Treffpunkt Betze
·18. April 2026
Auf der Suche nach Mentalität

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2:0 in Paderborn und Braunschweig, 6:1 in Berlin, 4:0 in Darmstadt, 3:0 in Nürnberg und 3:0 gegen Kiel. Die Liste der Auswärtsniederlagen in dieser Saison ist lang und schmerzhaft. Immer wieder gelingt es den gegnerischen Teams, die Mannschaft von Torsten Lieberknecht vollständig zu beherrschen und den Roten Teufeln den Stecker zu ziehen. In Kiel dominierten die Störche nach Belieben, der FCK war mit der 0:3-Niederlage noch gut bedient.
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Was Thomas Tuchel einst als „technisches, taktisches und mentales Defizit“ beschrieb, trifft genauso auf das Spiel der Lautrer zu. Den spielfreudigen Kielern reichten 45 Minuten, um die Partie zu entscheiden. Zwar benötigten diese einen Sonntagsschuss, dominierten dann allerdings in allen Bereichen. 3,74 Passes per Defensive Action (Pässe, die man zulässt, bevor eine Mannschaft aktiv wird) und 68% Field Tilt in Halbzeit eins sowie schlussendlich 10 mehr gelaufene Kilometer und 16 gewonnene Zweikämpfe insgesamt: die KSV kontrollierte die Partie, setzte den FCK unter ständigen Druck und zeigte insgesamt den Siegeswillen, den es braucht, um eine Partie in der 2. Bundesliga zu gewinnen. Besonders die Mentalität ist bedenklich: Es ist nicht das erste Mal, dass die Pfälzer sich aufgeben. Bei acht der zwölf Niederlagen gingen sie mit zwei oder mehr Toren Differenz vom Platz.
„In alte Muster verfallen“ ist eine Floskel, die am Bundesliga-Wochenende ungefähr so oft fällt wie ein Tor von Harry Kane. Beim 1. FC Kaiserslautern trifft das nicht so ganz zu, da es nicht die alten Muster sind, die das eigene Spiel zerstören, sondern aktuelle Muster, die sich durch die gesamte Saison der Pfälzer ziehen. Gegen Tohumcus Sonntagsschuss kann man nicht viel machen, aber individuelle Fehler, wie beim 2:0, und eine Schwäche bei Standards, die das 3:0 besorgte, prägen das Spiel des FCK schon seit Saisonstart. Auch die mangelnde Fähigkeit, mit dem Ball am Fuß umzugehen, ist symptomatisch für die Defizite der Lautrer. Ein Blick in die Statistik lohnt sich: In der ersten Halbzeit haben die Kieler einen erhöhten Ballbesitzanteil (59 % : 41 %), in der zweiten die Lautrer (43 % : 57 %). Der Unterschied nennt sich Field Tilt und misst den Wert des Ballbesitzes: Er bleibt über neunzig Minuten hinweg bei Kiel. Besonders die zweite Halbzeit ist hier entscheidend: Trotz der höheren Ballbesitzanteile erwirtschaftet der FCK nur 39 % Dominanz über das Spielgeschehen, da er nicht in die Hälfte der Gastgeber eindringen kann. Der Großteil des Ballbesitzes ist also ungefährlich, was das Muster des fehlenden Plans mit Ball untermauert.
Angesichts der hohen individuellen Qualität des Teams von Torsten Lieberknecht muss die Mentalitätsfrage gestellt werden. Ein weiteres Indiz ist die Tabelle „nach Rückstand“: Geraten die Roten Teufel ins Hintertreffen, verlieren sie in 86 % der Fälle die Partie. Ligaweit belegt man damit aktuell (vor Anpfiff der Samstagsspiele) Platz 16; nur Braunschweig und Magdeburg sind schlechter. Diese mangelnde Resilienz ist erschreckend. Besonders, wenn man bedenkt, wie oft der FCK in der jüngeren Vergangenheit „betzetypisch“ Spiele für sich entscheiden konnte. Seit dem Aufstieg belegten die Roten Teufel in der „Punkte nach Rückstand“-Tabelle die Plätze eins, neun und vier. Aktuell rangiert das Team auf Platz 16, was zwar auch an der Tabellensituation liegen mag. Dennoch ist es erschreckend, wenn eine explizite Stärke, die den FCK zudem wie nur wenige andere Vereine definiert, zu einer großen Schwäche wird.
Ob es an der schwindenden sportlichen Relevanz ehemaliger Führungsspieler, der mentalen Abwesenheit wechselwilliger Leistungsträger oder dem allseits bekannten „Austrudeln“ der Saison liegt – oder am wahrscheinlichsten an einem Wechselspiel aus allen drei Faktoren – muss analysiert und im Sommer behoben werden. Ein Team mit dieser Mentalität steigt nicht auf.
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