MillernTon
·21. Juli 2026
Auswärts mit dem FC St. Pauli – Hinrunde 2026/27

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·21. Juli 2026

Bald wird wieder mit dem FC St. Pauli auswärts gefahren! Wir gucken auf die Reiseziele, inklusive subjektiver Maskottchen-Bewertung. Die Hinrunde. Titelfoto: Stefan Groenveld
Nicht mehr lange und die Saison geht schon wieder los. Der FC St. Pauli steckt bereits mitten in den Vorbereitungen, auch die ersten Testspiele wurden erfolgreich absolviert. Jetzt trudeln nach und nach die Terminierungen für die ersten Spiele der neuen Saison ein. Und mit der neuen Saison kommen auch wieder Auswärtsfahrten auf uns zu. Wir schauen genauer, wohin uns die Reisen mit dem FC St. Pauli in dieser Saison führen. Und auch wenn niemand danach gefragt hat, bekommt Ihr hier außerdem meine subjektive Bewertung aller Vereins-Maskottchen der zweiten Liga.
Maskottchen: Stolle (Storch), hätte mir als Kind Angst gemacht, guckt böse, aber coole Cap (5/10).
Eine der kürzesten Auswärtsfahrten kommt als Erstes. Für den FC St. Pauli geht es mal wieder nach Kiel. In der Saison 2024/25 noch zusammen in der Bundesliga, treffen sie nun wieder als Zweitligisten aufeinander. Zusätzlich ist Holstein Kiel auch noch der Vorgänger-Verein unseres neuen Trainers Marcel Rapp. Zwar befindet sich das Holstein-Stadion noch immer im Umbau, in der letzten gemeinsamen Bundesliga-Saison durften wir als Fanszene den neuen Gästeblock aber bereits besuchen. Ein deutliches Upgrade zum vorherigen, in dem die Sicht auf den Platz eigentlich gar nicht vorhanden war. Ein Freitagabend-Spiel in Kiel. Die Bilanz spricht für den FC St. Pauli, aber auch dort hat man schon so einige spannende und knappe Spiele gesehen. Unter anderem ein knappes 4:3 in der Saison 2022/23 für den FC St. Pauli, bei dem auf Kieler Seite noch Hauke Wahl (der ein Eigentor verursachte), Fabian Resse und Trainer Marcel Rapp standen. Mehr könnt ihr bei Verein und Fanszene zu Holstein Kiel nachlesen.
Maskottchen: Ente Willi, riesiger Schnabel, komische Hände und guckt skeptisch. Benannt nach Vereinslegende Willi „Ente“ Lippens (4/10).
Für den FC St. Pauli geht es an einem Sonntagabend in der ersten Runde des DFB-Pokals nach Essen ans Stadion an der Hafenstraße. Das letzte Aufeinandertreffen zwischen dem FC St. Pauli und Rot-Weiß-Essen war noch in der Regionalliga, 2006 war das. Der FC St. Pauli musste sich damals mit 0:2 geschlagen geben. Die Fanszene ist dort mit mehreren Gruppierungen auf der Westtribüne anzutreffen. Die Fans auf der Westtribüne fielen nicht selten durch diskriminierendes oder rassistisches Verhalten auf. Im Dezember 2025 wurde unter anderem nach einem Heimspiel der „Abschiebesong“ gesungen. Kein angenehmer Gegner also, auf den wir da treffen werden. Umso wichtiger wäre es, die schnell und deutlich aus dem Pokal zu werfen.
Maskottchen: Lohmann (Stier), sieht immerhin glücklich aus. Oft mit Dino-Hermann gesichtet, daher Abzug (6/10).
Wenn man im Bielefelder Gästebereich auf den Stehplätzen ist, befindet man sich wohl im schlechtesten Gästeblock der gesamten Liga. Abgestellt in der letzten Ecke. Auf der anderen Seite, der Südtribüne, ist die aktive Fanszene der Bielefelder anzutreffen, unter anderem die Gruppe Lokal Crew. Das letzte Mal im Alm-Stadion ging das Spiel mit Trainer Timo Schultz leider mit 0:2 verloren. Die Arminia stieg dennoch in die dritte Liga ab. In der Saison 2024/25 kämpfte man sich zurück, schaffte es bis ins DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart und stieg wieder in die zweite Liga auf. An einem Freitagabend im September geht es für den FC St. Pauli also gegen die Bielefelder. Das kann ein spannendes Spiel werden.
Maskottchen: Lauzi (Mensch?). Hat vor kurzem ein neues Design bekommen, sieht nicht mehr absolut gruselig aus. Alte Version 0/10 (sieht aus, als würde der Dich in deinen Albträumen verfolgen), neue Version 4/10.
Das letzte Mal in Cottbus war der FC St. Pauli im April 2014. Das Spiel ging 1:1 aus. Passende Worte fand die St. Pauli Fanszene für Inferno Cottbus, die sich 2017 auflösten. In der Fanszene von Cottbus sind dennoch weiter einige schwierige Gruppen zu finden, von Ultras Energie, Ultima Raka über Collectivo Bianco Rosso bis zu ihrer Jugendgruppe Frontside. Bis heute gelingt es nicht, die eigenen Reihen von Rechtsextremisten zu befreien. Zum Beispiel steht der Vorsitzende der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“, Jean-Pascal Hohm, mit in der Kurve. Andere Teile der Fanszene, zum Beispiel „Energie-Fans gegen Nazis“, versuchen es durchaus, aber haben seit Gründung mit Anfeindungen zu kämpfen. Gegen den FC St. Pauli werden es wohl Spiele, die über den Fußball hinaus gehen, hoffentlich in Begleitung unserer Freund*innen aus Babelsberg, die sich in den letzten Jahren mehr mit Cottbus herumschlagen mussten.
