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·26. Februar 2026
Abwehr ohne zwei Kanten: Das sind Hannovers Optionen gegen Bielefeld

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·26. Februar 2026

Es liegt in der Natur des defensiven Vollkontakts, dass Abwehrrecken im Laufe einer Saison immer wieder aufgrund von Verletzungen oder Sperren ausfallen. Wo gehobelt wird, da fallen Späne – das weiß nicht nur das Phrasenschwein.
Aktuell betroffen sind der gelbgesperrte Virgil Ghiță sowie Boris Tomiak, der mit einer Kapselverletzung im Ellenbogen erstmals seit August einen Startelfeinsatz verpassen wird. Wie langwierig diese Blessur ist, lässt sich derzeit noch nicht seriös abschätzen.
Dass Trainer Christian Titz einfach die verbliebenen Innenverteidiger Ime Okon und Maik Nawrocki zusammenzieht und mit zwei klassischen Außenverteidigern in einer Viererkette flankiert, scheint eher unwahrscheinlich. Wobei: Wer weiß schon, was unser Coach in dieser heißen Saisonphase ausheckt?
Auch Gegner Arminia Bielefeld agierte zuletzt erfolgreich im 4-1-4-1-System, gewann die Kellerduelle gegen Eintracht Braunschweig und 1. FC Magdeburg, musste sich jedoch nach einer Umstellung auf 4-3-3 der SpVgg Greuther Fürth geschlagen geben. Gut möglich also, dass 96 den Gegner – wie einst gegen SC Paderborn 07 – spiegelt und damit für eine taktische Überraschung sorgt.
Realistischer erscheint jedoch eine Drei- beziehungsweise Fünferkette, wie sie dem Titz-Ball entgegenkommt und gegen die angeschlagenen Arminen am effektivsten sein dürfte.
Die zentrale Herausforderung wird sein, die schnellen und umtriebigen Flügelspieler der Ostwestfalen in den Griff zu bekommen. Mit den beiden Ex-96ern Jannik Rochelt und Louis Momuluh kommt enorm viel Tempo und Dribbelstärke auf uns zu. Besonders Momuluhs Top-Speed von über 35 km/h hat sich mittlerweile in Ostwestfalen herumgesprochen.
Kolja Oudenne hat in dieser Saison seinen Durchbruch geschafft und ist flexibel auf beiden Schienen einsetzbar. Auf links könnte er mit seinen 34,6 km/h und seiner aggressiven Energie zu einem echten Problem für Momuluh werden. Allzu viele Offensivausflüge in Richtung Elias Saad sollte man sich allerdings verkneifen – Bielefeld ist bekannt für überfallartige Umschaltaktionen.
Eine Alternative wäre William Kokolo, der aus der eigenen Hälfte heraus gerne auf bis zu 36 km/h beschleunigt und auch im Rückwärtsgang Tempo aufnehmen kann. Oder setzt Titz am Ende doch auf Maurice Neubauer mit klarem Defensivauftrag, um auf der rechten Seite Platz für Sei Muroya im Mittelfeld zu schaffen?
Bastian Allgeier und Hendry Blank spielten bislang keine große Rolle in der Startelf, sind jedoch enorm wichtig für die Kaderbreite. Grobe Schnitzer? Fehlanzeige. Wenn sie gebraucht wurden, lieferten beide solide Leistungen ab.
Blank überzeugt mit gutem Stellungsspiel und Spielverständnis – bei über 33 km/h müsste er zudem kein Laufduell scheuen. Allgeier könnte man sich sowohl im direkten Duell mit Rochelt als auch als Absicherung gegen die Schnittstellenläufe von Marius Wörl vorstellen.
Bemerkenswert: Blank zählt mit 66,2 präzisen Pässen pro 90 Minuten und 9,4 Torverhinderungen pro 90 Minuten nicht nur zu den stärksten Spielern im 96-Kader, sondern ligaweit. Es wäre durchaus reizvoll, das einmal über eine komplette Spielzeit beobachten zu dürfen.
Auch Franz Roggow, Thórdarson und Noel Aseko haben bereits Erfahrungen in der Viererkette gesammelt, sind jedoch eigentlich im zentralen Mittelfeld zuhause. Ob das für die Rolle des Abwehrchefs im Zentrum reicht, weiß wohl nur der Fußballgott.
Im Grunde wäre ein fitter Nawrocki in der Mitte gesetzt – allein schon wegen seiner Erfahrung und seiner Qualität im Spielaufbau. Aseko wiederum wäre in seiner aktuellen Form fast verschenkt in der Innenverteidigung. Dort wartet mit Roberts Uldriķis ein wuchtiger Mittelstürmer, knapp zwei Meter groß und kompromisslos im Strafraum. Am ehesten bringt Thórdarson die Spielintelligenz und Körperlichkeit mit, um diesem Hünen Paroli zu bieten. Roggow könnte dafür als Backup auf der Sechs oder Acht einspringen.
Fakt ist: Christian Titz muss am Samstag seinen Ersatzspielern vertrauen – und womöglich experimentieren. Gerade die stabile Defensive war zuletzt der Garant für wichtige Punkte. An Kompaktheit darf hier nichts verloren gehen. Es wird ein Balanceakt: auf dünnem Eis agieren, personell improvisieren – und dennoch Zählbares mitnehmen. Genau solche Spiele entscheiden oft über den weiteren Saisonverlauf.









































