Adeyemi rückt nach vorn, Karl bleibt vorerst in München – Klopps erste Kaderkorrektur | OneFootball

Adeyemi rückt nach vorn, Karl bleibt vorerst in München – Klopps erste Kaderkorrektur | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·21. September 2026

Adeyemi rückt nach vorn, Karl bleibt vorerst in München – Klopps erste Kaderkorrektur

Artikelbild:Adeyemi rückt nach vorn, Karl bleibt vorerst in München – Klopps erste Kaderkorrektur

Herzogenaurach. Der erste Lehrgang unter Jürgen Klopp hatte noch nicht richtig begonnen, da gab es die erste Änderung. Karim Adeyemi gehört ab sofort zum 24-köpfigen Aufgebot für die ersten beiden Nations-League-Spiele – am Donnerstag um 20.45 Uhr in Amsterdam gegen die Niederlande und drei Tage später in Augsburg gegen Griechenland. Dafür rückt Lennart Karl in den zweiten Kader, der am 1. Oktober in München auf Serbien trifft und am 4. Oktober in Thessaloniki das Rückspiel gegen Griechenland bestreitet. Ursprünglich war es genau umgekehrt geplant.

Die offizielle und die inoffizielle Begründung

Der DFB nannte als Grund eine Belastungssteuerung. Die Einsatzzeiten vom Wochenende passen dazu nur auf den ersten Blick: Karl kam beim 7:0 des FC Bayern gegen Union Berlin am Freitag gar nicht zum Einsatz, Adeyemi wurde beim 3:1 des FC Barcelona erst in der Schlussphase eingewechselt. Belastet klingt anders.


OneFootball Videos


Sky liefert die Erklärung, die das Bild vervollständigt: Hinter dem Tausch stecken demnach leichte muskuläre Probleme bei Karl. Bayern und DFB hätten gemeinsam entschieden, dass der 18-Jährige zunächst individuell in München trainiert, bevor er zur Nationalmannschaft stößt – eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Vorsicht hat einen Grund: Karl hatte die Weltmeisterschaft im Sommer wegen einer Muskelverletzung verpasst, die er sich in der letzten Vorbereitungsphase zugezogen hatte. Zwei Monate später will niemand dasselbe Risiko eingehen.

Adeyemi: elf Monate nach dem letzten Länderspiel

Für Adeyemi ist die Beförderung in Kader eins mehr als eine Terminfrage. Sein bislang letztes von elf Länderspielen bestritt er im Oktober 2025; bei der WM war er nicht dabei. Unter Julian Nagelsmann gehörte er zuletzt nicht mehr zum Stamm, im Sommer wechselte er für 29 Millionen Euro von Dortmund nach Barcelona. Dort hat er getroffen, wo es auffällt: bei seinem Debüt in Elche, in der Champions League gegen Feyenoord, in der Nachspielzeit in Levante.

Jetzt bekommt er die Chance, dies gleich zum Auftakt unter Klopp zu bestätigen – in dem Spiel, auf das sich alle Aufmerksamkeit richtet. Amsterdam ist Klopps Debüt, Marc-André ter Stegens Rückkehr ins eigene Ajax-Stadion und das erste Pflichtspiel nach dem WM-Aus. Wer dort überzeugt, hat einen Vorsprung, den die Spieler aus Kader zwei erst aufholen müssen.

Das Modell funktioniert – schon am ersten Tag

Der Tausch zeigt, wofür Klopps ungewöhnliches Modell gedacht ist. 44 Spieler, zwei Kader à zwei Spiele: Das ist nicht nur Sichtung, sondern auch ein Puffer. Fällt jemand aus oder ist angeschlagen, rückt ein anderer vor, ohne dass eine Nachnominierung nötig wird. Karl verliert keinen Platz im Lehrgang, sondern bekommt eine Woche mehr Zeit. Adeyemi verliert nichts, sondern gewinnt das größere Spiel.

Die ersten Spieler waren bereits am Sonntagabend im Quartier in Herzogenaurach eingetroffen – eine Bayern-Gruppe um Kapitän Joshua Kimmich, dazu Kevin Schade vom FC Brentford und Augsburgs Torwart Finn Dahmen. Am Montagmittag war der erste Kader komplett. Klopp hat bis Amsterdam zwei Trainingseinheiten. Die erste Personalentscheidung hat er schon vorher getroffen.

Impressum des Publishers ansehen