mit dem Los Angeles FC (Alle Infos). Der bewegliche offensive Mittelfeldspieler nutzte den Kurzeinsatz, um in mehreren Zweikämpfen seine Klasse am Ball zu zeigen.

Musiala eröffnet den Torreigen

Doch der Reihe nach. Ndiaye kam kurz vor Schluss für Jamal Musiala in die Partie, der bereits in der 9. Minute per Kopf für die 1:0-Führung der Bayern am Millerntor gesorgt hatte. Der 23-Jährige hatte eine gefühlvolle Flanke von Laimer ins Netz geköpft. Bereits beim 1:0-Auswärtssieg im November 2024 auf St. Pauli hatte Musiala für den bayerischen Treffer des Tages gesorgt. Insgesamt machte Musiala einen starken Eindruck, war an zahlreichen Offensivaktionen beteiligt und legte Nicolas Jackson noch den Treffer zum 4:0 auf (65.).

„Es hat sehr gut getan. Es war ein gutes Spiel, ich bin gut in die Aktionen reingekommen, habe das Tor gemacht. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung“, sagte Musiala bei seinem erst dritten Startelfeinsatz in dieser Bundesliga-Saison. „Jede Minute, die ich nehmen kann, tut mir gut. Ich habe heute gesehen, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe. Es gibt noch viele Schritte, die ich machen kann, aber es ist ein guter Weg. Ich fühle, dass mein Fuß freier wird, es geht auch um Geduld. Ich fühle mich jetzt viel besser.“

Die Münchner waren gegen die Hamburger von Beginn an sehr dominant und hochüberlegen, der agile Nico Jackson (11.) traf erst die Latte und Musiala dann bei einem Hochkaräter den Pfosten (27.). Die St. Paulianer hatten in Halbzeit eins nur eine gute Möglichkeit durch Pereira Lage, der freistehend im Münchner Strafraum zum Abschluss kam - doch Minjae Kim, der zusammen mit Hiroki Ito die Innenverteidigung bildete, rettete mit einer sehenswerten Grätsche im letzten Moment (29.). Zur Halbzeit waren 11:4 Schüsse, 4:1 Großchancen und 70 Ballbesitz für die Bayern notiert. 

Vier Tore in Halbzeit zwei

Nach dem Seitenwechsel schalteten die Münchner, bei denen sich Musiala und Raphaël Guerreiro das offensive Zentrum teilten und Tom Bischof somit viel Platz auf der linken Seite hatte, gar noch eine Stufe höher. Was im Spielverlauf auch immer wieder auffiel: Die Bayern hebelten die St. Pauli-Defensive immer wieder mit linienbrechenden Chip-Bällen aus. In der 53. Minute bejubelte Leon Goretzka das 2:0 - das Rekordtor des FC Bayern! Nach einer abgefälschten Freistoßflanke von Joshua Kimmich netzte der deutsche Nationalspieler mit links per Volleyschuss ein. 

„Der Trainer sagt immer, dass wir gar nicht in der Lage sind, das einfach an- und auszuschalten – wir bleiben einfach immer angeschaltet“, sagte Goretzka nach Schlusspfiff über das Mindset der Bayern. „Natürlich gehört viel dazu, viele Kleinigkeiten greifen ineinander, und irgendwann kommt diese Dynamik zustande. Wie eine Lokomotive, die ins Rollen kommt – und wir wollen sie einfach weiterrollen lassen.“ Manuel Neuer jubelte hinter seinem Tor ausgelassen mit den Ersatzspielern über dieses historische 102. Saisontor. Obwohl in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Champions League noch drei Titel drin sind, hat sich die Kompany-Elf bereits jetzt ihren Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. 

Nur eine Minute später erhöhte der formstarke Michael Olise, der sich hitzige Duelle mit seinen Gegenspielern lieferte, per Distanzschuss mit links auf 3:0. Damit war der Franzose nun an 30 Toren in dieser Bundesliga-Saison direkt beteiligt (12 Treffer, 18 Assists). Nur Kollege Harry Kane kommt auf mehr (36). Seit Beginn der Datenerfassung knackten damit zum ersten Mal zwei Bayern-Spieler innerhalb einer Bundesliga-Saison die Marke von 30 direkten Torbeteiligungen, seit 2004/2005 war dies nur Wolfsburgs Edin Dzeko (32) und Grafite (33) in der Meister-Saison 2008/09 gelungen.

Die Fehler in der Hamburger Defensive häuften sich im Laufe des Spiels, somit konnten die Münchner das Ergebnis sogar noch weiter in die Höhe schrauben. Der auffällig starke Jackson traf erst zum 4:0 (65.), ehe Rapha Guerreiro kurz vor Schluss (88.) nach Zuspiel Jacksons zum 5:0-Endstand vollstreckte. 

Nach Schlusspfiff versammelten sich die Spieler Arm in Arm vor dem Auswärtsblock, der lauthals „Europapokal“ skandierte. Die Message dahinter dürfte klar sein: Nach dem perfekten Abend am Millerntor - der Torrekord, der Kantersieg, der Ausbau der Tabellenführung, das Ndiaye-Debüt und die (Musiala-)Tore lassen grüßen - gilt die Aufmerksamkeit ab sofort ausschließlich dem Showdown gegen Real in der Allianz Arena.

„Gegen Real Madrid wird es eine riesige Herausforderung. Wir spielen zu Hause, da fühlen wir uns sehr wohl, und der Gegner in der Regel eher nicht. Wir haben uns durch das Hinspiel eine gute Ausgangssituation erarbeitet, aber es ist noch Arbeit zu tun“, so Goretzka über den kommenden Gegner. Die Bayern-Lokomotive soll auch nach dem Real-Spiel weiter durch Europa fahren - damit bis zum Ende der Saison noch weitere Rekorde eingesammelt werden können.

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