Maskottchen: Eddi (Hannoverscher Schweißhund), schon ok, ist halt ein Hund (6/10)
Hannover 96, Zweitliga-Dauergegner, nicht so weit weg und ein großer Gästeblock. Letztes Mal fuhr der FC St. Pauli mit einem 2:1-Sieg wieder zurück nach Hamburg. Im Gästeblock schafft man es gut und gerne mal für Heimspiel-Stimmung zu sorgen, dank der Größe und St. Paulis loyalem Anhang. In der Heimkurve (Nordkurve) finden sich unter anderem die Gruppen Ultras Hannover, Komplott Hannover und Gruppe Unterrang ein.
Maskottchen: gibt keins 🙁 (0/10)
„Die Sonne scheint…olé olé ola“ – Darmstadt hat wohl die Hymne mit größtem Ohrwurm-Charakter, sorry schon mal dafür. 2023 ist Darmstadt aufgestiegen und dann wieder abgestiegen, als der FC St. Pauli den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Der Sieg ging aber beim letzten Mal in Darmstadt mit 3:0 an den FC St. Pauli. Auf der Südtribüne Darmstadt ist unter anderem die Gruppe Ultrà des lis anzufinden. Die Kurve zeigt sich antirassistisch und auch anlässlich des feministischen Kampftages zeigte die Südtribüne eine Choreo mit einem Konterfei von Luise Büchner und dem Spruch: „in allem meinem denken, in meinem ganzen sein“. Hier findet ihr die Hintergründe der Choreo von Ultrà des lis.
Maskottchen: gibt keins 🙁 (0/10), es gab mal einen Fuchs, gibt es zum Glück nicht mehr (1/10).
In der Aufstiegssaison des FC St. Pauli trat das Team in der Saison noch ungeschlagen in Magdeburg an. Doch FCM musste diese Serie leider mit einem 0:1 brechen. Die erste Niederlage seit April 2023. Abgesehen davon ist ein Besuch in Magdeburg aber immer recht spannend und der Gästeblock gut bespielbar. Doch gegen die laute Magdeburger Fanszene anzusingen, ist nicht so einfach. Im Block U finden sich unter anderem die Gruppen Blue Generation und Commando East Side und nehmen gerne mal das gesamte Stadion mit Schalparaden und lauten FCM-Rufen mit.
Maskottchen: Für die Liga gibt es kein Maskottchen, für die jungen Mitglieder, die „Giraffenbande“ gibt es eine Giraffe (7/10), es gab auch mal den Glückskäfer, sah crazy aus (2/10)
Während sich die Fanszene von Dynamo gerne als stumpf und brachial inszeniert und dabei ihre ostdeutsche Identität zelebriert, wird von den harten Jungs zeitgleich in westdeutscher Karnevals-Manier regelmäßig Fasching gespielt und sich wahlweise als Leatherface, Weihnachtsmann, Ritter oder Soldat verkleidet.Aber wenn die Dresdener grade nicht damit beschäftigt sind, (als Gast) Sanitäranlagen zu zerstören oder sexistische Spruchbänder zu präsentieren, ist der K-Block für aufwändige und eindrucksvolle Choreos bekannt. Das muss man ihnen manchmal lassen. Letztes Mal in Dresden gingen die beiden Mannschaften mit einem 1:1 auseinander.
Maskottchen: Li & La wurden zwar vor einigen Jahren schlafen gelegt, aber vielleicht kennt Ihr die ja noch. (3/10).
Mit Timo Schultz ist der VfL Osnabrück als Meister der dritten Liga zurück in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Kurz vor Weihnachten 2023 war der FC St. Pauli zuletzt an der Bremer Brücke zu Gast. Das Spiel ging 1:1 aus. Vor dem Spiel stattete die Fanszene des FC St. Pauli dem Weihnachtsmarkt in Osnabrück einen Besuch ab. Auch bei strömendem Regen für viele wohl eine schöne und lustige Erinnerung. Die Bremer Brücke mit ihren hohen Flutlichtmasten ist einen Besuch wert. Doch sie ist auch sanierungsbedürftig, im Mai 2027 soll diese beginnen. Eine Faninitiative „Mythos Bremer Brücke“ hat sich gegründet, um bei der Sanierung Mitspracherecht der Fans zu garantieren. In den Stehplätzen der Westkurve finden sich unter anderem die Ultragruppen Violet Crew und Inferno Osnabrück ein.
Maskottchen: Leo (Löwe), die blau-gelbe Mähne sieht ein bisschen goofy aus, sonst ok (7/10).
Als letztes Auswärtsspiel der Hinrunde geht es nach Braunschweig, ein weiterer Dauergegner in der zweiten Liga. Das letzte Spiel in Braunschweig ging 1:1 aus. Der Gästeblock blieb zunächst fünf Minuten leer, nur „Fußball muss bezahlbar bleiben“ war auf einem Spruchband zu lesen. Grund war ein Topspielzuschlag, die Tickets kosteten vier Euro mehr. Zur zweiten Halbzeit wurde durch das Werfen von Tennisbällen auf das Spielfeld zusätzlich für eine Spielunterbrechung gesorgt. Auf der Südkurve im Eintracht-Stadion finden sich unter anderem die Gruppen Cattiva Brunsviga und der Psycho Clan an.
Die Hinrunde hat es bereits in sich, doch das war noch nicht alles. In der Rückrunde geht die Reise weiter. Welche Fangruppen (und Maskottchen!) und erwarten, könnt ihr dann bald im zweiten Teil erfahren.
Immer weiter vor!//Nina
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