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·14. Juni 2026

7:1! Undav & Brown überragen, Sané enttäuscht – Deutschland in der Einzelkritik

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Der WM-Auftakt ist für die deutsche Mannschaft geglückt: Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann setzte sich souverän und am Ende auch in der Höhe verdient mit 7:1 Curaçao durch. Wie die einzelnen deutschen Spieler bei dieser Gala letztlich performten, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik.

Manuel Neuer: Die deutsche Nummer eins hatte insgesamt recht wenig zu tun. Beim Gegentor war der 40-Jährige zwar schuldlos, hätte diesen Schuss an einem sehr guten Tag aber womöglich halten können. Davon abgesehen hatte Neuer ein, zwei kurze Ungenauigkeiten in seinem Spiel, wurde aber nach hinten hinaus souveräner. (Note: 3,5)


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Joshua Kimmich: Mit der Intensität der Curaçao-Spieler hatte der deutsche Kapitän in der ersten Halbzeit zwar seine Probleme, mit den zunehmend größer werdenden Abständen im Verlauf der Partie konnte der 31-Jährige seine kreativen Stärken aber auf den Platz bringen, wobei er das 4:1 durch Jamal Musiala und das 6:1 durch Deniz Undav mit großer Übersicht vorbereitete. In der 83. Spielminute wurde Joshua Kimmich dann durch Waldemar Anton ersetzt. (Note: 2)

Jonathan Tah: Insgesamt zwar die meiste Zeit stabil, in einzelnen Situationen aber zu nachlässig, wodurch der Bayern-Profi unnötig einige Bälle herschenkte, oder seinen Mitspielern nicht immer zur Hilfe kam. So auch bei Gegentor, als er den bedrängten Nico Schlotterbeck nicht unterstützte. Je länger die Partie ging, desto sicherer wurde Tah am Ende aber. Nach 72 gespielten Minuten hatte der 30-Jährige dann Feierabend und für ihn kam Antonio Rüdiger in die Partie. (Note: 3)

Nico Schlotterbeck: Nicht nur wegen seines Kopfballtreffers zum zwischenzeitlichen 2:1 machte der Dortmunder eine richtig gute Partie, auch im Spielaufbau konnte er seine Stärken zeigen und in den Zweikämpfen war der 26-Jährige sehr präsent. Beim Gegentor sah Schlotterbeck zwar etwas unglücklich aus, da der Ball nach einem von ihm gewonnenen Zweikampf beim Gegenspieler landete, doch wäre es dazu gar nicht erst gekommen, wenn der Abwehrspieler von seinen Mannschaftskollegen nicht alleingelassen worden wäre. So war "Schlotti" am Ende in der deutschen Defensive ein wichtiger Anker, der darüber hinaus nichts zuließ. (Note: 1,5)

Nathaniel Brown: In den letzten Testspielen hatte sich der Noch-Frankfurter für viele Beobachter durchaus überraschend hinten links festgespielt, rechtfertigte die Bevorzugung vor David Raum aber erneut mit einer richtig starken Leistung. Insgesamt dürfte dies eine der besten Leistungen in der Profi-Karriere des 22-Jährigen gewesen sein, da er sowohl defensiv wichtige Zweikämpfe gewann und Bälle eroberte und Offensiv durch Tiefenläufe für Gefahr sorgte. Das 2:1 durch Nico Schlotterbeck bereitete Brown durch einen perfekten Eckball vor, während er das 5:1 nach einer Undav-Ablage mit einem überlegten Volley-Abschluss selbst erzielte. In der 73. Spielminute durfte sich der Sohn eines US-amerikanischen Vaters seinen verdienten Applaus abholen und wurde für David Raum ausgewechselt. (Note: 1)

Felix Nmecha: In der ersten Halbzeit war der Dortmunder wahrscheinlich der beste Mann auf dem Platz. Das 1:0 in  der 6. Spielminute erzielte Nmecha nach einem tollen Doppelpass mit Florian Wirtz selbst, den Elfmeter zum 3:1 kurz vor der Pause holte er heraus. Auch darüber hinaus hatte der Achter einige gute Abschlusssituationen. In Hälfte zwei konzentrierte sich Felix Nmecha mehr auf die Arbeit gegen den Ball und machte auch das richtig gut, indem er im Mittelfeld viele Zweikämpfe gewann und wichtige Bälle eroberte. In Spielminute 73 wurde der 25-Jährige schließlich von Leon Goretzka abgelöst. (Note: 1,5)

Aleksandar Pavlović: Als Taktgeber im deutschen Spiel war der Bayern-Profi oft am Ball und zeigte seinen Mitspielern die Räume an. In der Bewegung nach vorne sah dies auch meistens richtig gut aus, wodurch der 22-Jährige einige Chancen einleitete. In der Rückwärtsbewegung war Pavlović allerdings mehr als nur einmal ungewohnt fahrig, verlor entweder selbst ohne Not den Ball, oder kam seinen Mitspielern unter Druck nicht zur Hilfe. (Note: 2,5)

