Vertikalpass
·1. März 2026
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Ja, ich weiß, viele können das “Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen” Gelaber nicht mehr hören. Aber manchmal kann man gar nicht anders, als in den Rückspiegel zu schauen:
Denn vor ziemlich genau drei Jahren spielte der VfB Stuttgart ebenfalls gegen den VfL Wolfsburg – und das Team von Bruno Labbadia verlor 0:1. Wer sich das Elend inklusive Tor von Omar Marmoush, einem nicht gegebenen Handelfmeter für den VfB in der 86. Minute und den Absturz auf Platz 18 noch mal antun möchte, bitte sehr.
Drei Jahre später sind die Rollen getauscht: Der VfB mit besten Chancen, sich in den Top 4 festzusetzen und Druck auf Hoffenheim zu machen, die Wolfsburger im tiefsten Abstiegskampf, den man diesmal nichtmal durch teure Paniktransfers in der Winterpause entkommen konnte.
Zwei der vielleicht wichtigsten Gründe für diese Trendwende beim VfB Stuttgart konnten wir vor bzw. während des Spiels feiern: Es war das 100. Bundesligaspiel für Sebastian Hoeneß als VfB-Coach. Beim ersten, das nur drei Wochen nach der eingangs erwähnten Niederlage gegen Wolfsburg stattfand, feierte der VfB unter Hoeneß einen 3:2 Sieg in Bochum. In der Startelf damals wie heute übrigens Chris Führich und Atakan Karazor. Im Sturm stand damals ein Spieler, über den heute trotz seiner 28 Saisontore in der Saison 2023/2024 kaum noch jemand in Stuttgart spricht. Der Grund dafür erzielte heute seinen 14. Saisontreffer und seinen 50. Treffer im Trikot mit dem Brustring: Deniz Undav!

Das Spiel gegen den VfL Wolfsburg war das Heimspiel, das wir uns nach der Niederlage gegen Sankt Pauli, dem Unentschieden in Heidenheim und der Heimniederlage gegen Celtic Glasgow alle erhofft hatten. Ein Spiel, in dem der VfB seine Potenziale endlich mal wieder komplett ausschöpft. Ein Spiel, in dem Sebastian Hoeneß seinen Widersacher überrascht und sein Team die Effizienz zeigt, die wir im Rückspiel gegen Celtic Glasgow vermisst haben.
Und viel besser kann ein Plan gar nicht aufgehen als der von Sebastian Hoeneß gegen Wolfsburg. Zum ersten Mal seit dem 14. Spieltag (damals ein 4:0 gegen Bremen) schickte er sein Team mit einer Dreierkette auf das Feld und ließ das Spiel breit machen. Damit kam das Team von Daniel Bauer überhaupt nicht klar und vor allem Chris Führich konnte immer wieder gefährliche Situationen kreieren.
Schaut man sich die Statistiken des Spiels an, sieht man große Ähnlichkeiten zum Spiel gegen Glasgow, denn wieder hatte der VfB über zwei Drittel Ballbesitz und wieder über 24 Torschüsse. Der große Unterschied zum 0:1 am Donnerstag: Aus drei zu erwartenden Toren machten Undav, Leweling und Nartey vier Treffer. Und Wolfsburg ließ im Gegensatz zu den Schotten die einzig nennenwerte Torchance kurz vor der Halbzeitpause liegen.

Und so holt der VfB Stuttgart an einem frühlingshaften Sonntagnachmittag im 12. Heimspiel der Saison seinen neunten Sieg. Und diesen so ungefährdet, dass das Team die zweite Halbzeit im Energiesparmodus absolvieren konte. Das 4:0 sorgt dafür, dass wir hoffen können. Hoffen, dass das Team von Sebastian Hoeneß wieder in die Champions League einzieht. Und hoffen, dass der VfL Wolfsburg endlich aus der Bundesliga verschwindet.
Das nächste Spiel findet tatsächlich erst am kommenden Samstag statt. Dann gibt’s ein Wiedersehen mit Silas und Mainz und hoffentlich den nächsten Auswärtssieg!
Aber noch mal kurz zum Beginn des Textes: Vor drei Jahren setzte es nach dem Spiel Pfiffe aus der Cannstatter Kurve für das eigene Team. Diesmal waren es die handgezählten 650 Wolfsburg-Fans, die in der zweiten Halbzeit das Gleiche machten, wie ihr Team: Sie stellten die Arbeit ein.
Und die VfB-Fans? Die packten schon in der ersten Halbzeit den Monty Python Klassiker aus, den man zuletzt im Celtic Park gesungen hatte, und der die letzten 36 Monate der VfB-Fans nicht besser beschreiben könnte.
When you′re chewing on life’s gristle Don′t grumble, give a whistle And this’ll help things turn out for the best
(Photos by Sebastian Widmann/Getty Images)
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