Alles auf Rot: Diese Reise ist noch nicht zu Ende! | OneFootball

Alles auf Rot: Diese Reise ist noch nicht zu Ende! | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 96Freunde.de

96Freunde.de

·8. Mai 2026

Alles auf Rot: Diese Reise ist noch nicht zu Ende!

Artikelbild:Alles auf Rot: Diese Reise ist noch nicht zu Ende!

Es war die 85. Minute, und Hannover hatte sich mit einer Willensleistung endlich die erhofften drei Punkte auf dem Silbertablett zurechtgelegt. Stefan Thordarson avancierte gerade zum neuen Publikumsliebling und alles war angerichtet für den Sprung auf Tabellenplatz zwei.

Doch dann machte 96 wieder typische 96-Sachen. Defizite, von denen wir gehofft hatten, sie mittlerweile abgeschüttelt zu haben: fehlende Nervenstärke und mangelnde defensive Stabilität. Es war schon schlimm genug, dass uns Münster vor ausverkaufter, völlig siegesgieriger Heimkulisse mit 0:2 in Rückstand brachte. Mehr als einmal trieben die Adler uns wie ängstliche Karnickel vor sich her.

Nur so viel dazu: Der Trainer hätte niemals sein funktionierendes Abwehrkonzept aus den vergangenen Spielen umstellen dürfen, nur um Boris Tomiak einen Startplatz zu verschaffen. „Bobo“ war zwischenzeitlich gut acht Wochen raus – zwei Monate, in denen viel passiert ist und 96 sich Stück für Stück in die Top 3 gearbeitet hatte. Zu Buche standen lediglich drei Gegentore in fünf teilweise hochbrisanten Spitzenspielen. Man hätte meinen können, dass es mit der „schwimmenden Sechs“ im Zentrum der Abwehr ganz gut für uns lief.


OneFootball Videos


Restrukturierung der Defensive: Taktischer Fehler vom 96-Coach?

Warum Christian Titz also völlig unbedrängt wieder auf Tomiak in der Startelf setzte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Hinterher ist man immer schlauer – auch, was die Mentalität und die Qualitäten von Stefan Thordarson zwischen den Boxen angeht.

Denn mit „Bobo“ im angestammten Chefsessel der Abwehr rückte auch Enzo Leopold wieder auf die Sechs. Leider hatte man schnell das Gefühl, dass unser Capitano nicht seinen griffigsten Tag erwischt hatte. Der Spielaufbau wirkte behäbig und man suchte nach Lösungen, die eher an das berühmte Handball-Hin-und-her erinnerten. Spätestens da weiß der geschulte 96-Fan, dass der Gegner wohl aus dem Tabellenkeller kommt und sich hinten reinstellt.

Hannovers neue „Booster“

Unsere Lösungen entstehen in solchen Spielen meist nur durch individuelle Booster, die plötzlich explodieren und den Gegner überraschen können. Mustapha Bundu war am Sonntag so einer. Und später dann auch Stefan Teitur Thordarson. Der eine wurde leider zu früh ausgewechselt, der andere zu spät eingewechselt.

Hannover hatte an diesem wichtigen Nachmittag eine deutliche Schräglage in der Raumaufteilung und bekam nicht die nötigen PS auf den Rasen. Fragwürdig blieb zudem, warum ein Stabilisator wie Maurice Neubauer komplett auf der Bank blieb. Oder weshalb William Kokolo und Hayate Matsuda seitenverkehrt eingewechselt wurden.

Und im Sturmzentrum verhungerte wieder einmal Benjamin Källman.

Denn diese Erkenntnis zieht sich mittlerweile wie ein roter Faden durch die Saison: Schwierige Gegner knacken wir vor allem mit Energie, Tempo, individueller Klasse und explosionsartigen Einzelaktionen. 70 Prozent Ballbesitz sind eben noch lange kein Garant für einen Heimsieg – wie wir erneut schmerzhaft feststellen mussten. Der Sonntagsschuss in der 92. Minute traf Hannover dann brutal mitten ins rote Herz.

Sprachlos nach dem Schlusspfiff

Angesichts des Paderborner Untergangs in Elversberg – und der damit vertanen Chance – war ich nach Abpfiff erst einmal sprach- und ideenlos. So leer hatte ich mich in dieser Saison noch nie gefühlt. Wäre ein solches Spiel zu einem früheren Zeitpunkt passiert, hätte es mich wahrscheinlich gebrochen.

Aber: Wir befinden uns auf der Zielgeraden und sollten uns jetzt nicht mehr in endlosen Analysen verlieren. Alles, was uns und das Team antreibt, muss jetzt aus dem Herzen kommen. Mit 1896 Prozent!

Wir werden uns kurz schütteln und dann mit breiter Brust und im roten Motto-Shirt die A2 in Richtung Ruhrpott runterdonnern, um dort wieder volle Möhre drei Punkte einzufahren. Wir lassen uns nicht brechen. Nicht in einer Saison, die die vergangenen sechs Jahre in Sachen Leidenschaft deutlich überstrahlt.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass unsere Jungs das einfach auf sich sitzen lassen. Wir haben in dieser Spielzeit schon so oft Comeback-Mentalität bewiesen und werden an der Ruhr noch einmal alles raushauen – hoffentlich mit Stefan Thordarson und Mustapha Bundu von Anfang an und über die vollen 90 Minuten.

Das Gesetz der Serie würde übrigens ohnehin einen Sieg verlangen, da wir die letzten sechs Partien stets im Wechsel mit Unentschieden und Sieg beendet haben.

Also: Attacke – und „Alles auf Rot“!

Artikelbild:Alles auf Rot: Diese Reise ist noch nicht zu Ende!
Impressum des Publishers ansehen