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Philipp Overhoff·15. September 2026
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Philipp Overhoff·15. September 2026
Kaum ein deutscher Fußballprofi hat in den vergangenen Jahren einen derart rapiden Aufstieg hingelegt wie Philipp Treu. Vor gerade einmal drei Jahren spielte der Rechtsverteidiger noch in der 3. Liga. Nichts, wirklich gar nichts, erweckte damals den Anschein, als würde er eines Tages für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Doch die Dinge haben sich geändert.
Treu ging nie den schnellen, sondern immer den logischen nächsten Schritt. Aus dem Kapitän der 2. Mannschaft des SC Freiburg wurde ein Bundesliga-Spieler in Diensten des FC St. Pauli, der nach zwei Jahren am Millerntor im Sommer 2025 in den Breisgau zurückkehrte – diesmal allerdings als Teil der Profitruppe.
Der 25-Jährige entwickelte sich im zweiten Anlauf schnell zum absoluten Leistungsträger und gehörte zu den Gesichtern der so erfolgreichen letzten Saison. Der Sport-Club erreichte das Europa-League-Finale und qualifizierte sich in der Liga erneut für das internationale Geschäft. Auf Treu war dabei stets Verlass. Wettbewerbsübergreifend stand er 46-Mal auf dem Platz.
Heimlich, still und leise mehrten sich daher die Rufe nach einer DFB-Nominierung. Für einen Platz im WM-Kader reichte es jedoch nicht, Julian Nagelsmann verzichtete in den USA, Kanada und Mexiko auf den dynamischen Außenverteidiger.
Wenige Monate, ein weiteres verkorkstes DFB-Turnier und einen starken Freiburger Saisonstart später dürfte sich das Blatt jedoch gewendet haben. Treu besitzt allerbeste Chancen, zu den Auserwählten von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp zu gehören. Und hier wird die ganze Nummer so richtig spannend: Der Freiburger könnte in den Reihen des viermaligen Weltmeisters nicht nur Statist, sondern viel eher sofortiger Problemlöser sein. Sein großes Faustpfand ist, dass er ein klassischer Rechtsverteidiger ist.
Denn Deutschlands vielleicht größtes Kaderproblem hört auf den Namen Joshua Kimmich – ironischerweise der vielleicht stabilste Spieler. Nicht weil der Bayern-Star trotz teils enttäuschender Turniere zu schlecht wäre. Ganz im Gegenteil. Sondern viel eher, weil er im zentralen Mittelfeld am wertvollsten ist.
📸 Michael Reaves - 2026 Getty Images
Dort spielt Kimmich seit Jahren beim FC Bayern, dort organisiert er das Spiel, bestimmt das Tempo und übernimmt Verantwortung. Im DFB-Team dagegen muss er fast immer in der Viererkette aushelfen, weil es an brauchbaren Alternativen mangelt. Kimmichs athletische Mängel wurden in dieser Rolle allerdings immer wieder sichtbar. Zeitgleich fehlte dem deutschen Zentrum sein dominantester Taktgeber.
Unter Klopp dürfte der 31-Jährige nun in den Maschinenraum zurückkehren. Treu wiederum gehört zu den aussichtsreichsten Kandidaten, um den dann vakanten Platz auf der rechten Defensivseite zu übernehmen. Der gebürtige Heidelberger kann eine hohe Intensität gehen, spult vorne wie hinten ein knackiges Pensum ab.
Treu selbst macht aus seinen Ambitionen übrigens keinen Hehl. Vom Traum, eines Tages mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen, sprach er in den letzten Monaten gleich mehrfach. "Wir haben jedenfalls auf der Außenverteidigerposition nicht allzu viel Auswahl in Deutschland", sagte er im März im kicker-Interview.
Vor der Nominierung am Donnerstag berichtete der Freiburg gegenüber 'Sky' außerdem von einem Telefonat mit Jürgen Klopp. "Ich hatte einen Facetime-Call mit dem Bundestrainer. Es war ein cooles Gespräch, um einen Eindruck zu bekommen, was sein Plan ist. Ich kann nur positives sagen. Ob es am Donnerstag reicht, wird man sehen."
Der Traum von der ersten DFB-Nominierung scheint also greifbarer denn je zu sein.
📸 Christof Koepsel - 2026 Getty Images







































