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·20. Juni 2026
Almirón bricht Schweigen: Erster WM-Platzverweis wegen der neuen „Mund-zuhalten“-Regel

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Miguel Almirón hat sich nach seinem Platzverweis bei der WM erstmals geäußert. Der Paraguay-Angreifer war beim 1:0-Sieg gegen die Türkei als erster Spieler des Turniers für das Verdecken des Mundes mit Rot vom Platz gestellt worden. Durch die Rote Karte verpasst Almirón auch das abschließende Gruppenspiel gegen Australien am 26. Juni (4:00 Uhr MESZ), in dem Paraguay im San Francisco Bay Area Stadium um den Einzug in die K.-o.-Runde kämpft. ARD und MagentaTV übertragen live.

Santa Clara, Kalifornien, USA, 19. Juni 2026: Paraguays Miguel Almirón (10) reagiert nach einer Roten Karte im WM-Gruppenspiel der Gruppe D gegen die Türkei. Der Offensivspieler wurde des Feldes verwiesen, nachdem er sich während eines Gesprächs mit einem anderen Spieler den Mund zugehalten hatte. (Foto: Richard Heathcote/Getty Images)
Der Fall hat mit einer im April eingeführten Regel zu tun, die vor dem Turnier beschlossen wurde, um Rassismus besser zu bekämpfen.
Auslöser war der Champions-League-Fall um Real-Madrid-Star Vinicius Junior, der Benfica-Profi Gianluca Prestianni vorgeworfen hatte, ihn rassistisch beleidigt zu haben, nachdem Prestianni beim Gespräch mit dem Brasilianer den Mund bedeckt hatte.
Almirón, früherer Profi von Newcastle United, schrieb am Samstag in den sozialen Medien auf Spanisch:
‚Ich möchte mich bei meinen Teamkollegen für den Einsatz heute bedanken, sie haben in jedem Ball alles gegeben, danke, danke, danke, stolz, Teil dieser Auswahl zu sein.‘
Zu seinem Beitrag stellte er ein Bild, auf dem seine Mitspieler den hart erkämpften Erfolg feiern.

Schiedsrichter Ivan Barton zeigt die Rote Karte für Paraguays Miguel Almirón während des WM-2026-Gruppenspiels zwischen der Türkei und Paraguay am 19. Juni 2026 im San Francisco Bay Area Stadium in Santa Clara. (Stu Forster / Getty Images)
Der 32-Jährige hatte am Freitagabend im Duell mit der Türkei die erste rote Karte wegen dieses Vergehens erhalten. Dabei ist nicht der geringste Hinweis darauf gegeben, dass er seinem Gegenspieler etwas Rassistisches zugerufen hätte.
Die Szene entstand, nachdem sich Spieler beider Teams nach einem verletzungsbedingten Bodengang von Almiróns Teamkollegen Isidro Pitta aneinander gerieten. Als Almirón kurz darauf beim Vorbeigehen an Mert Muldur die Hand vor das Gesicht nahm, machte der Türke sofort den Schiedsrichter aufmerksam.
Referee Ivan Barton schaute anschließend am Monitor nach und zeigte nach Auswertung der Wiederholung die glatte Rote Karte.

Washington, D.C., USA, 4. Dezember 2025: Pierluigi Collina, Vorsitzender des FIFA-Schiedsrichterkomitees, spricht im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington. (Foto: Dan Mullan/Getty Images)
Fußballer auf der ganzen Welt verdecken beim Sprechen häufig den Mund, auch ohne Streit mit dem Gegner. Meist soll so verhindert werden, dass Lippenleser die Worte erkennen.
Die neue Regel zielt nicht darauf ab, diese Gewohnheit grundsätzlich zu unterbinden. Freundliches Gespräch mit bedecktem Mund bleibt erlaubt, im Fall einer Konfrontation aber nicht mehr.
FIFA-Schiri-Chef Pierluigi Collina erklärte im Juni: ‚Wenn es ein freundliches Gespräch ist, können sie das ohne Probleme weiter tun.‘ Außerdem sagte er: ‚Wir respektieren, dass es Spieler gibt, die Freunde sind, und es ist normal, vor, während oder nach dem Spiel zu plaudern. Wenn es konfrontativ wird, ist das eine völlig andere Geschichte. Den Mund zu verdecken bedeutet, dass man etwas potenziell sehr Falsches tut.‘
‚Das ist etwas, das man absichtlich tut. Es ist nichts, was ein Spieler instinktiv tut.‘
Vor Turnierbeginn waren alle Teams über die Regeländerung informiert worden. Die Warnung war eindeutig: Ein solches Verhalten führt sofort zu Rot.
Almirón wirkte zunächst fassungslos über die Entscheidung, begriff aber offenbar rasch, was passiert war, als seine Mitspieler ihn trösteten. Für Paraguay könnte der Platzverweis schwer wiegen, denn das Team kämpft um den Einzug in die Runde der letzten 32, und die glatte Rote Karte bedeutet eine Sperre für das letzte Gruppenspiel gegen Australien am nächsten Donnerstag.
Sportlich setzte Paraguay in San Francisco Bay zunächst das erste Ausrufezeichen. Matias Galarza traf bereits nach zwei Minuten mit einem sehenswerten Flachschuss zur Führung gegen die Türkei.
Am Ende verteidigte Paraguay den Vorsprung trotz des Platzverweises in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit und gewann 1:0. Damit lebt die Chance auf die K.o.-Runde weiter.
Die Ausgangslage bleibt dennoch angespannt. Paraguay war zum Auftakt vergangene Freitag in Los Angeles mit 1:4 gegen die USA unter die Räder gekommen, während die Türkei nach dem 0:2 gegen Australien und der Niederlage am Freitagabend bereits ausgeschieden ist.







































