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·17. Januar 2026
5:1! Olise überragt nach Einwechslung, Itō und Bischof enttäuschen – die Bayern in der Einzelkritik

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·17. Januar 2026

Am Samstagabend war der FC Bayern München im Top-Spiel des 18. Bundesliga-Spieltags bei RB Leipzig zu Gast. Nach einer schwachen ersten Halbzeit drehten die Münchner in der zweiten Hälfte dann die Partie komplett und schossen die Leipziger mit 5:1 aus deren eigenen Stadion. Wie gut sich die jeweiligen Bayern-Akteure dabei schlugen, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik.
Manuel Neuer: Der Kapitän der Münchner war schon früh gefordert und parierte stark gegen Rômulo. Beim 0:1 durch den Brasilianer konnte Neuer nichts machen. Im weiteren Spielverlauf blieb der 39-Jährige allerdings wach und verhinderte durch seine Parade gegen den wuchtigen Abschluss von Rômulo in der 65. Spielminute den erneuten Rückstand seiner Mannschaft. Nur wenige Minuten später zeigte Neuer gegen Diomande seine ganze Klasse und hielt die Führung seiner Mannschaft fest. (Note: 1,5)
Hiroki Itō: Der Japaner hatte in der druckvollen Anfangsphase der "Roten Bullen" enorme Schwierigkeiten damit, vor allem den quirligen Yan Diomande einzufangen und wirkte wie ein Unsicherheitsfaktor. Offensiv konnte Itō nur wenig beisteuern und so keine Entlastung schaffen. In der zweiten Halbzeit hingegen agierte der gelernte Innenverteidiger deutlich mutiger und marschierte mehr nach vorne. Defensiv hingegen blieb die Leistung Itōs ausbaufähig und häufig hatte er dabei das Nachsehen. In der 86. Spielminute ging der 26-Jährige dann für Min-jae Kim vom Platz. (Note: 4)
Jonathan Tah: Der deutsche Nationalspieler zeigte sich vom Druckvollen Beginn der Leipziger sichtlich beeindruckt und hatte bei den schnellen flachen Hereingaben von den Außen Schwierigkeiten, seine Beine zu sortieren und sah infolgedessen beim 0:1 nicht gut aus, wo er nicht Rômulo nicht am Abschluss hindern konnte. Nach dem Wiederanpfiff machte Tah seine Sache deutlich besser, blieb defensiv Stabil, zeigte ein gutes Positionsspiel und brachte auch nach vorne hin Impulse. In der 82. Spielminute hielt der 29-Jährige nach einem Olise-Eckball den Kopf hin, was zum zwischenzeitlichen 3:1 führte. (Note: 2)
Dayot Upamecano: Ähnlich wie Tah hatte auch Upamecano von Beginn an Probleme mit dem gegnerischen Tempo. Bei der Führung der Gastgeber ließ sich der Franzose herauslocken, ohne das Passspiel der Leipziger zu unterbinden, was zu Lücken in der Bayern-Defensive führte und den Gegentreffer begünstigte. Beim 1:1 durch Serge Gnabry war es allerdings die gute Antizipation des Innenverteidigers, die den Treffer ermöglichte, als er Christoph Baumgartner den Ball abluchste, den Gnabry dann verwerten konnte. Hiernach blieb Upamecano weiterhin konzentriert und versuchte durch frühes Anlaufen, den Gegner schon im Spielaufbau zu stören, was auch meistens gelang. (Note: 2,5)
Tom Bischof: An diesem Abend in ungewohnter Position hinten rechts eingesetzt, wirkte der ehemalige Hoffenheimer arg überfordert, kam nicht wirklich in die Zweikämpfe und sah vor allem vor dem 0:1 nicht gut aus. Nach vorne versuchte Bischof Lennart Karl einzusetzen, die Chemie passte aber nicht immer. In der 81. Spielminute ging Tom Bischof dann für Alphonso Davies vom Platz. (Note: 5)
Leon Goretzka: Der 30-Jährige suchte die Zweikämpfe und versuchte durch körperlichen Einsatz voranzugehen. Goretzkas Dynamik war in der ersten Halbzeit ein belebender Faktor fürs Münchner Offensivspiel, ließ aber den finalen Punch vermissen. Zur Pause wurde Leon Goretzka, der nach einem Zweikampf mit Nicolas Seiwald nicht mehr rund lief, durch Joshua Kimmich ersetzt. (Note: 3)
Aleksandar Pavlović: Als Metronom im Mittelfeld der Bayern versuchte Pavlović das Spiel seiner Mannschaft nach dem druckvollen Beginn der Leipziger zu beruhigen und für Struktur zu sorgen. In der zweiten Hälfte blieb der 21-Jährige weitestgehend unauffällig, machte aber auch keine Fehler. In der 85. Spielminute deutete Pavlović die Situation richtig und lief in den gegnerischen Strafraum, wo er das Zuspiel von Michael Olise zum zwischenzeitlichen 4:1 verwertete. (Note: 2)
