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·23. September 2026

Außenverteidiger beim DFB: Klopp hat plötzlich die Qual der Wahl

Artikelbild:Außenverteidiger beim DFB: Klopp hat plötzlich die Qual der Wahl

Jahrelang galten die Außenverteidiger als die größte Schwachstelle der deutschen Nationalmannschaft. Unter Jürgen Klopp soll sich das ändern. Mit Philipp Treu, Hennes Behrens und Felix Keidel hat der neue Bundestrainer gleich drei unbekannte Namen berufen, die auf den Außenbahnen für Druck sorgen sollen. Plötzlich gibt es auf der einstigen Problemposition eine echte Auswahl.

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Philipp Treu vom SC Freiburg führt den Ball im Bundesliga-Spiel beim SC Paderborn 07 in der Home Deluxe Arena am 5. September 2026. Der Rechtsverteidiger steht erstmals im Kader der Nationalmannschaft. (Christof Koepsel / Getty Images)


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Die ewige Baustelle der DFB-Elf

Klopps erster Kader wirft eine Frage auf: Wer kannte Mika Baur oder Bambasé Conté eigentlich vor ihrer Nominierung, abgesehen von ein paar Spezialisten? Klopp hat in ihnen etwas gesehen und mit insgesamt 44 Spielern gleich zwei Aufgebote gebaut. Damit setzt er einen Kontrapunkt zur weit verbreiteten Meinung, dem deutschen Fußball fehle es an Talent.

Am lautesten war diese Klage stets bei den Außenverteidigern. Schon Joachim Löw hatte gejammert, er könne sich schließlich keine schnitzen. Nominiert hat er damals trotzdem Marcel Schmelzer, und den hatte Klopp beim BVB zuvor von einem durchschnittlichen Drittligaspieler zu einem leidenschaftlichen Doublesieger geformt. Solche Kunststücke sind dem heute 59-Jährigen in seiner Karriere immer wieder gelungen. Jetzt will er es auf der vielleicht größten Problemposition der Nationalmannschaft wiederholen.

Die Kandidaten: Neulinge und alte Bekannte

Behrens und Treu gehören zum ersten Kader und könnten schon gegen die Niederlande und Griechenland ihr Debüt geben. Keidel steht im zweiten Aufgebot. Das Trio soll mit Einsatzwillen, Laufstärke und Mentalität überzeugen und ergänzt einen Kreis, der schon unter Julian Nagelsmann dazugehörte:

  1. 1. Kader (Niederlande, Griechenland): Philipp Treu (SC Freiburg, Neuling), Hennes Behrens (FC Augsburg, Neuling), Nathaniel Brown (FC Bayern München), Josha Vagnoman (VfB Stuttgart)
  2. 2. Kader (Serbien, Griechenland): Felix Keidel (SV Elversberg, Neuling), Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), David Raum (RB Leipzig), Ridle Baku (RB Leipzig)

Behrens und Keidel: Warum ausgerechnet sie?

Keidel war in der vergangenen Zweitligasaison zeitweise nur Ersatz auf der Außenbahn der SV Elversberg. Erst nach dem Aufstieg und auf einer neuen Position im Mittelfeld spielte er sich zurück in die Startelf. Seine Stärken: Er ist laufstark, schnell, beidfüßig, im Passspiel solide und bei Standards gefährlich. Das macht ihn auch für die Außenbahn interessant.

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Hennes Behrens vom FC Augsburg im Bundesliga-Spiel gegen den FC Schalke 04 in der WWK Arena am 30. August 2026. (Adam Pretty / Getty Images)

Behrens ist im Sommer mit dem 1. FC Heidenheim abgestiegen und danach zum FC Augsburg gewechselt. Seine persönliche Entwicklung hat seit Jahresbeginn enorm Fahrt aufgenommen. Der 21-Jährige verteidigt zuverlässig und geht mutig nach vorne. Diese Mischung passt wie gemacht zu Klopps Vorstellungen.

Treu: „Der muss sich fragen, worüber reden die eigentlich?“

Am meisten verspricht sich Klopp offenbar von Treu. „Philipp marschiert die Bahn rauf und runter, zu jeder Tages- und Nachtzeit“, schwärmte der Bundestrainer bei der Nominierung. Auf das ewige Gerede, es gebe in Deutschland keine guten Rechtsverteidiger, reagierte Klopp mit einem Perspektivwechsel: „Der muss sich fragen, worüber reden die eigentlich?“

Selbstbewusstsein bringt der 25-Jährige jedenfalls mit. „Ich will zeigen, wer Philipp Treu ist, der aus Freiburg kommt, und den Fans Freude bereiten mit meiner Intensität, mit meiner Spielweise“, sagte der gebürtige Heidelberger nach seiner ersten Berufung. Die Freiburger Fans kennen das schon: In der vergangenen Saison stand Treu mit dem SC im Finale der Europa League. Jetzt will er sich bundesweit einen Namen machen.

Risiko oder Chance?

Ob der Plan aufgeht, ist offen. Ein 44-köpfiges DFB-Aufgebot gab es noch nie, ebenso wenig so viele Neulinge auf einmal und vier Nations-League-Spiele am Stück zu diesem Zeitpunkt der Saison. Auf der deutschen Außenbahn ist auch schon manches Experiment gründlich schiefgegangen. Klopp denkt allerdings nicht in Risiken, sondern in Chancen, und davon sieht er gerade eine ganze Menge. Die erste Gelegenheit für die Neuen:

  • Donnerstag, 24. September 2026, 20.45 Uhr: Niederlande gegen Deutschland in Amsterdam
  • Sonntag, 27. September 2026, 20.45 Uhr: Deutschland gegen Griechenland in Augsburg
  • Donnerstag, 1. Oktober 2026, 20.45 Uhr: Deutschland gegen Serbien in München
  • Sonntag, 4. Oktober 2026, 20.45 Uhr: Griechenland gegen Deutschland in Thessaloniki

Alle Spieler mit Vereinen und Länderspielbilanz stehen in unserer Übersicht zum aktuellen DFB-Kader, die Sender im Überblick Wer überträgt die UEFA Nations League im TV? und alle Entwicklungen im Liveticker zu Klopps erstem Kader.

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