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·19. Januar 2026

Baustelle Frankfurt: Viele Probleme und kein Trainer mehr

Artikelbild:Baustelle Frankfurt: Viele Probleme und kein Trainer mehr

Fever Pit'ch-Kolumnist Alex Steudel über das Hadern der Eintracht und die Entlassung von Dino Toppmöller

Das Schlimmste, was einer Führungskraft passieren kann: Wenn der Chef dir deine Fehler nicht mehr im Büro vorhält, sondern sie draußen in den Flur schreit. So ähnlich hat es Dino Toppmöller als Trainer erlebt, der in Frankfurt jetzt leider seinen drei Meisterschaften mit Düdelingen/Luxemburg vorerst keine weitere hinzufügen kann.


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Gestern wurde Toppmöller von Eintracht-Sportchef Markus Krösche, der ja im Grunde bereits am Freitag alle Journalisten über die Entlassung informiert hatte, sozusagen auch inoffiziell gefeuert.

Ich möchte ja nicht angeben, aber ich habe schon vor dem kümmerlichen 3:3 in Bremen gewarnt: Eintracht Frankfurt sei die FDP der Liga, weil sie immer nur auf die Schwachen draufhaut.

Das erklärt ganz gut, warum Toppmöller in zweieinhalb Jahren SGE mehr Punkte pro Spiel (1,55) holte als sein eigentlich erfolgreicherer Vorgänger Oliver Glasner (1,51) – ja, er gewann oft, aber nicht, wenn's darauf ankam, zum Beispiel im Europapokal, den Glasner 2022 holte.

Loser-Beispiele aus dieser Saison: 0:3 gegen Bayern, 1:3 gegen Leverkusen, 0:6 gegen Leipzig, 2:3 gegen Stuttgart, jeweils 1:5 gegen Liverpool und gegen Atletico Madrid, 0:3 gegen Bergamo, 1:2 gegen Barça, Aus im Pokal gegen den BVB.

Das ist nicht der Stoff, den Fans auf ihre Kutte bügeln.

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Erschwerend kam hinzu, dass Toppmöller formschwache Spieler und vor allem die Abwehrprobleme nicht in den Griff bekam: Frankfurt kassierte in 18 Bundesliga-Spielen 39 Gegentore, also so viele wie Heidenheim. Und so viele wie seit 40 Jahren nicht mehr.

"Es sind immer wieder die gleichen Fehler, wir bekommen unfassbar einfache Gegentore“, hatte Krösche nach dem Bremen-Spiel gesagt. „Wir haben jetzt seit 17, 18 Partien immer wieder die gleichen Themen, die uns begleiten. Aber es ändert sich nichts.“

Das war hart. Vermutlich hat sich der 45-Jährige Toppmöller schon danach vorsichtshalber arbeitssuchend gemeldet.

Mein erster Gedanke gestern Mittag, als die Trennung vollzogen war: Endlich ist Toppmöller erlöst. Irgendwie hatte niemand das Gefühl, dass er die Wende noch herbeiführen könnte - der so genannte Zverev-Effekt. Mir fing er bereits an, leid zu tun. Platz sieben ist einfach zu wenig für die Ansprüche der Fans.

Aber.

Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Toppmöller das Leben sehr schwer gemacht wurde. In der anfälligen Abwehr wurde von Krösche nicht wirksam nachgebessert, und im Tor hat die Eintracht den Weggang von Kevin Trapp nicht verkraftet: Michael Zetterer wurde als Ersatzmann wieder von Kauã Santos ersetzt, und auch dem unterliefen dann zu viele Patzer. In Toppmöllers Zeit verkaufte Krösche außerdem Spieler im Wert von 400 Millionen Euro, darunter Kracher wie Kolo Muani, Marmoush und Etikité.

In Summe ist das, als würdest du bei einem Formel-1-Rennen aufs Treppchen wollen, aber bei jedem Boxenstopp baut dir deine Crew einen weiteren Zylinder aus.

Wie geht's jetzt weiter? Erstmal übernehmen Alex Meier, Trainer der U19, und Dennis Schmitt, Trainer der zweiten Mannschaft – am Mittwoch muss die Eintracht nach Baku: Gegner ist Qarabag Agdam, das, anders als die Frankfurter (Platz 30), in der Champions League immerhin auf einem Play-off-Platz (22) steht.

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