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·4. Februar 2026

Ausverkauf am Campus? Das steckt hinter der Talente-Flucht beim FC Bayern

Artikelbild:Ausverkauf am Campus? Das steckt hinter der Talente-Flucht beim FC Bayern

Am Bayern-Campus herrscht Bewegung wie selten zuvor. Gleich mehrere hochveranlagte Nachwuchsspieler haben den FC Bayern im Winter verlassen – auf Leihbasis oder sogar endgültig. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine Talente-Flucht, doch hinter den Abgängen steckt eine klare sportliche Logik.

Mit Felipe Chávez, Javi Fernández, Magnus Dalpiaz und Adin Licina haben vier Leistungsträger von Bayern II den Rekordmeister innerhalb weniger Wochen verlassen. Hinzu kommen weitere Abgänge aus dem erweiterten Campus-Kreis. Namen, die zuletzt regelmäßig in der Regionalliga Bayern überzeugt und teilweise sogar schon bei den Profis trainiert hatten. Der Zeitpunkt und die Menge der Wechsel sorgen bei vielen Beobachtern für Verwunderung.


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Warum die Talente gehen wollten

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Foto: IMAGO

Aus Spielersicht sind die Gründe nachvollziehbar. Für Talente wie Chávez oder Fernández ist die Regionalliga sportlich kaum noch die ideale Entwicklungsstufe. Beide gelten als zu weit, um sich dauerhaft in der vierten Liga weiterzuentwickeln, gleichzeitig aber noch nicht nah genug an der Klasse, um sich im voll besetzten Bayern-Profikader durchzusetzen.

Zwar erhielten mehrere Nachwuchsspieler unter Vincent Kompany regelmäßig Einladungen ins Profitraining und sogar erste Kurzeinsätze. Doch die Realität beim FC Bayern ist gnadenlos: Auf nahezu jeder Position stehen etablierte internationale Topspieler. Anders als bei Ausnahme-Talent Lennart Karl fehlt vielen Campus-Spielern derzeit eine realistische Perspektive auf konstante Einsatzzeiten. Die Folge sind Leihen in höhere Ligen oder – wie im Fall Licina – ein bewusster Neustart bei einem europäischen Spitzenklub.

Warum der FC Bayern die Abgänge mitträgt

Auch aus Sicht des Vereins ergibt die Strategie Sinn. Der FC Bayern profitiert langfristig davon, wenn seine Talente andernorts auf höherem Niveau Spielpraxis sammeln. Gerade Leihen wie die von Chávez, Fernández oder Dalpiaz sind bewusst als Entwicklungsschritte gedacht, nicht als Abschiede auf Raten.

Zudem sehen die Verantwortlichen am Campus weiterhin ausreichend Qualität in den nachrückenden Jahrgängen. Bayern II liegt in der Regionalliga Bayern aktuell im Tabellenmittelfeld und hat weder realistische Aufstiegschancen noch akuten Ergebnisdruck. Gleichzeitig ist die U19 aus der Youth League ausgeschieden. Diese Konstellation eröffnet Raum, um neue Talente heranzuführen und ihnen Verantwortung zu geben, ohne sofortigen Erfolgszwang.

Der Winter-Abgang mehrerer Leistungsträger ist daher weniger ein Alarmzeichen als vielmehr Teil einer gezielten Durchmischung. Der FC Bayern ordnet seinen Campus neu – mit dem Ziel, Talente individueller zu entwickeln, anstatt sie künstlich in einer Liga zu halten, die sportlich kaum noch Fortschritt verspricht.

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