FC Bayern München
·2. April 2026
Aleksandar Pavlović im Interview - Volle Kontrolle

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·2. April 2026

Aleksandar Pavlović ist aus dem Mittelfeld des FC Bayern nicht mehr wegzudenken. Neben Joshua Kimmich hat sich der Münchner im Zentrum festgespielt. Das Mitgliedermagazin „51“ hat mit ihm über seine Rolle auf dem Platz, seine Vorbilder und wachsende Verantwortung gesprochen.
Aleks, wie würdest du dich selbst in wenigen Worten als Spielertyp beschreiben? „Ich bin jemand, der versucht, das Spiel mit Ruhe und Übersicht auf seine Seite zu ziehen und das Geschehen zu lenken. Wenn ich merke, dass wir alles unter Kontrolle haben, möchte ich gestalten und den Leuten schönen Fußball zeigen.“
Was bedeutet Spielkontrolle für dich? „Es ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Das Spiel zu kontrollieren, heißt: Ballbesitz zu haben und dominant zu sein. Darüber hinaus bedeutet es, den Rhythmus zu bestimmen: wenn es ruhiger werden muss, das Tempo rauszunehmen; wenn es schnell gehen soll, den Ball direkt nach vorne zu spielen. Es geht darum, die richtige Balance zu finden.“
Wie merkst du im Spiel, dass du die Kontrolle hast? „Ich will mein Spiel durchziehen, egal wer der Gegner ist. Ich möchte immer den Ball haben und meine Mitspieler gut einsetzen, am liebsten mit einem Pass nach vorne. Manchmal geht das nicht, weil der Gegner die Räume gut zustellt, dann muss man eine andere Lösung finden.“
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Wie wichtig sind die ersten Aktionen im Spiel für dein Selbstvertrauen? „Ein guter Start gibt immer Selbstvertrauen. Aber selbst wenn die erste Aktion mal nicht gelingt, bringt mich das nicht aus dem Konzept. Ich spiele unbeirrt weiter und fordere den Ball genauso wie zuvor. Egal wer vor mir steht, wie eng es auf dem Rasen zugeht oder wie groß der Druck ist: Ich habe keine Angst. Diese Fähigkeit hatte ich schon als Kind, und sie wird mit jedem Jahr stärker. Ich glaube, das hilft mir im Spiel enorm. Das ist eine gute Gabe.“
Vincent Kompany sagt, dein Profil sei geprägt von Aktivität und ständiger Anspielbarkeit. Ist das dein größter Wert für die Mannschaft? „Ich versuche, immer für meine Mitspieler da zu sein, den Ball zu fordern und ihn sauber zu verarbeiten. Dafür scanne ich ständig meine ganze Umgebung. Auch was hinter mir passiert, muss ich wissen, das ist ein Grundprinzip für Mittelfeldspieler. Ich merke inzwischen, dass mich Mitspieler in engen Phasen bewusst suchen. Auch weil sie wissen, dass ich immer da bin und meist ganz gute Lösungen parat habe. Diese Rolle in der Mannschaft macht mir sehr viel Spaß.“
Kompany hat auch deine defensive Entwicklung angesprochen. Findest du selbst auch, dass du in diesem Bereich einen Schritt nach vorne gemacht hast? „Auf jeden Fall. Ich finde, in der Defensivarbeit habe ich mich deutlich weiterentwickelt. Wenn man einen ehemaligen Weltklasse-Innenverteidiger als Trainer hat, muss man sich ja fast verbessern, oder? Er gibt mir jedenfalls viele gute Tipps, die mir schon sehr geholfen haben.“
Gibt es einen Sechser, dessen Spielweise dir besonders imponiert? „In den vergangenen Jahren hat Rodri bei Manchester City die Sechser-Position geprägt, ist sogar Weltfußballer geworden. Rodri ist ein Weltklasse-Sechser, auch wenn er zuletzt leider etwas Verletzungspech hatte. Ein echtes Vorbild als Kind war für mich auch Sergio Busquets. Bei Barcelona war er auf der Position jahrelang unverzichtbar. Busquets war sowohl im Spiel mit als auch ohne Ball sehr stark, war immer anspielbar und hatte seine Umgebung stets im Blick. Dazu war er defensiv sehr stabil und spulte auf dem Platz viele Meter ab. Ein echtes Aushängeschild.“
Schaust du dir Partien von Spielern auf deiner Position gezielt an? „Früher habe ich das gelegentlich gemacht. Heute konzentriere ich mich mehr auf mein eigenes Spiel und darauf, was ich verbessern kann. Ich glaube, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich merke, wie ich mich von Spiel zu Spiel steigere, und will genau so weitermachen. Es geht immer noch besser.“
In Spielen in der K.-o.-Phase der Champions League, also auf allerhöchstem Niveau – welche Details machen dort auf deiner Position den Unterschied? „Gegen Top-Clubs geht alles schneller, das Tempo ist höher. Man muss also noch wacher sein. Dazu kommt der mentale Druck. Aber wie gesagt, damit hatte ich noch nie Probleme. Ich freue mich eher darauf, auf der großen Bühne zeigen zu dürfen, was ich draufhabe.“
