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·22. August 2026

8:2 nach 0:2! Wolfsburg dreht Auftaktspiel in Nürnberg

Artikelbild: 8:2 nach 0:2! Wolfsburg dreht Auftaktspiel in Nürnberg

Der aktuelle Vizemeister VfL Wolfsburg bewies am 1. Spieltag in der Google Pixel Frauen-Bundesliga eindrucksvoll Comeback-Qualitäten. Nach einem 0:2-Rückstand setzte sich die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch beim 1. FC Nürnberg dank einer starken zweiten Halbzeit noch 8:2 (0:2) durch und übernahm zumindest vorerst die Tabellenführung.

Vor 1307 Zuschauer*innen im Max-Morlock-Stadion ließen Fany Proniez (14.) und Keira Bednorz (40.) die Gastgeberinnen mit ihren Treffern vor der Pause auf eine Überraschung hoffen. Nach der Gelb-Roten Karte für Nürnbergs Torschützin Fany Proniez wegen Foulspiels (51.) drehten jedoch die Wolfsburgerinnen auf. Innerhalb von nur 39 Minuten waren die deutschen Nationalspielerinnen Janina Minge (56., Foulelfmeter/79., Foulelfmeter), Cora Zicai (61./65.) und Camilla Küver (89.) sowie die eingewechselte Weronika Arasniewicz (68.) und Ella Peddemors (75./90.+5) achtmal für den VfL erfolgreich.


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"Ich habe gerade schon im Mannschaftskreis gesagt, dass es ein verrückter Auftakt war", erklärte VfL-Trainer Stephan Lerch nach dem turbulenten und torreichen Saisonstart. "Die erste Halbzeit lief überhaupt nicht nach unseren Vorstellungen. Wir waren in den Zweikämpfen nicht griffig genug und haben Nürnberg immer wieder eingeladen. Deshalb haben wir leider zwei Gegentore nach Standards kassiert. Ich finde es aber bemerkenswert, wie die Mannschaft nach der Pause aus der Kabine gekommen ist. Wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Es freut mich, dass wir in der zweiten Hälfte acht Tore erzielt haben. Es waren einige wirklich sehr schöne Treffer dabei. Wir wissen aber auch, dass wir nichts geschenkt bekommen und immer an unser Maximum gehen müssen. Das ist uns diesmal nicht durchgehend gelungen. Daran werden wir weiter arbeiten."

Drei Änderungen beim VfL

Omar Adlani stellte in seinem ersten Pflichtspiel als Trainer des 1. FC Nürnberg gleich vier von sechs Zugängen in die Startelf. Alexsandra Lobanova (Djurgårdens IF DFF), Charline Coutel (OL Lyonnes B), Marie Bleil (SV Meppen) und Keira Bednorz (Eintracht Frankfurt II) legten von Beginn an los. Torhüterin Rebecca Adamczyk (SC Freiburg) und Louna Lapassouse (Toulouse FC) gehörten ebenfalls zum Spieltagsaufgebot.

Verletzungsbedingt musste der "Club" auf Meret Günster, Jacqueline Baumgärtel und Amelie Thöle verzichten. Clara Fröhlich konnte zwar erstmals wieder weite Teile des Mannschaftstrainings absolvieren, muss sich bis zu einem Einsatz aber noch gedulden.

Stephan Lerch, Trainer des VfL Wolfsburg, entschied sich im Vergleich zum 0:3 im Google Pixel Supercup gegen den FC Bayern München für drei Wechsel in der Anfangsformation. Nationalspielerin Sophia Kleinherne, Smilla Vallotto und Lara Prašnikar rückten neu ins Team. Dafür nahmen Lieske Carleer, Weronika Arasniewicz und die Ex-Nürnbergerin Anny Kerim-Lindland zunächst auf der Bank Platz.

