Vertikalpass
·29. August 2026
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Bei den VfB-Frauen ist seit der Gründung der Abteilung logischerweise fast alles historisch. Aber das erste Spiel und vor allem das erste Heimspiel in der Bundesliga ragen dennoch heraus.
Nach dem etwas überraschenden, aber absolut verdienten Sieg gegen die Hoffenheimerinnen (die übrigens auch ihr zweites Saisonspiel verloren haben) ging es bei bestem Sommerwetter auf der Waldau im ersten Bundesliga-Heimspiel ever gegen den Hamburger Sportverein. VfB gegen den HSV: Das klingt einfach gut. Und nachdem der VfB am ersten Spieltag als vermeintlicher Underdog vielleicht noch das Überraschungmoment auf seiner Seite hatte, war das Team von Nico Schneck gegen einen Gegner gefordert, der vermutlich auf Augenhöhe unterwegs ist.
Komplett andere Ausgangslage, aber etwas überraschend eine komplett identische Startelf im Vergleich zum Spiel gegen Hoffenheim.

Vielleicht lag es daran, dass der VfB wie schon beim Saisonauftakt in Rückstand geriet. Und das kam so: Von Anpfiff weg agierte der HSV gefährlich und erziele bereits in der zweiten Minute das 0:1 – und das war durchaus sehenswert herausgespielt: Camilla Linberg bediente per Hacke Paulina Bartz, die mit einem perfekt platzierten Distanzschuss Laura Guliani keine Chance ließ.
Wenig später wäre der Fehlstart fast perfekt gewesen: Wieder konnten sich die Hamburgerinnen bis in den Strafraum kombinieren, bevor Adriana Achcinska ihre Gegenspielerin Nikola Karczewska etwas plump foulte. Doch zum Glück setzte Linberg den folgerichtigen Elfer an die Latte und hielt den VfB damit im Spiel.
Das sollte sich aus Sicht des HSV rächen. Denn in der 12. Minute kombinierte sich der VfB wunderbar auf dem rechten Flügel durch und Achcinska rehabilitierte sich mit einem perfekten Zuspiel in die Mitte, wo Reena Wichmann ohne Probleme den Ausgleich erzielte.
In der Folgezeit blieb die Partie ausgeglichen, ohne große Torchancen anzubieten. Die einzige Ausnahme in der ersten Halbzeit war die gute Gelegenheit von Maxi Rall in der 38. Minute, die allerdings von der Hamburger Torhüterin Szemik stark vereitelt wurde.
Auch in der zweiten Hälfte passierte nicht sonderlich viel, bevor die VfB-Frauen in den letzten 20 Minuten nochmal aufdrehten. Die logische Konsequenz: Das 2:1 von Nicole Billa! Und mal wieder war es ein Standard: Eine gute Ecke von Chantal Hagel fand die freistehende Maxi Rall, die per Kopf ins Zentrum ablegte. Dort stand keine Geringere als Nicole Billa, die in ihrem 200.(!) Bundesligaspiel zum Stuttgarter Siegtreffer einnickte.
Aber auch Maxi Rall sei erneut erwähnt: Am ersten Spieltag noch Matchwinner, lieferte sie am zweiten Spieltag nicht nur die Vorlage für den Siegtreffer, sondern hatte auch die meisten Ballkontakte und führte die meisten Zweikämpfe auf Stuttgarter Seite – und gewann 71 % davon.
Kommen wir zum Fazit: Es war wirklich kein einfaches Spiel für die VfB-Frauen, die gerade in der Anfangsphase ihre Probleme mit den aggressiven Hamburgerinnen hatten. Wäre der Elfmeter drin gewesen, hätte das Spiel auch einen ganz anderen Verlauf nehmen können.
Aber hätte, hätte, Fahrradkette: Zweites Spiel, zweiter Sieg: Der VfB und seine Spielerinnen sind in der Bundesliga angekommen. Das gilt auch für 3.370 Zuschauerinnen und Zuschauer, die das Team über 90 Minuten und mehr sicht- und vor allem hörbar unterstützt haben. So darf es gerne weitergehen.
Apropos weitergehen: Für unser Frauen-Team geht es am kommenden Sonntag in Nürnberg weiter. Die gingen am ersten Spieltag gegen Wolfsburg zwar mit 2:0 in Führung, kamen dann beim 2:8 aber böse unter die Räder. Wer diesen Text rechtzeitig liest und ein Magenta TV Abo hat, kann am Sonntag ab 14:00 gucken, wie sich Nürnberg in Frankfurt schlägt.
Achja, Stichwort “historisch”: Herzlichen Glückwunsch an Muriel Dürr zum ersten Einsatz in der Bundesliga!
Zum Weiterlesen: Spielbericht mit O-Tönen der Akteure auf vfb.de
Artikelbild: Mit freundlicher Genehmigung vom VfB Stuttgart. Vielen Dank!







































