90PLUS
·6. August 2026
87 Spiele, ein Januar, kein Platz mehr im System

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·6. August 2026

Vier Jahre, 87 Pflichtspiele, eine Aufstiegssaison mit 23 Scorerpunkten. Am 3. August saß Jean-Luc Dompé in einem Einzelgespräch mit Kathleen Krüger und Claus Costa – und erfuhr, dass er nicht mit ins Trainingslager fährt.
Der HSV stellte den 30-Jährigen frei, offiziell zur Klärung seiner Zukunft. Die Begründung des Klubs blieb ausschließlich sportlich: Dompés Rolle habe sich schon in der Rückrunde verändert, dem Anforderungsprofil entspreche er nicht mehr. Ein Wort über Disziplin fiel nicht.
Merlin Polzin hat es dann doch getan. Der Trainer verwies auf die Vorfälle im Januar und darauf, dass sich die Beziehung danach verändert habe – „inklusive der fehlenden Einsicht von seiner Seite, uns und der Mannschaft gegenüber“. Hintergrund ist eine Alkoholfahrt Anfang des Jahres, die Dompés Ansehen in der Kabine beschädigte.
Polzin klang dabei enttäuscht, nicht wütend. Er hatte den Franzosen nach außen verteidigt und darauf gewartet, dass von der anderen Seite etwas zurückkommt.
Der Rest ist Taktik und Kalender. Polzin bevorzugt ein 3-4-2-1 mit zwei Offensivspielern in den Halbräumen – für einen klassischen Linksaußen ist darin schlicht kein Feld vorgesehen. Mit Albert Grönbæk und Martin Adeline hat der HSV zwei Profile geholt, die dort funktionieren, und auf der linken Seite drängt mit dem 16-jährigen Louis Lemke ein Eigengewächs, das in den Testspielen die meiste Spielzeit bekam.
Dompé selbst kehrte mit schwachen Fitnesswerten aus dem Urlaub zurück, spielte gegen Rapid Wien 13 Minuten und wurde danach von Adduktorenproblemen gebremst. Gegen Everton stand er als einziger Feldspieler gar nicht auf dem Rasen. In der abgelaufenen Saison hatten ihn eine Achillessehnen- und eine Fußverletzung über Wochen ausgebremst.
Bleibt die Rechnung. Der Vertrag läuft bis 2027, Dompé zählt zu den Topverdienern, dieses Transferfenster ist die letzte Gelegenheit, überhaupt noch eine Ablöse zu erlösen. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ würde der HSV deutlich unter dem geschätzten Marktwert verkaufen. 2022 hatte er rund 1,1 Millionen Euro gekostet.
Ein Kabinenkrach war das alles nicht. Eher ein Vertrauensverlust, der ein halbes Jahr Zeit hatte, sich zu setzen – und ein Trainer, der irgendwann aufhörte, ihn zu übersetzen.







