Luis Díaz: In der Bayern-Offensive war der Kolumbianer in der ersten Halbzeit der auffälligste und versuchte durch Tiefenläufe und Abschlüsse für Impulse zu sorgen, ließ dabei aber die nötige Präzision noch vermissen. In der zweiten Hälfte blieb Díaz ein belebendes Element und hatte in der 59. Spielminute sogar die Chance, das 2:1 für den deutschen Rekordmeister zu erzielen, scheiterte aber am starken Péter Gulácsi. Bis zum Ende blieb der 29-Jährige aktiv und leitete durch seinen Flügellauf das 5:1 von Michael Olise ein. (Note: 2,5)
Serge Gnabry: In der ersten Halbzeit insgesamt noch sehr unauffällig, war der deutsche Nationalspieler in der 50. Spielminute aber hellwach, als er nach dem Ballgewinn von Dayot Upamecano die Kugel mit in den gegnerischen Strafraum trug und dort überlegt zum 1:1 abschloss. Hiernach blieb Gnabry bissig und versuchte weitere Nadelstiche zu setzen. Nach 86 Minuten war dann für den 30-Jährigen Schluss und für ihn kam Rückkehrer Jamal Musiala in die Partie. (Note: 2)
Lennart Karl: Der 17-Jährige versuchte zwar durch seine Dribblings für seine Mitspieler Räume zu schaffen und suchte ab und an auch selbst den Abschluss, traf dabei oftmals aber nicht die richtige Entscheidung und wirkte in seinen Aktionen zuweilen etwas zu naiv. Nach hinten arbeitete Karl kaum mit, was RB Leipzig die Chance gab, vor allem über den linken Flügel Druck aufzubauen, was auch beim zwischenzeitlichen 1:0 der Fall war. In der 56. Spielminute wurde Lennart Karl für Michael Olise ausgewechselt. (Note: 4)
Harry Kane: Wieder als verkappter Spielmacher agierend, ließ sich Harry Kane oftmals fallen, um aus der Tiefe heraus die eröffnenden Bälle in die Spitze zu spielen. In der zweiten Hälfte dann war Harry Kane wieder mehr im gegnerischen Strafraum zu sehen und stand in der 67. Spielminute nach einer Hereingabe von Michael Olise genau richtig und machte das 2:1 für die Bayern. Deine Spielmacherqualitäten zeigte Kane dann in der 85. Spielminute noch einmal, als er den langen pass auf Michael Olise schlug, der dann das 4:1 durch Aleksandar Pavlović vorbereitete. (Note: 2)
Joshua Kimmich (ab Spielminute 46): Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft brachte in der Partie die Wende, ordnete aus dem Mittelfeld heraus das Spiel seines Teams und sorgte auch für größeren defensiven Fokus. Fußballerisch zeigte der 30-Jährige immer wieder seine Klasse, ließ sich nicht pressen und spielte überlegte Pässe, die wiederum eigene Chancen einleiteten. (Note: 2)
Michael Olise (ab Spielminute 56): Er kam, sah und siegte. Ob sich Michael Olise in seinem Leben viel mit Julius Caesar auseinandergesetzt hat, ist zwar unklar, aber wenn er solche Leistungen bringt, dann wird ihn wohl auch niemand danach fragen, sondern einfach nur dessen fußballerische Weltklasse bestaunen. Der Franzose war sofort ein Faktor, bereitete drei Treffer vor und erzielte das finale 5:1 sogar selbst. Darüber hinaus leitete der 24-Jährige noch mehrere weitere gute Aktionen seines Teams ein. (Note: 1+)
Alphonso Davies (ab Spielminute 81): Der Kanadier zeigte noch einmal seine Dynamik, indem er von hinten anschob und somit die Schlussoffensive der Bayern befeuerte. Viele direkte Aktionen hatte Davies zwar nicht, dennoch war seine Präsenz direkt auf dem Platz zu spüren und die Münchner bekamen sofort mehr Breite im Spiel, was sich beim 4:1 und beim 5:1 zeigen sollte. (Note: 2)
Min-jae Kim (ab Spielminute 86): Für den schwachen Hiroki Itō gekommen, sollte Kim defensiv für mehr Entlastung sorgen, da die Bayern aber in der Schlussphase nur noch nach vorne spielten, hatte der Südkoreaner keine Gelegenheit mehr, wirklichen Einfluss auf die Partie zu nehmen. Eine Bewertung entfällt daher.
Jamal Musiala (ab Spielminute 87): Zwar nur wenige Minuten auf dem Platz, konnte der deutsche Nationalspieler seine Rückkehr nach seiner langen Verletzungspause sogar noch durch eine Vorlage krönen, als er eine Hereingabe von Luis Díaz auf den besser postierten Michael Olise weiterleitete, der dann zum 5:1 einschob. Ansonsten war von Musiala nichts zu sehen, weshalb eine adäquate Bewertung trotz seines Assists wegfällt.
Foto: Stuart Franklin / Getty Images









































