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·29. September 2026
Barça gegen Pérez: Ein Gerichtstermin, den Real gern vermeiden würde

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Real Madrid und der FC Barcelona haben in 125 Jahren fast alles ausgetragen – Titel, Transfers, Trainerkriege. Neu ist der Ort: Am 25. November treffen sie sich um 9.40 Uhr vor einem Madrider Gericht.
Ausgangspunkt sind Aussagen von Florentino Pérez aus dem Mai. Der Real-Präsident bezeichnete die Korruption im Fall Negreira als systemisch und behauptete darüber hinaus, seinem Klub seien über Jahre Meistertitel genommen worden. Barcelona antwortete nicht mit einer Pressekonferenz, sondern mit einem Antrag auf Schlichtung im Juni – verbunden mit der Forderung, Pérez solle die Aussagen öffentlich zurücknehmen. Vizepräsident Rafael Yuste warf dem Real-Boss vor, den Klub mit Infamie destabilisieren zu wollen.
Jetzt hat das Gericht terminiert. Die Sache wird konkret.
Der Termin vom 25. November ist kein Strafverfahren. Es ist der in Spanien vorgeschriebene Versuch, eine Verleumdungsklage außergerichtlich beizulegen, bevor sie überhaupt eingereicht werden darf. Scheitert die Einigung, hat Barcelona angekündigt, Strafanzeige wegen Verleumdung zu stellen. Erst dann würde aus dem Streit ein Prozess.
Das klingt nach Formalie, ist aber taktisch klug gewählt. Joan Laporta zwingt Pérez damit, seine Sätze vor einem Richter zu präzisieren oder zurückzunehmen. Beides ist für den mächtigsten Klubpräsidenten Europas unangenehm – und beides kostet ihn mehr als jede Retourkutsche in der Kabine.
Madrid hat den Spieß längst umgedreht. Rund einen Monat nach Pérez‘ Auftritt forderte Reals Rechtsabteilung von Barcelona Unterlagen zum Compliance-System der Jahre 2010 bis 2018 an. Parallel trug der Klub das Thema Negreira zur UEFA. Pérez selbst räumte ein, das Verhältnis zu Barcelona sei komplett zerrüttet.
Im Kern des Falls stehen Zahlungen Barcelonas von bis zu sieben Millionen Euro an Firmen des früheren Schiedsrichter-Vizechefs José María Enríquez Negreira. Die spanische Justiz prüft, ob damit sportliche Einflussnahme bezweckt war. Barcelona bestreitet jedes Fehlverhalten und spricht von bezahlten Schiedsrichterberichten.
Barcelona hat keinen Freispruch in der Hand, nur eine offene Ermittlung und viel Angriffsfläche. Pérez hat eine Aussage in der Welt, die er entweder belegen oder kassieren muss. Zieht er zurück, wirkt es wie ein Rückzieher vor dem Erzrivalen. Bleibt er hart, riskiert er ein Verfahren, in dem sein Wort auf dem Prüfstand steht – und nicht Barcelonas Zahlungen.
Der Clásico auf dem Rasen bleibt eine Frage von 90 Minuten. Der vor Gericht dürfte Jahre dauern.







































