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·22. Mai 2026
64. Pokalfinale in der Türkei: Trabzonspor und Konyaspor kämpfen um den Titel – Trainer wollen Silber in die Vitrine stellen

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Die gesamte türkische Fußballwelt blickt an diesem Freitag gebannt nach Antalya, wo ein absolutes Highlight der laufenden Pflichtspielzeit über die Bühne geht. Im prestigeträchtigen 64. Finale des türkischen Pokals stehen sich der Traditionsklub Trabzonspor und das Überraschungsteam TÜMOSAN Konyaspor in einem mit Spannung erwarteten Duell gegenüber. Angestoßen wird das große Endspiel um 19:45 Uhr (MEZ) auf dem Rasen des modernen Corendon Airlines Park Antalya Stadium. ATV überträgt die Partien live. Für beide Vereine steht in diesem einzigen, alles entscheidenden Match ungemein viel auf dem Spiel, um die sportlichen Weichen für die nähere Zukunft zu stellen und die Saison mit Silberware zu veredeln.
Obwohl beide Klubs eine lange und traditionsreiche Geschichte im nationalen Fußball aufweisen, teilen sich die beiden Kontrahenten zum allerersten Mal in der Historie des Wettbewerbs direkt im Finale die große Bühne. Ein Blick in die Geschichtsbücher verrät jedoch, dass man sich im Laufe der Jahre bereits sechsmal im Pokal gegenüberstand. Die statistische Bilanz in diesen direkten Pokal-Duellen spricht dabei eine leicht cremefarbene Sprache für die Nordtürken: Die Bordeauxrot-Blauen konnten zwei Siege erringen, während die Grün-Weißen einmal als Gewinner vom Platz gingen und sich die Mannschaften in drei Partien mit einem Unentschieden trennten. Die Leitung dieses geschichtsträchtigen Endspiels liegt in den Händen des international erfahrenen FIFA-Schiedsrichters Halil Umut Meler, der an den Seitenlinien von den Assistenten Ibrahim Caglar Uyarcan und Bersan Duran unterstützt wird, während Adnan Deniz Kayatepe als vierter Offizieller fungiert.
Für die Vertretung von der Schwarzmeerküste ist das Erreichen des Endspiels fast schon ein gewohntes Bild, gehört man doch traditionell zu den erfolgreichsten Klubs des Landes. Trabzonspor konnte den Pokal in der Vereinshistorie bislang neunmal gewinnen und rangiert damit auf Platz drei der ewigen Bestenliste, direkt hinter den beiden Istanbuler Schwergewichten Galatasaray (Rekordsieger mit 19 Trophäen) und Besiktas (elf Titel), aber noch vor Fenerbahce mit seinen sieben Pokalsiegen. Der letzte Triumph der Bordeauxrot-Blauen datiert aus der Saison 2019–2020, als Alanyaspor im Finale souverän mit 2:0 bezwungen wurde. Nun schickt sich das Team an, im insgesamt 18. Finale der Vereinsgeschichte den zehnten Titel an die Schwarzmeerküste zu holen.
Die Mannschaft musste in dieser Pokalsaison, in die sie in der vierten Runde einstieg, einen langen Atem beweisen. Nach einem anfänglichen 2:0-Erfolg gegen Vanspor FK marschierte das Team durch die Gruppe A, wo Auswärtssiege bei Corendon Alanyaspor (1:0) und Istanbulspor (6:1) eingefahren wurden. Mit einem weiteren 3:0-Sieg gegen Fethiyespor und einem packenden 4:2-Erfolg bei RAMS Basaksehir buchte das Team mit der optimalen Ausbeute von neun Punkten das Ticket für die K.-o.-Runde. Im Viertelfinale eliminierte man schließlich Samsunspor im Elfmeterschießen, bevor im Halbfinale ein knapper 2:1-Erfolg gegen Genclerbirligi den Einzug ins Finale perfekt machte. Dies wird das insgesamt 295. Spiel im Pokal für den Klub sein, der in den bisherigen 294 Partien 178 Siege, 55 Unentschieden und 61 Niederlagen verbuchte und dabei 512 Tore erzielte bei 237 Gegentreffern.