Wann würdest du sagen: Jetzt gehöre ich zu den Spielern, die Partien auf diesem Niveau entscheiden können? Oder gehörst du vielleicht sogar schon dazu? „Man weiß nie, vielleicht schieße ich ja irgendwann mal in einem Champions League-Finale ein Tor, so was steigert die Chancen, dass einen die Fans eines Tages dazuzählen (lacht). Aber Spaß beiseite: Natürlich entscheiden Einzelaktionen oft Spiele – und in unserem Kader kann jeder den Unterschied machen. Ich versuche einfach, meinen Teil beizutragen, um irgendwann das Champions League-Finale zu erreichen. Und dann schauen wir mal (grinst).“
Du hast kürzlich in einem Interview gesagt, Verantwortung sei für dich ein „Privileg“. Was meinst du damit? „Wenn jüngere Spieler in die erste Mannschaft hochkommen, beispielsweise Lennart Karl, dann versuche ich, für sie da zu sein, ihnen zu helfen und sie mitzunehmen. Ähnlich wie ich es in meiner Anfangszeit bei den Profis selbst erlebt habe. Mich hat damals Leon Goretzka sehr gut aufgenommen. Josip Stanišić kannte ich auch schon aus der Jugend, auch er hat mir geholfen, mich schnell ins Team zu integrieren.“
Wie gelingt es, sich als junger Spieler in einer Mannschaft voller Weltklassespieler zu behaupten? „Man muss einfach immer alles geben und hart arbeiten, auch wenn es mal schwierig ist – das ist die Basis. Außerdem sollte man nicht mit der Angst ins Spiel gehen, etwas Falsches machen zu können. Mein Motto: Selbstbewusst auftreten, sich darauf freuen, sich zeigen zu dürfen – und Fehler gehören dazu. Aus ihnen kann man dann lernen.“
Du hast zuletzt in einem Interview gesagt, dass du früher ein „Spargel“ warst. Was hat sich seitdem verändert? „Körperlich auf jeden Fall viel. Dafür habe ich hart gearbeitet. Gleichzeitig hat sich auch mein Selbstbewusstsein verändert. Früher war ich ein schüchterner Junge, klein und schmächtig. Heute traue ich mir deutlich mehr zu. Gerade fühle ich mich so gut wie noch nie.“
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Wenn man im Zentrum agiert, hat man naturgemäß besonders viel Verantwortung für das Spiel. Welche Rolle spielt dabei die Kommunikation? „Besonders die ständige Abstimmung mit dem Sechser-Partner ist sehr wichtig. Um sich gut zu ergänzen, gilt es, klare Absprachen zu treffen: wer in bestimmten Situationen rausschiebt, wer sich in die Kette fallen lässt und ähnliche Abläufe. Das geschieht nicht nur verbal, sondern auch über Gesten. Grundsätzlich besteht die Doppelsechs aus einem offensiveren und einem defensiveren Teil. Aber die Rollen können im Spiel wechseln. Damit keine Lücken entstehen, vor allem in der Defensive, muss man daher ständig kommunizieren.“
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat mit Blick auf die WM erwähnt, dass er sich eine Doppelsechs, bestehend aus dir und Leon Goretzka, gut vorstellen könne. Wie ging es dir, als du das gehört hast? „Natürlich freut es mich, wenn der Bundestrainer positiv über mich spricht. Die Weltmeisterschaft ist ein klares Ziel von mir, aber im Moment blicke ich noch aus der Ferne darauf. Jetzt habe ich erst mal mit dem FC Bayern noch große Ziele. Darauf liegt mein Fokus, dafür arbeite ich weiter hart. Und im Sommer kommt dann die WM.“
Du hast die letzte Heim-Europameisterschaft 2024 aufgrund einer Mandelentzündung verpasst. Wie bist du damit umgegangen? „Es hilft ja nix. Solche Dinge passieren, deswegen muss man sie schnell abhaken und weitermachen, auch wenn es natürlich nicht einfach ist. Meine Familie und Freunde haben mir sehr geholfen, mich abzulenken, nicht zu viel darüber nachzudenken und Abstand zu gewinnen. Überhaupt ist es immer wertvoll, Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem nahestehen. Einfach mal einen Kaffee zu trinken und zu reden – das schafft den nötigen Ausgleich zum Profialltag.“
Wenn du auf deine Entwicklung in den letzten zwei Jahren schaust – was macht dich dabei am meisten stolz? „Dass ich es geschafft habe, mich hier durchzusetzen und für diesen Verein spielen zu dürfen. Rot und Weiß sind seit meiner Kindheit meine Farben. Ich bin mit Herzblut in jedem Training und jedem Spiel dabei, gebe alles auf dem Platz. Es gibt für mich wirklich nichts Schöneres, als dieses Trikot zu tragen – am liebsten so lange wie möglich.“
Das Interview ist in der April-Ausgabe des Mitgliedermagazins 51 erschienen:









