Leroy Sané: Die Diskussionen rund um den ohnehin schon oft in der Kritik stehenden Galatasaray-Angreifer dürften nicht weniger werden. Zwar kann man dem 30-Jährigen nicht absprechen, dass er sich redlich bemüht hätte, oft sah er dabei allerdings einfach sehr unglücklich aus, indem er im Dribbling hängen blieb, sich zu leicht vom Ball trennen ließ, oder gleich mehrfach vor dem gegnerischen Tor nicht die nötige Kaltschnäuzigkeit bewies, die es eigentlich bräuchte. So war es am Ende leider erneut ein sehr durchwachsener Auftritt Leroy Sanés, auch wenn er bis zum Schluss weite Wege machte. Man würde sich wünschen, dass eine dieser Chancen einfach reingeht, damit der Junge nicht mehr im Kreuzfeuer der Medien steht. (Note: 4)

Jamal Musiala: Zwar ist die Leichtigkeit von früher nach seiner schweren Verletzung von der Klub-WM aus dem vergangenen Sommer noch nicht wieder ganz da, doch zeigte der 23-Jährige in mehreren Aktionen, was für ein herausragender Spieler er sein kann, indem er nicht nur unfassbar schwer vom Ball zu trennen war, sondern auch defensiv erstaunlich viel ackerte. Zwar gelang Jamal Musiala nicht alles, was er sich vornahm, dennoch wurde seine gute Leistung durch einen Treffer in der 47. Spielminute aus anspruchsvollem Winkel gekrönt. Nach 63 gespielten Minuten musste "Bambi" dann allerdings angeschlagen runter und für ihn kam Deniz Undav in die Partie. (Note: 2)

Florian Wirtz: Ähnlich wie Musiala in seinem Bewegungsradius sehr auffällig, zeigte der Liverpool-Spielmacher erneut eine richtig gute Partie, in der er aber mal nicht der Alleinunterhalter war. Dennoch bereitete Wirtz das 1:0 durch Felix Nmecha nach einem tollen Doppelpass perfekt vor und auch danach leitete der 23-Jährige einige gute Szenen ein. In den etwas schläfrigen Phasen der deutschen Mannschaft war der ehemalige Leverkusener einer der wenigen der durch eine gute Körpersprache und frühes Anlaufen voranging und so seinem Team wieder das Momentum zurück erkämpfte. (Note: 2)

Kai Havertz: Die Leistung des Arsenal-Profis ist schwer zu greifen, da er in der ersten Halbzeit praktisch überall zu finden war, nur nicht im gegnerischen Strafraum, wo etwas mehr Präsenz nicht geschadet hätte. So war Havertz zu Beginn nur selten an gefährlichen Aktionen beteiligt. Als es dann darauf ankam, übernahm der 27-Jährige aber Verantwortung und verwandelte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte souverän den Strafstoß zum 3:1. In der zweiten Halbzeit, vor allem ab der Hereinnahme von Deniz Undav, zeigten die Läufe des frischgebackenen englischen Meisters deutlich mehr Wirkung und er machte einen richtig gefährlichen Eindruck im letzten Angriffsdrittel. In der 88. Spielminute wusste Havertz einen Steilpass Undavs zu verwerteten und erzielte per Lupfer das 7:1, wodurch er seinen Doppelpack schnürte. (Note: 1,5)

Deniz Undav (ab Spielminute 64): Mit der Hereinnahme des Stuttgarters gewann das deutsche Offensivspiel noch einmal deutlich an Schärfe. Zuerst legte der 29-Jährige in der 68. Spielminute überlegt auf den starken Nathaniel Brown ab, nur um dann zehn Minuten später nach einem Zuspiel von Joshua Kimmich richtig zu stehen und selbst zum 6:1 zu treffen. Das 7:1 durch Kai Havertz bereitete Deniz Undav dann in der 88. Spielminute durch einen perfekt temperierten Steilpass in die Spitze mustergültig vor. (Note: 1)

David Raum (ab Spielminute 73): Für den starken Nathaniel Brown gekommen, brachte der Leipziger noch einmal Dynamik mit in die Partie und lief den Gegner früh an, große Momente hatte er aber keine mehr. (Note: 3)

Antonio Rüdiger (ab Spielminute 73): Der Abwehrspieler von Real Madrid ersetzte Jonathan Tah und sollte defensiv für zusätzliche Entlastung sorgen. Gleich nach seiner Einwechslung hatte der 33-Jährige einen kleinen Wackler drin, nur um danach aber sehr seriös und abgeklärt selbst die Sache zu bereinigen. (Note: 3)

Leon Goretzka (ab Spielminute 73): Der lange Zeit als potenzieller Startelf-Spieler gehandelte Noch-Münchner machte seine Sache nach seine Hereingabe richtig gut, indem er den Gegner früh störte, in die Zweikämpfe ging und auch im Strafraum für zusätzliche Präsenz sorgte. Vorm 7:1 war es Leon Goretzka, der die Situation richtig deutete und im Mittelfeld den Ball gewann, der dann bei Deniz Undav landete, der wiederum Torschütze Kai Havertz auf die Reise schickte. (Note: 2)

Waldemar Anton (ab Spielminute 83): Der Dortmunder für den guten Joshua Kimmich und gliederte sich nahtlos ein, indem er einige Zweikämpfe gewann. Aufgrund der kurzen Zeit auf dem Rasen, entfällt aber die Bewertung des 29-Jährigen.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images 

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