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·8. Januar 2026

Bayern-Kenner warnt Kompany: „Zu viele Köche können problematisch werden“

Artikelbild:Bayern-Kenner warnt Kompany: „Zu viele Köche können problematisch werden“

Ex-Bayern-Co-Trainer Michael Henke warnt nach dem Fradley-Transfer vor aufgeblähten Trainerstäben beim FC Bayern.

Der FC Bayern treibt die Professionalisierung seines Trainerstabs konsequent weiter voran. Mit Daniel Fradley haben die Münchner vor wenigen Tagen einen weiteren Co-Trainer von Manchester City verpflichtet. Der 35-jährige Engländer ergänzt künftig das Team um Cheftrainer Vincent Kompany. Ein Schritt, der im modernen Spitzenfußball kaum überrascht – der aber auch kritische Stimmen hervorruft. Ex-Bayern-Co-Trainer Michael Henke meldet sich nun mit einer deutlichen Warnung zu Wort.


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„Hohe Kompetenz kann auch kontraproduktiv werden“

Henke, der sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund jahrelang als Co-Trainer gearbeitet hat, ordnet die Entwicklung differenziert ein. Im Gespräch mit ran erklärte der 68-Jährige: „Das entspricht dem heutigen Zeitgeist. Ich warne allerdings ein wenig davor, Trainerstäbe zu sehr aufzublasen.“ Zwar sei es längst nicht mehr möglich, dass ein Cheftrainer alle Aufgaben alleine bewältigt, doch Größe sei nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal. „Wenn ein Trainerstab zu groß wird und nicht zu hundert Prozent harmoniert, dann kann selbst hohe Kompetenz kontraproduktiv werden“, so Henke.

Beim FC Bayern ist der Stab um Kompany inzwischen enorm angewachsen. Mit Fradley umfasst das direkte Trainerteam acht Assistenten. Hinzu kommen Analysten, Athletiktrainer, Reha-Experten, Physiotherapeuten, Teammanager und Zeugwarte. Insgesamt arbeitet der Belgier mit einem mehr als 20-köpfigen Funktionsteam – ein klares Zeichen dafür, wie stark sich der Profifußball verändert hat.

Früher anders, aber nicht weniger erfolgreich

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Foto: IMAGO

Henke kennt diesen Wandel aus eigener Erfahrung. Zwischen 1998 und 2004 sowie 2007/08 war er Co-Trainer beim FC Bayern, davor fast ein Jahrzehnt beim BVB. „Als ich Co-Trainer war, gab es einen Cheftrainer, mich als Co, keinen Torwarttrainer, keinen Fitnesstrainer, einen Masseur und einen Busfahrer, der gleichzeitig Zeugwart war“, erinnert sich Henke. Und dennoch wurden Titel gewonnen: Zwei Champions-League-Siege und mehrere Meisterschaften sprechen für sich.

Aus Henkes Sicht hat sich damit auch die Rolle des Co-Trainers grundlegend verändert. „Früher war ich der engste Vertraute des Cheftrainers. Wir haben im Duo gearbeitet, fast wie ein Ehepaar“, beschreibt er die damalige Arbeitsweise. Heute sei alles stärker fragmentiert, spezialisierter – aber auch komplexer.

Trotz seiner mahnenden Worte stellt Henke eines klar: Er vertraut Vincent Kompany und dessen Entscheidungen. „Für einen Spitzenverein wie den FC Bayern ist das absolut passend, wenn man dauerhaft auf höchstem Niveau spielt“, sagte er. Die Verpflichtung Fradleys sei aus seiner Sicht kein Schnellschuss, sondern das Ergebnis einer genauen Analyse. „Ich habe den Eindruck, dass Kompany sehr genau weiß, was er tut.“

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