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·5. März 2026

Abstiegskampf schon entschieden? Was dafür und dagegen spricht

Artikelbild:Abstiegskampf schon entschieden? Was dafür und dagegen spricht

Während es im Aufstiegskampf eng wie selten zuvor zugeht, werden die Abstände im Tabellenkeller immer größer. Bereits elf Spieltage vor Saisonende stellt sich die Frage: Ist der Abstiegskampf schon entschieden? liga3-online.de analysiert, was dafür und dagegen spricht.

Was dafür spricht

Abstände: Nein, es war nicht der Spieltag der Kellerkinder. Während Aachen, Regensburg und Saarbrücken allesamt gewonnen haben, gingen Aue, Ulm, Havelse und Schweinfurt als Verlierer vom Platz. Daraus folgt: Aue und Ulm liegen nun bereits acht Punkte hinter dem rettenden Ufer. Berücksichtigt man noch die deutlich schlechtere Tordifferenz gegenüber dem FCS, fehlen beiden Klubs eigentlich sogar neun Punkte. Havelse (12 Punkte Rückstand) und Schweinfurt (21 Punkte Rückstand) sind bereits komplett abgeschlagen – und haben damit nicht mal mehr eine Mini-Chance auf den Klassenerhalt.


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Qualitätsunterschiede: Acht beziehungsweise neun Punkte sind den verbleibenden elf Partien für Aue und Ulm zwar noch aufzuholen, dennoch wiesen beide Klubs zuletzt erhebliche Defizite in der Defensive auf und streuten immer wieder Patzer ein. Auch generell scheinen die Klubs unmittelbar über dem Strich individuell deutlich besser besetzt zu sein als die Veilchen und der SSV. Aachen, Regensburg und Stuttgart II könnten womöglich schon sieben bis acht Punkte aus den letzten Spielen für den Klassenerhalt reichen, auch für den FCS scheint der Weg nicht mehr weit.

Restprogramm: Während Aue im Endspurt noch auf Essen, Verl und Duisburg trifft, hat Ulm mit Cottbus, Verl, Rostock, 1860, Osnabrück und Essen sogar noch sechs Aufstiegskandidaten vor der Brust. Es stellt sich die Frage: Warum sollten die Spatzen ausgerechnet gegen die Topteams punkten, nachdem es am Dienstag nichtmal gegen Hoffenheim – dem bis dato schwächsten Rückrundenteam – gereicht hat? Auch Aue hat mehrere Duelle gegen direkte Konkurrenten bereits verloren. Entsprechend wird es für beide Klubs eine Herkulesaufgabe, aus elf Partien fast 20 Zähler zu holen. Schließlich müssen sie ab sofort punkten wie ein Aufsteiger.

Was dagegen spricht

Die 3. Liga ist verrückt: Was Aue und Ulm noch Hoffnung machen könnte, ist die Tatsache, dass die 3. Liga in ihrer Geschichte schon oft verrückte Wendungen im Abstiegskampf erlebt hat. Man denke etwa an die Saison 2015/16, als die Stuttgarter Kickers vor den letzten beiden Spieltagen sechs Punkte vor den Abstiegsrängen lagen, aber dennoch abgestiegen sind. In der Saison 2020/21 hat der 1. FC Kaiserslautern einen Sieben-Punkte-Rückstand nach dem 29. Spieltag noch wettgemacht.

Jägerrolle: Angesichts des großen Rückstands haben Aue und Ulm nichts mehr zu verlieren und können "befreit" aufspielen. Durchaus möglich, dass diese Situation nochmal Kräfte freisetzt. Im Endspurt aus der Jägerrolle heraus zu agieren, ist – genau wie im Aufstiegskampf – meist leichter, weil man nur etwas gewinnen kann. Diese Mentalität werden Pavel Dotchev und Christoph Dabrowski ihren Teams nun beibringen müssen, um die Minimalchance am Leben zu erhalten. Für Havelse und Schweinfurt kommt das hingegen schon zu spät.

Zu frühe Sicherheit: Zudem könnten Aue und Ulm darauf hoffen, dass sich die Teams knapp oberhalb des Striches zu früh zu sicher fühlen könnten, den Klassenerhalt bereits so gut wie geschafft zu haben. Sollte das Duo in den nächsten Wochen einigermaßen konstant punkten, könnten sie im Endspurt womöglich den Anschluss herstellen und kurz vor knapp vorbeiziehen, wenn die Spieler der gefühlt schon geretteten Teams mental bereits abgeschaltet haben. Hinzukommt, dass auch Saarbrücken und Co. noch gegen einige Spitzenteams ranmüssen.

Fazit

Während Havelse und Schweinfurt bereits so gut wie abgestiegen sind, spricht auch für Aue und Ulm angesichts des großen Rückstands und deutlichen Qualitätsunterschieden zu den Teams oberhalb der Abstiegsplätze nicht mehr viel. Beide werden in den verbleibenden elf Partien zwar alles daran setzen, den Anschluss nochmal herzustellen. Allerdings müssen sie punkten wie ein Aufsteiger und darauf hoffen, dass mindestens eines der Teams ab Platz 16 aufwärts noch in eine lange Negativserie gerät. Möglich ist das zwar, erscheint aber nicht sonderlich wahrscheinlich. Somit deutet vieles darauf hin, dass der Abstiegskampf bereits Anfang März entschieden sein könnte. Und damit so früh wie selten zuvor.

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