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Rund um den Brustring

·21. September 2026

Auf der Stelle

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Gegen den BVB ver­liert der VfB sein zwei­tes Spiel in Fol­ge und geht mit ledig­lich drei Punk­ten aus vier Spie­len in die ers­te Län­der­spiel­pau­se. Von einer Ent­wick­lung kann man aktu­ell noch nicht spre­chen.

Am Ende waren es wie­der nur Klei­nig­kei­ten: Ange­lo Stil­ler lässt Jobe Bel­ling­ham in Rich­tung Straf­raum zie­hen, Maxi Mit­tel­städt ver­kno­tet sich die Bei­ne, Jeff Cha­b­ot ori­en­tiert sich Rich­tung Geg­ner statt Rich­tung Ball und Finn Jeltsch schaut Maxi Bei­er zu, wie die­ser vor ihm zum Füh­rungs- und spä­te­ren Sieg­tref­fer ein­schiebt. Eine Feh­ler­ket­te, an deren Ende die drit­te Nie­der­la­ge im vier­ten Spiel die­ser noch jun­gen Sai­son steht. Von denen nur eine wir­lich ver­dient war, denn die Bay­ern — auch wenn sie nicht als Tabel­len­füh­rer in die Pau­se gehen — kön­nen wei­ter­hin Mann­schaf­ten in die­ser Liga nach Belie­ben zer­le­gen. Wie man aber in Hof­fen­heim ver­lie­ren konn­te, die in der Fol­ge auf Kre­ta und in Pader­born Federn lie­ßen, ist genau­so unver­ständ­lich wie die Tat­sa­che, dass Borus­sia Dort­mund mit die­sem Fuß­ball unge­schla­gen an der Tabel­len­spit­ze steht. Aber mehr als die­sen Fuß­ball brauch­te es eben gegen den VfB in der aktu­el­len Ver­fas­sung nicht, der sich offen­sicht­lich wei­ter sieht, als er es momen­tan in der Rea­li­tät ist.


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Der VfB konnte nicht reagieren

Immer­hin ent­stand das Gegen­tor dies­mal nicht, wie die letz­ten drei, aus einer Kon­ter­si­tua­ti­on, denn anders als in der Vor­wo­che stand die Mann­schaft von Sebas­ti­an Hoe­neß wesent­lich tie­fer und ließ viel weni­ger Bäl­le hin­ter die Ket­te zu. Und so sehr Cha­b­ot und Jeltsch auch beim Gegen­tor mal wie­der die rich­ti­ge Raum- und Geg­ner­zu­tei­lung ver­mis­sen lie­ßen: Die Dort­mun­der Offen­si­ve hat­ten sie grö­ßen­teils im Griff, denn der Tor­schuss war nur einer von zwei Abschlüs­sen, die Fabi­an Bred­low über­haupt parie­ren muss­te. Im Nach­hin­ein schmerzt eigent­lich die Nie­der­la­ge in Hof­fen­heim noch mehr, denn dort wären defi­ni­tiv ein bis drei Punk­te für uns drin gewe­sen, hät­te man einen fäl­li­gen Elf­me­ter bekom­men und sich im Umschalt­ver­hal­ten nicht genau­so naiv ange­stellt wie weni­ge Tage vor­her beim Aus­gleich von Viking. Gegen eine Mann­schaft von der Qua­li­tät Dort­munds — auch wenn man die­se nur sel­ten auf­blit­zen sah — kann ein sol­ches Gegen­tor pas­sie­ren. Man muss halt auch sei­ner­seits dar­auf reagie­ren kön­nen.

Das ver­pass­te die Mann­schaft im Brust­ring, denn aus ins­ge­samt 12 Schüs­sen, fünf davon aufs Tor, erwuchs ein expec­ted goals-Wert von irgend­was zwi­schen 0,67 und 1,15 — je nach Sta­tis­tik­quel­le. Aber auch abseits von sol­chen Zah­len war die offen­si­ve Harm­lo­sig­keit mit Hän­den greif­bar. Die Mann­schaft nahm sich so gut wie jeden erst­bes­ten Schuss, viel­leicht auch mit der Angst im Hin­ter­kopf, dass ein wei­te­res Auf­rü­cken von wei­te­ren Offen­siv­spie­lern in deren Rücken gefähr­li­che Räu­me öff­nen wür­de. Hin­zu kamen erneut offen­si­ve Stan­dards, die sich an Harm­lo­sig­keit gegen­sei­tig über­bo­ten. Was umso ärger­li­cher ist, weil aus den schlecht ver­wer­te­ten Angrif­fen ja immer­hin häu­fig Ecken oder Frei­stö­ße in aus­sichts­rei­cher Situa­ti­on ent­ste­hen. So lief eigent­lich alles auf ein 0:0 zwi­schen zwei defen­siv­star­ken, aber offen­siv ein­falls­lo­sen Mann­schaf­ten hin­aus, bis eben Dort­mund doch die Lücke fand und der VfB nicht mehr die Ener­gie auf­brach­te, sich zumin­dest einen Punkt zu ret­ten.

