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Moritz Oppermann·1. August 2026

Arbeitslos statt neuer Topklub: Hat sich dieser Buli-Verteidiger verzockt?

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Im Sommer 2025 stand er vor dem Abschied – nichts passierte. Im Januar 2026 stand er erneut vor dem Abschied – nichts passierte. Anfang August 2026 hat sich Diogo Leite von Union Berlin verabschiedet, ist nach aktuellem Stand aber vereinslos und ohne Aussicht auf einen Karrieresprung.

Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Warum will kein Verein Diogo Leite verpflichten? Ist er nicht gut genug, oder hat er sich schlichtweg verzockt?


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Dass den 27-Jährigen aktuell niemand holen will, ist so natürlich auch nicht ganz wahr. Denn mit Schalke 04 buhlte zuletzt laut der 'Sport Bild' immerhin ein Bundesligist um die Dienste des 27-Jährigen. Leite jedoch habe ein konkretes Angebot des Aufsteigers vor wenigen Tagen ausgeschlagen.

Im Winter berichtete der 'Berliner Kurier', dass der Portugiese zu einem Verein wolle, der mindestens in der Europa League spiele. Damals blickten laut der 'Sport Bild' gleich mehrere italienische Topklubs wie Juventus Turin, die AC Mailand und Lazio auf den Innenverteidiger. Das Interesse kam nicht ohne Grund.

Seit seinem Wechsel von Porto zu Union Berlin im Sommer 2023 hat es Leite auf 113 Bundesliga-Spiele gebracht. International stand er bereits zehn Mal in der Champions League und insgesamt 15 Mal in der Europa League auf dem Platz. Auch in der vergangenen Saison gehörte er zum absoluten Stammpersonal der Köpenicker.

Der Linksfuß überzeugte dabei vor allem durch raumgewinnende Pässe aus der eigenen Hälfte heraus und seine zuverlässigen Befreiungsschläge in brenzligen Situationen. Mit 213 erfolgreichen Klärungen zählte Leite in der vergangenen Saison zur absoluten Ligaspitze.

Anders sah es jedoch bei seiner Passquote aus. Mit 83 Prozent erfolgreichen Pässen gehört er zum unteren Teil der Bundesliga-Verteidiger. Zum Vergleich: Spitzenreiter Jonathan Tah kam auf 96,1 Prozent. Vielleicht zögerten auch deshalb einige Klubs damit, Leite vor dem Sommer 2026 zu holen.

Ein konkretes Angebot haben die Unioner für ihren Ex-Verteidiger nämlich nie erhalten, wie Unions Geschäftsführer Horst Held gegenüber dem ‘Berliner Kurier‘ bestätigte:

„Fakt ist aber: Damit wir überhaupt über einen Transfer nachdenken, bedarf es eines schriftlichen Angebots. Und ich kann Ihnen sagen, dass wir kein einziges Angebot vorliegen hatten – weder im Sommer noch im Winter.“

Der Grund dafür liegt laut dem Transfer-Experten 'Gianluca Di Marzio' jedoch bei Leite selbst. Demnach wollte der 27-Jährige wohl keinem Verein eine mündliche Zusage geben und sich stattdessen bis zum Sommer 2026 Zeit nehmen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Hat er sich damit verpokert?

Auch wenn er bis zuletzt mit Lazio in Verbindung gebracht worden war, gaben die Biancocelesti vor zwei Wochen die Verpflichtung von Danilho Doekhi bekannt. Wie, der Danilho Doekhi? Ja, genau der Verteidiger, der bis Mitte Mai noch gemeinsam neben Diogo Leite für Union Berlin verteidigte.

Warum sich Lazio letztlich für Doekhi und gegen Leite entschied, ist nicht bekannt. Fest steht aber: Für den Moment scheint Leite das Pokerspiel mit dem Transfermarkt verloren zu haben. Auf der anderen Seite hat er natürlich auch noch ein paar Wochen Zeit, bis die Saisons wieder losgehen. Eigentlich unvorstellbar, dass sich kein Klub findet, der einen Spieler dieser Klasse eintütet. Zur Not einfach nochmal bei Schalke anklopfen.


📸 Maja Hitij - 2026 Getty Images

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