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·16. Juni 2026
Ausdrücklicher Appell an die Kritiker: Senol Günes springt Vincenzo Montella zur Seite und zieht den 2002er-Vergleich!

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·16. Juni 2026

Die hitzige Debatte nach dem misslungenen Auftakt der türkischen Nationalmannschaft bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 reißt nicht ab. Nach der empfindlichen 0:2-Niederlage im ersten Spiel der Gruppe D gegen Australien geriet Nationaltrainer Vincenzo Montella umgehend ins Kreuzfeuer der heimischen Sportpresse. In dieser unruhigen Phase erhält der italienische Coach nun prominente Unterstützung aus den eigenen Reihen. Trainerlegende Senol Günes, der die Nationalelf einst zu historischen Erfolgen führte, meldete sich zu Wort und brach eine Lanze für den aktuellen Trainerstab sowie die heftig kritisierten Nationalspieler.
Im Gespräch mit TRT Spor zog der ehemalige Erfolgscoach eine deutliche Parallele zu seiner eigenen Amtszeit und sparte dabei nicht mit Kritik an den unveränderten Mechanismen der türkischen Fußballwelt. „Als ich vor 24 Jahren ging, hieß es: ‚Das schaffst du nicht.‘ Jetzt sagt man zu Montella: ‚Das schaffst du nicht.‘ Es hat sich absolut nichts geändert. Das bedeutet ganz klar, dass wir endlich unsere Denkweise ändern müssen. Wir erleben derzeit genau das Gleiche wie vor 24 Jahren. Haben wir uns denn in all der gesamten Zeit überhaupt nicht weiterentwickelt?“, fragte Günes sichtlich konsterniert über die wiederkehrende Unruhe im Umfeld des Verbandes.
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Besonders die Personalie rund um Offensivstar Kerem Aktürkoglu, dessen taktische Rolle im ersten Gruppenspiel für reichlich Diskussionsstoff sorgte, verteidigte der erfahrene Fußballlehrer vehement. Er erinnerte daran, dass sich die Profis bedingungslos in den Dienst der Mannschaft stellen müssen, wenn die Situation es erfordert. „Kerem Aktürkoglu hat schließlich nicht von sich aus gesagt: ‚Ich muss heute unbedingt als Mittelstürmer spielen.‘ Er agiert links oder rechts auf dem Flügel. Tuncay Sanli ist damals zu seiner Zeit sogar für eine Weile ins Tor gewechselt. Ist er etwa gewechselt, um dauerhaft Torwart zu werden? Nein, er ist rein aufgrund der akuten Umstände so aufgestellt worden“, stellte der Fußballexperte klar.
Die Verantwortung für solche personellen Rochaden liege demnach einzig und allein beim Trainerstab, weshalb die öffentliche Kritik an den Akteuren völlig am Ziel vorbeischieße. „Der Trainer hat so entschieden. Und warum hat der Trainer so entschieden? Weil die Umstände es in diesem Moment einfach erfordert haben. Der Trainer hat diese Mannschaft nominiert. Bei uns ist das eben nicht so wie in Europa. Wenn man einberufen wird, dann muss man kommen. Die Spieler, die anreisen, werden wie Soldaten zum Dienst an der Waffe einberufen und versuchen dort, ihr absolut Bestes zu geben. Wenn dir ihre Leistung nicht gefällt, dann wechselst du sie eben aus, aber warum machen wir ihnen stattdessen pausenlos schwere Vorwürfe?“, monierte Günes die mangelnde Rückendeckung für die Mannschaft.
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Trotz des herben Rückschlags im Eröffnungsspiel warnt die Trainerikone davor, das Turnier auf dem amerikanischen Kontinent vorzeitig abzuschreiben. Für den weiteren Verlauf der Gruppenphase sieht er noch alle Optionen offen und beschwört den Kampfgeist der gesamten Nation. „Wir sind doch erst von der allerersten Stufe der Treppe gefallen. Bis zum großen Gipfel sind es immerhin noch acht Stufen. Wären wir bereits von der fünften oder sechsten Stufe gestürzt, hätten wir überhaupt keine Chance mehr gehabt. Wir hätten uns dann nicht nur etwas gebrochen, sondern könnten jetzt auch gar nicht mehr hinaufsteigen“, beschrieb der Coach die aktuelle tabellarische Ausgangslage in der Gruppe.
Mit einer philosophischen Note versuchte er, den Optimismus in der Heimat wiederzubeleben und die Mannschaft vor dem kommenden Duell gegen Paraguay aufzubauen. „Wenn man ganz genau weiß, dass die Sonne immer wieder aufgeht, kann man niemals in Verzweiflung geraten. Man befindet sich in einer Gruppe, und in einer Gruppenphase ist immer alles möglich. Man kann am Ende Erster werden, aber eben auch Letzter. Wenn wir weiterkommen, sind es unsere Jungs, und wenn wir Letzter werden, sind es doch am Ende auch unsere Jungs, oder nicht? In der Gruppe haben wir weiterhin alle Chancen auf unserer Seite. Wichtig ist jetzt nur, dass wir in der Gruppe keine Fehler mehr machen. Egal, wie das Spiel letztlich verläuft: Wenn man verloren hat, fehlt natürlich immer etwas. Es ist jedoch nicht richtig, weitreichende Entscheidungen nur anhand von reinen Statistiken zu treffen. Man sagt jetzt überall, in diesem Spiel sei bereits alles vorbei, aber eigentlich fängt es jetzt erst richtig an. Die Spieler werden trotz all dieser harten Kritik unbeirrt ihre Arbeit machen“, bilanzierte Günes abschließend.
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