Foto: IHA
Auf der anderen Seite steht eine Mannschaft, die sich im bisherigen Turnierverlauf den Ruf eines echten Riesen-töters erarbeitet hat. Konyaspor zog in dieser Saison die Aufmerksamkeit der gesamten Fachwelt auf sich, indem das Team auf dem Weg in dieses Finale mit Fenerbahce und Besiktas gleich zwei der absolut größten Titelfavoriten aus dem Wettbewerb kegelte. Die Grün-Weißen stehen damit zum erst zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte im großen Endspiel. Ihren ersten und bislang einzigen Pokaltriumph feierte die anatolische Mannschaft in der Saison 2016/17, als man sich in einem denkwürdigen Finale im Elfmeterschießen gegen RAMS Basaksehir durchsetzen konnte.
Die Sehnsucht in der gesamten Stadt und der grün-weißen Gemeinde nach einer Wiederholung dieses historischen Erfolgs ist riesig. Dass der Klub in den vergangenen Jahren im Finale schmerzhafte Erfahrungen machen musste – wie bei den jüngsten Finalniederlagen gegen Besiktas (2:3 im Atatürk-Olympiastadion) und in der Vorsaison gegen Galatasaray (0:3) – dient dem Team heute als zusätzlicher Ansporn. Die Rollenverteilung mag auf dem Papier zugunsten des Traditionsriesen ausgelegt sein, doch die anatolische Auswahl hat bewiesen, dass sie mit taktischer Disziplin und unbändigem Kampfgeist jede Hürde überspringen kann, wenn die Rädchen im System lückenlos ineinandergreifen.
Auf der gemeinsamen Medienrunde im Vorfeld des Endspiels ließen beide sportlichen Leiter tief in ihre Seelenleben blicken. Der Chefcoach der Bordeauxrot-Blauen, Fatih Tekke, machte unmissverständlich klar, wie hoch der Druck bei den Nordtürken angesiedelt ist. „Wir werden morgen als Team mit der stärksten und hungristen Mannschaft auf dem Feld sein. Dies ist das zweite Endspiel, das wir in den vergangenen 2,5 Jahren bestreiten werden. Natürlich wollen meine Spieler, ich und mein Team morgen die Trophäe. Vor Trabzonspor steht gerade ein wichtiger Titel. Sie sind nicht erfolgreich, wenn Sie diesen Pokal nicht gewinnen. Wenn wir die Trophäe gewinnen, kann ich sagen ‚wir haben es geschafft‘, und wenn wir nicht gewinnen, gratulieren wir unserem Gegner und akzeptieren, dass wir keinen Erfolg hatten“, betonte der Trainer mit Blick auf die heftige Kritik der vergangenen Wochen im Ligabetrieb.
Sein Gegenüber, Ilhan Palut, reagierte mit viel Respekt auf den Kontrahenten, machte aber gleichzeitig die Ambitionen seines eigenen Teams deutlich. „Wir wollen gewinnen, wie jede Mannschaft, die das Finale erreicht hat. Wir wollen diesen Pokal sowohl für den Kampf unseres Teams als auch für die Sehnsucht unserer Stadt und unserer Gemeinde. Eines der erfolgreichen Teams dieser Saison ist Trabzonspor. Vielleicht haben wir durch Trabzonspor verfolgt, wie ein Team, die Zeit zum wachsen erhält, in kürzester Zeit zum Anwärter werden kann. Ich habe großen Respekt vor diesem Team. Sie verfügen über sehr gefährliche Waffen, das ist uns bewusst. Das Wichtigste für mich ist Folgendes: Spieler, lasst sie bis zum Ende kämpfen. Das ist der wichtigste Parameter, den ich morgen sehen möchte. Will ich den Pokal gewinnen? Ich will es sehr. Das wäre eine unglaubliche Sache für meine Karriere“, gab der Coach der Grün-Weißen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt vor dem großen Showdown.







































