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·4. August 2026

75.000 statt 50.000: Präsident Stobbe erklärt die große Stadion-Vision für den FC

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Hendrik Broschart

4 August, 2026

Präsident Jörn Stobbe denkt beim Stadionausbau nicht in halben Sachen: Statt auf 60.000 will er das RheinEnergieStadion gleich auf 75.000 Plätze bringen. 1. FC Köln: Präsident Stobbe erklärt die große Stadion-Vision

Klein, aber geliebt, so beschreibt Jörn Stobbe das aktuelle Stadion des 1. FC Köln. Sein Plan dagegen ist alles andere als klein: 75.000 Plätze, Anschluss an die Allianz Arena, Platz zwei der Liga. Der Präsident erklärt, warum nur die große Lösung wirtschaftlich Sinn ergibt.

(Foto: Herbert Bucco)

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Der Stadionneubau war eines der zentralen Themen im Vorfeld der Vorstandswahl. Mittlerweile im Amt, scheint Präsident Jörn Stobbe diese Angelegenheit weiterhin stark zu beschäftigen. Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ legte der 60-Jährige seinen Plan dar, wie die Spielstätte des 1. FC Köln erneuert und vergrößert werden könnte. „Der Punkt ist, dass ein Ausbau im ersten Moment total kompliziert klingt. Wenn Sie zehn Leute fragen, sagen Ihnen alle zehn, warum es nicht geht: Lärmschutz, Anwohner, Baumbestand, Zuwegung. Und alle haben erst einmal gute Gründe“, so Stobbe.

Der erfahrene Immobilienmanager begegnet den Bedenken zum Bauvorhaben am RheinEnergieStadion mit Pragmatismus: „Aber bei so einer Projektentwicklung muss man als Erstes auf den Ist-Zustand gucken: Sind wir mit unserem Stadion zufrieden? Und nein, das sind wir nicht. Wir lieben es, aber es ist ein bisschen in die Jahre gekommen. Und es ist ganz einfach zu klein. Ein Schritt wäre, frühzeitig mit den Anwohnern zu sprechen und herauszufinden, welche Probleme sie jetzt schon haben und wie wir ihnen dabei helfen könnten, diese zu lösen. Dafür muss man ins Gespräch kommen.“

Stobbe: „Wirtschaftlich macht es nur Sinn, wenn man auf 75.000 geht“

Stobbe erläutert, dass es wirtschaftlich nur Sinn ergebe, die verfügbaren Plätze nicht etwa von 50.000 auf 60.000, sondern gleich auf 75.000 aufzustocken. Damit würde der Verein mit der Allianz Arena gleichziehen, die bereits über 75.000 Plätze verfügt, und die zweitgrößte Bühne der gesamten Liga bieten. Diesem attraktiven Gedanken stehen laut Stobbe jedoch zahlreiche Hindernisse im Weg: „Wenn man sagt, wir bauen aus, provoziert man natürlich, dass Anwohner sagen: ‚Moment mal, es gibt doch jetzt schon Stress, und dann sollen noch 25.000 Zuschauer dazukommen?‘ Dennoch sehen wir da Möglichkeiten.“

Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung komme es darauf an, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen, sondern ein Problemfeld nach dem anderen zu bearbeiten, so Stobbe. „Einnahmenseite, Kostenseite, Statik. Es wurde schon viel berechnet, und für mich ist nirgendwo ein Showstopper. Wenn man aber versucht, alle Bretter gleichzeitig durchzubohren, scheitert man. Man muss sie isolieren, mit den richtigen anfangen und die richtige Reihenfolge finden. Dann halte ich das für möglich.“ Bereits bei der nächsten Mitgliederversammlung soll über die Pläne für das Stadion berichtet werden.

Finanzierung mit Fingerspitzengefühl

Die Frage der Finanzierung stellt sich bei mitgliedergeführten Vereinen angesichts der Anziehungskraft von Investoren stets als heikle Angelegenheit dar. Entsprechend gefragt ist Fingerspitzengefühl: „Eine Immobiliengesellschaft könnte in diesem Fall aus meiner Sicht Sinn ergeben. Da könnte man über Crowdfunding nachdenken, könnte überlegen, ob man einen Finanzierungspartner mit ins Boot holt, solange er auf Vereinsebene kein Mitspracherecht hat.“ Nutznießer, verspricht Stobbe, sollen allein der Verein und seine Mitglieder sein: „Eine solide, vielleicht innovative Immobilienfinanzierung, die zu Köln passt. Wenn jemand kommt und sagt, er baut uns ein Stadion, 20 Jahre Pacht à 10 Millionen, den würden wir sofort wieder wegschicken. Wir wollen den sportlichen Erfolg dadurch ja nicht schmälern, sondern fördern.“

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