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·23. Januar 2026
Alisha Lehmann zurück nach England: Das ist kein Karriereschritt, das ist Schadensbegrenzung

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·23. Januar 2026

Nach nur sechs Monaten und drei Startelfeinsätzen bei Como unterschreibt die Schweizerin bei Leicester City. Der Wechsel zum Abstiegskandidaten wirft Fragen auf.
Alisha Lehmann ist zurück in England. Nach nicht einmal sechs Monaten beim FC Como unterschreibt die Schweizerin einen Zweieinhalbjahresvertrag bei Leicester City. Es ist bereits ihre vierte Station in der Women's Super League nach West Ham, Everton und Aston Villa. Die Frage drängt sich auf: Ist das noch Karriereplanung oder schon Flucht nach vorn?
Die Zahlen aus Como sprechen eine deutliche Sprache. Dreimal stand Lehmann in der Liga in der Startelf. Dreimal in einem halben Jahr. Für eine Spielerin, die im Sommer mit hohen Erwartungen von Juventus Turin kam und einen Vertrag bis 2028 unterschrieb, ist das ein vernichtendes Zeugnis. Der sportliche Misserfolg lässt sich nicht wegdiskutieren, auch nicht mit 16 Millionen Instagram-Followern.
Nun also Leicester City. Ein Verein, der nach etwas mehr als der Hälfte der Saison auf dem drittletzten Platz der Women's Super League steht. Tabellenzehnter von zwölf Teams. Lehmann spricht von einer Heimkehr, von einem fantastischen Klub, der den Frauenfußball voranbringen wolle. Das klingt nach den üblichen Phrasen, die bei Vereinswechseln eben fallen. Die Realität sieht anders aus: Eine Spielerin, die bei einem ambitionierten italienischen Projekt nicht überzeugen konnte, wechselt zu einem englischen Abstiegskandidaten.
Das ist kein Karriereschritt nach oben. Das ist Schadensbegrenzung.
Lehmann ist 27 Jahre alt, im besten Fußballeralter. Doch ihre Karriere folgt einem Muster, das nachdenklich stimmt. Der sportliche Ertrag steht in keinem Verhältnis zur medialen Präsenz. Sie ist eine der bekanntesten Fußballerinnen der Welt, aber eben nicht eine der besten. Dieser Widerspruch holt sie immer wieder ein.
Bei Leicester wird sie nun beweisen müssen, dass sie mehr ist als ein Marketingprodukt. Die Foxes brauchen Punkte, keine Klicks. Sie brauchen Spielerinnen, die den Klassenerhalt sichern, nicht solche, die das Trainingsgelände und das Stadion fantastisch finden.
Für Lehmann ist es eine Chance, vielleicht die letzte auf diesem Niveau. England kennt sie, die Liga kennt sie. Wenn sie hier nicht funktioniert, wo dann? Die kommenden zweieinhalb Jahre werden zeigen, ob die Schweizerin tatsächlich eine Fußballerin ist, die auf höchstem Niveau bestehen kann. Oder ob sie eine Influencerin bleibt, die nebenbei auch noch Fußball spielt.
Die Antwort darauf gibt nicht Instagram. Die gibt der Fußballplatz.








































