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·14. Juli 2026

70 Millionen für Manzambi: SC Freiburg kann nicht "Nein" sagen

Artikelbild:70 Millionen für Manzambi: SC Freiburg kann nicht "Nein" sagen

Aston Villa sticht Newcastle im Poker um Freiburgs WM-Senkrechtstarter aus. Die Ablöse verdreifacht den bisherigen SC-Rekord von Schade und Röhl.

70 Millionen Euro für einen 20-Jährigen, der bis vor Kurzem kaum jemand außerhalb des Breisgaus auf dem Zettel hatte: Das ist die Summe, die Aston Villa dem SC Freiburg inklusive möglicher Boni für Johan Manzambi überweisen soll. Und es ist eine Zahl, die den bisherigen Freiburger Maßstab nicht nur übertrifft, sondern pulverisiert. Kevin Schade und Merlin Röhl waren mit je 25 Millionen Euro die teuersten Abgänge der Vereinsgeschichte. Manzambi liegt fast beim Dreifachen. Wer verstehen will, was ein einziges Turnier mit dem Marktwert eines Spielers anrichtet, findet hier den Beleg.


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Vor rund einem Jahr verlängerten die Freiburger den Vertrag ihres Zugangs aus Genf langfristig. Damals war das eine solide Personalentscheidung, kein Spektakel. Seitdem erlebte Manzambi eine Leistungsexplosion, führte den SC Freiburg ins Finale der Europa League und lieferte bei der WM ab: Drei Tore, zwei Vorlagen – mehr braucht es offenbar nicht, damit sich der Preisschild-Wert eines Spielers binnen Wochen vervielfacht. Der Fußballmarkt bewertet nicht Jahre der Ausbildung, sondern die Bühne, auf der einer glänzt.

Genau darin liegt die eigentliche Geschichte dieses Transfers, und sie ist zwiespältig. Freiburg hat einen jungen Spieler geformt, der auf der größten Bühne des Weltfußballs performt hat – und kann diesen Erfolg am Ende nur noch zu Geld machen. Der Klub überlässt Manzambi laut Kicker die finale Entscheidung. Das klingt nach Fürsorge, ist aber auch das Eingeständnis, dass ein Ausbildungsverein gegen die Kaufkraft der Premier League keine Argumente mehr in der Hand hält - außer der Ablösesumme. Man verhandelt nicht mehr, ob man verkauft. Man verhandelt nur noch, an wen und für wie viel.

Bemerkenswert ist dabei die Wende im Poker selbst. Zunächst schien Newcastle United mit 60 Millionen Euro vorn zu liegen, nun soll Aston Villa mit den kolportierten 70 Millionen die Nase vorn haben. Zwischen zwei englischen Klubs entscheidet sich ein Freiburger Rekord im zweistelligen Millionenbereich, und der SC schaut dabei im Grunde zu. Dass Manzambi es ausgerechnet zu jenem Klub zieht, gegen den die Freiburger vor knapp zwei Monaten das Europa-League-Finale mit 0:3 verloren, ist eine Fußnote mit Wucht. Der Verein, der Freiburgs größten Abend beendete, holt sich nun dessen größtes Talent.

Man kann das als sportlichen Ertrag feiern, und aus Freiburger Kassensicht ist es das auch: 70 Millionen Euro sind ein Betrag, mit dem sich ein Klub dieser Größenordnung strategisch neu aufstellen lässt. Aber man sollte nicht so tun, als sei das ein Sieg. Es ist die Bestätigung einer Hackordnung. Freiburg hat aus Servette Genf einen WM-Senkrechtstarter gemacht, und England kassiert das Ergebnis dieser Arbeit ab, kaum dass es sichtbar wurde.

Bleibt die Frage, ob ein Ausbildungsverein in diesem System überhaupt etwas anderes sein kann als Zulieferer. Freiburg hat alles richtig gemacht: früh verpflichtet, entwickelt, langfristig gebunden. Der Lohn ist ein Rekord auf dem Konto und ein Loch im Kader. Das ist kein Vorwurf an den SC – es ist die nüchterne Beschreibung eines Marktes, in dem 70 Millionen Euro nicht das Ende einer Verhandlung sind, sondern das Ende einer Illusion.

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