Die vom FC Chelsea ausgeliehene U 23-Nationalspielerin Mara Alber war erstmals spielberechtigt und rückte in den Kader. Kessya Bussy fehlte dagegen ebenso noch wie Cecilie Floe Nielsen und Lena Lattwein. Nationalstürmerin Giovanna Hoffmann fällt nach ihrer Knie-Operation noch für einige Zeit aus.

FCN-Treffer nach Eckbällen

Die Gastgeberinnen hielten von Beginn an gut dagegen, verzeichneten durch Fany Proniez auch den ersten Abschluss der Partie. Nur wenige Minuten später war FCN-Torhüterin Lourdes Romero auf der anderen Seite gegen Lara Prasnikar auf dem Posten. Mit einer Serie von Eckbällen, jeweils ausgeführt von der neuen Nürnberger Kapitänin Nastassja Lein, setzte sich der "Club" im Angriffsdrittel fest - und wurde mit der nicht unverdienten Führung belohnt. Mit einem Linksschuss von der Strafraumgrenze traf Fany Proniez genau ins linke obere Toreck zum 1:0 (14.).

Die Wölfinnen antworteten mit wütenden Gegenangriffen, taten sich aber zunächst noch schwer, viele hochkarätige Torchancen herauszuspielen. Dennoch hatte Nationalspielerin Cora Zicai nach einem Zuspiel von Svenja Huth den Ausgleich auf dem Fuß. Ihr Abschluss war aber zu harmlos, um Lourdes Romero ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit erhöhte der VfL zwar den Druck und kam auch zu einem vielversprechenden Abschluss durch Svenja Huth, der jedoch über das Tor ging. Den zweiten Treffer der Begegnung erzielten aber erneut die Nürnbergerinnen. Wieder bekamen die VfL-Abwehrspielerinnen den Ball nach einer Ecke von Nastassja Lein nicht geklärt, so dass die neuverpflichtete U 19-Nationalspielerin Keira Bednorz die Kugel im Liegen zum 2:0 (40.) ins Netz befördern konnte. Es war im ersten Bundesligaspiel direkt ihr erstes Tor.

Minge zweimal vom Punkt

Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte VfL-Trainer Stephan Lerch Maria-Joelle Wedemeyer für die angeschlagene Thea Bjelde. Für Wedemeyer war es der 150. Einsatz in der höchsten deutschen Spielklasse. Nachdem die Wolfsburgerinnen zunächst noch verunsichert wirkten und beinahe ein Eigentor produziert hätten, kippte die Partie dann innerhalb kurzer Zeit. So musste der FCN ab der 51. Minute mit nur noch zehn Spielerinnen auskommen, weil Torschützin Fany Proniez nach einem Foul an Lara Prasnikar die Gelb-Rote Karte sah.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Nach einem Foul von Keira Bednorz an Cora Zicai verwandelte Janina Minge den fälligen Foulelfmeter zum 1:2-Anschlusstreffer (56.), ehe Cora Zicai selbst einen Doppelpack (61./65.) zur 3:2-Führung schnürte. Einen Patzer von Lourdes Romero nutzte dann die eingewechselte Weronika Arasniewicz (68.) zu ihrem ersten Treffer in der höchsten deutschen Spielklasse. Ella Peddemors (75.), deren Eckball FCN-Torfrau Lourdes Romero ins eigene Netz lenkte, sowie erneut Janina Minge (79., Foulelfmeter), Camilla Küver (89.) und schließlich noch einmal Ella Peddemors (90.+5) mit einem sehenswerten Schlenzer von der Strafraumgrenze schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Der VfL Wolfsburg tankte mit dem Torspektakel in der zweiten Halbzeit Selbstvertrauen für die Qualifikation zur UEFA Women's Champions League. Am Mittwoch, 26. August (ab 18 Uhr), geht es im Playoff-Hinspiel vor eigenem Publikum gegen Inter Mailand. Das Rückspiel findet am 2. September in Italien statt.

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