Die Achse steht noch nicht stabil

Jetzt die Tabel­le natür­lich erst­mal drei Wochen lang, par­don, schei­ße aus. Schließ­lich stand der VfB in den letz­ten drei Spiel­zei­ten nur an ins­ge­samt vier Spiel­ta­gen schlech­ter als Platz 11 und jetzt müs­sen wir uns bis Mit­te Okto­ber erst­mal Platz 15 anschau­en. Das ist natür­lich auch dem Spiel­plan geschul­det: In der ver­gan­ge­nen Sai­son hol­te man aus den drei Par­tien in Mün­chen, Hof­fen­heim und gegen Dort­mund auch nur einen Punkt dank des Last-Minu­te-Tref­fers von Tia­go Tomás, aber die Spie­le fan­den halt an den Spiel­ta­gen 28, 30 und 32 statt an den Spiel­ta­gen 1, 3 und 4. Aus­ru­hen soll­te man sich dar­auf, dass man jetzt den Meis­ter, den Vize­meis­ter und den Tabel­len­fünf­ten der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit schon hin­ter sich hat, aber nicht. Denn nach der Pau­se steht die Mann­schaft bei drei Aus­wärts­spie­len in Fol­ge —  in der Liga in Pader­born und Ham­burg, in der Cham­pi­ons League und Bra­tis­la­va, mas­siv unter Druck. Viel­leicht auch unter dem Druck, den die Mann­schaft manch­mal braucht.

Für den Moment aber tre­ten wir auf der Stel­le. Das Spiel gegen Dort­mund auch das gegen Hof­fen­heim erin­ner­te ungut an die Auf­trit­te in Rom und Por­to, als der VfB lan­ge auf Augen­hö­he agier­te, die­se aber in ein­zel­nen Sze­nen ver­lor und damit das Spiel aus der Hand gab. Natür­lich fällt aktu­ell auch eine gan­ze Rei­he Spie­ler aus, immer­hin konn­te Niko Nar­tey in der Schluss­pha­se sein Come­back fei­ern. Aber der Kader ist trotz­dem breit genug auf­ge­stellt, um aus den ers­ten vier Spie­len mehr als drei Punk­te zu holen. Es kom­men beim VfB der­zeit ein­fach vie­le Fak­to­ren zusam­men: Auf der klas­si­schen Ach­se Tor­wart-Abwehr­chef-Mit­tel­feld­len­ker-Stür­mer ist aktu­ell nur der Tor­wart wirk­lich in Form und der spielt auf Bewäh­rung. Wenn Den­nis Sei­men ver­mut­lich nach der Län­der­spiel­pau­se den für ihn vor­ge­se­he­nen Platz im Tor ein­nimmt, muss er sich dar­auf ver­las­sen kön­nen, dass Jeff Cha­b­ot — und Finn Jeltsch oder Luca Jaquez — auch bei höhe­rem Pres­sing den Laden hin­ten im Griff hat. Ange­lo Stil­ler, der erneut kein gutes Spiel mach­te und offen­bar­te, war­um in die­sem Som­mer nicht die ganz gro­ßen Ange­bo­te her­ein­flat­ter­ten und Deniz Undav, des­sen Inter­view nach dem Spiel ich übri­gens völ­lig im Rah­men fand, haben durch ihre Nicht-Nomi­nie­rung für die Natio­nal­mann­schaft jetzt drei Wochen Zeit, die spät begon­ne­ne Vor­be­rei­tung nach­zu­ho­len und fit zu wer­den. Denn die bes­te Ent­las­tung für einen Tor­wart ist immer noch eine eige­ne Füh­rung. Aber auch Sebas­ti­an Hoe­neß und sein Team, die sich ja eigent­lich nach der letz­ten Sai­son eine Wei­ter­ent­wick­lung in ver­schie­de­nen Berei­chen erhofft hat­ten, haben in der Pau­se eini­ge Arbeit vor sich. Will der VfB die nächs­te Stu­fe erklim­men und sich gegen Mann­schaf­ten wie Dort­mund durch­set­zen, müs­sen sei­ne Spie­ler in der Lage sein, Risi­ko und Kon­trol­le rich­tig zu dosie­ren.

Zum Wei­ter­le­sen: Der Ver­ti­kal­pass ana­ly­siert: “Das sind kei­ne gro­ßen tak­ti­schen Rät­sel. Aber es sind die klei­nen Din­ge, die Spie­le ent­schei­den.”

© Titel­bild: Sona Maleterova/Getty Images

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