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Helge Wohltmann·23. Mai 2026

Auf ewig der Gelackmeierte? Legende bestimmt Karriere seines Konkurrenten

Artikelbild:Auf ewig der Gelackmeierte? Legende bestimmt Karriere seines Konkurrenten

Nicht schon wieder der, dürfte Alexander Nübel sich gedacht haben, als in der vergangenen Woche die Berichte aufkamen, dass Manuel Neuer von Julian Nagelsmann für die WM nominiert werden würde. Wohl noch nie wurde eine Karriere so sehr von einem Konkurrenten beeinflusst, wie die von Nübel.

"Jeder weiß, welche Aura Manu hat, welche Qualitäten er hat, was er einer Mannschaft gibt", begründete der Bundestrainer seine Entscheidung, die vor allem Mitgefühl mit Oliver Baumann ausgelöst hatte, da dieser nun seinen DFB-Stammplatz verloren hatte. Doch auch für Nübel hatte die Entscheidung Folgen, denn er ist jetzt nicht mehr die Nummer zwei, sondern nur noch dritter Keeper im deutschen Kader. Damit kann er seine Hoffnungen auf einen eventuellen WM-Einsatz, und sei es nur in einem nicht mehr entscheidenden Gruppenspiel oder bei einer eventuellen Partie um Platz drei, begraben.


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Kurzzeitig musste er sogar noch komplett um seine Teilnahme bangen, denn die 'Abendzeitung' aus München behauptete, dass er aufgrund seines angeblich schlechten Verhältnisses zu Neuer komplett gestrichen werden könne.

Aber schlimm genug ist es auch so, denn es könnte die letzte Chance auf einen WM-Einsatz gewesen sein. Beim nächsten Turnier 2030 wird Nübel bereits 33 Jahre alt sein und es gibt in Deutschland zahlreiche junge Keeper, die mit den Hufen scharren und dann eine bessere (Zukunfts-)Perspektive haben könnten.

Neuer bleibt unüberwindbar

Seit sechs Jahren, seitdem Nübel von Schalke zu Bayern wechselte, ist Neuer für ihn das, was er auch für zahlreiche Stürmer ist: Eine Hürde, die er einfach nicht überwinden kann. Als er kam, galt der 23-Jährige selbst noch als "eines der größten Torwarttalente Europas", wie der 'Spiegel' es bei der Verkündung des Wechsels beschrieb. Im Vertrag sei eine Klausel festgeschrieben, dass Nübel mindestens zehn Spiele pro Saison machen dürfe, schrieb das Magazin später.

Neuer und der damalige Trainer Hansi Flick hatten da jedoch mal so gar keinen Bock drauf. "Es ist so, dass ich dafür da bin, um Entscheidungen zu treffen, wer spielt, wer nicht spielt. Das ist meine Aufgabe, und da lasse ich mir auch nicht reinreden", sagte der Coach bei einer Pressekonferenz im März 2021.

Nübel durfte nicht spielen und wurde auch nicht zum Nachfolger der Torwart-Ikone aufgebaut. Im Nachhinein kann man Neuer nicht verdenken, dass er diesen Deal ablehnte. Immerhin befinden wir uns im Jahr 2026 und er ist immer noch Stammkeeper. Damals war es noch viel zu früh, bereits einen Nachfolger zu verpflichten. Jetzt ist die Zeit reif, stattdessen hat jedoch Jonas Urbig die Rolle übernommen, die einst Nübel zugedacht war.

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Der hatte sich jahrelang verleihen lassen, um die Zeit bis zum Neuer-Rücktritt zu überbrücken. Erst zu Monaco, dann zum VfB Stuttgart. Es schien, als hätte bei den Schwaben seine langfristige Zukunft liegen können, doch noch immer schwebte die Möglichkeit im Hinterkopf, eines Tages Torwart bei Bayern zu werden.

📸 Sona Maleterova - 2026 Getty Images

Bayern machte nochmal Hoffnung

Noch im vergangenen Dezember hieß es von der 'Bild', dass Bayern einen Zweikampf im Tor plane, falls Neuer seine Karriere in diesem Sommer beenden sollte. Zu der Zeit machte auch der Münchener Sportdirektor Christoph Freund Hoffnung: "Alex ist sicher einer der besten Torhüter in Deutschland. Wir sind sehr froh, dass wir für die Zeit nach Manuel, wenn die irgendwann kommt, sehr gut aufgestellt sind. Dann werden die Entscheidungen getroffen. Aber wir sind sehr froh, dass wir da Torhüter in der Hinterhand haben, die aktuell auf sehr hohem Level spielen."

Doch wieder einmal hatte Neuer, komplett nachvollziehbar, andere Ideen und Nübel schaute in die Röhre. Der 40-Jährige verlängerte vor Kurzem doch noch einmal und nun steht fest, dass Nübel keine Chance mehr bekommen wird: "Alex hat bei uns Vertrag, aber die Agentur weiß schon lange, welche Pläne wir mit Alex haben. Dementsprechend: Er wird sehr viele Möglichkeiten haben, seine Zukunft neu zu gestalten", sagte FCB-Sportvorstand Max Eberl zur 'Bild'.

Wohin geht es jetzt?

Wo die liegen wird, ist aktuell völlig offen. Auf die Neuer-Nachfolge spekulierend, hat Nübel es verpasst, einen festen Wechsel zum VfB Stuttgart zu forcieren. Laut 'Sky' und 'kicker' hat man sich dort inzwischen auch umorientiert und plant die Zukunft mit dem 21-jährigen Dennis Seimen, der aktuell an Paderborn ausgeliehen ist und dort in der 2. Bundesliga überzeugt hat.

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Was also macht Nübel? Bei Bayern hat er noch Vertrag bis 2030, aber keine Chance auf Einsätze mehr. Der 'Bild' zufolge soll er beim Rekordmeister elf Millionen Euro pro Saison verdienen und nicht auf Geld verzichten wollen. Zudem fordere Bayern eine Ablöse zwischen zehn und 15 Millionen Euro für ihn, behauptet 'Sky'.

Keine WM-Einsätze, kein Klub für den Sommer. Nübel steht an einem Scheideweg. Nicht schon wieder, dürfte sich der heute 29-Jährige denken. Denn seine nächste Entscheidung dürfte großen Einfluss haben, wie seine Karriere weiter geht und ob er noch einmal dauerhaft bei einem Topklub spielt. Zumindest eine Sache ist aber sicher: Wenn er Bayern endgültig verlässt, wird immerhin Manuel Neuer keinen Einfluss mehr auf die zukünftige Entwicklung von Nübels Laufbahn haben.


📸 Sebastian Widmann - 2020 Getty Images

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