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·13. August 2026

Bayern-Stürmerin Damnjanovic: "Auf dem Weg, etwas ganz Großes zu schaffen"

Artikelbild: Bayern-Stürmerin Damnjanovic: "Auf dem Weg, etwas ganz Großes zu schaffen"

Beim Doublesieger FC Bayern München startet Stürmerin Jovana Damnjanovic bereits in ihre zehnte Spielzeit. Im ersten Pflichtspiel der Saison geht es am Samstag (ab 19.30 Uhr, live bei DF1, MagentaTV und DFB.TV) im Google Pixel Supercup der Frauen gegen Vizemeister VfL Wolfsburg. Im DFB.de-Interview spricht die 31 Jahre alte serbische Nationalstürmerin mit Mitarbeiter Ralf Debat über das Duell mit ihrem Ex-Klub.

DFB.de: Mit dem Google Pixel Supercup starten Sie in Ihre zehnte Saison beim FC Bayern München. Hätten Sie sich das bei Ihrem Wechsel 2017 vom SC Sand in die bayerische Landeshauptstadt vorstellen können, Frau Damnjanovic?


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Jovana Damnjanovic: Um ganz ehrlich zu sein: nein. Als ich meinen ersten Vertrag beim FC Bayern unterschrieben habe, konnte niemand wissen, wie es wird. Es war wohl nicht ganz so schlecht, denn fast zehn Jahre später bin ich immer noch da. (lacht)

DFB.de: Schon seit einigen Jahren sind Sie die dienstälteste Spielerin im Team, gelten bei vielen Fans schon als Vereinslegende. Was bedeutet Ihnen das?

Damnjanovic: Ich bin extrem dankbar, für einen so großartigen Verein spielen zu dürfen. Ich bin auch stolz darauf, dass ich schon mehr als 100 Spielerinnen hier erlebt habe und mich immer wieder neu behaupten konnte. Das zeigt, dass ich einiges richtig gemacht habe.

DFB.de: Wie schaffen Sie es, sich trotz großer Konkurrenz immer wieder durchzusetzen?

Damnjanovic: Ich kenne meine Stärken und weiß, was ich kann. Wenn ich gesund und fit bin, kann ich besondere Leistungen abrufen und dem Team helfen. Ich bin immer für meine Mannschaft da. Das wissen die Trainer und bringen mir viel Vertrauen entgegen.

DFB.de: Auch im abschließenden Testspiel standen Sie beim 2:0 gegen Paris FC in der Startformation. Wie gut ist der FC Bayern schon in Form?

Damnjanovic: Wir konnten schon einiges von dem umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Es war sicherlich noch nicht alles perfekt, aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt auch noch in Ordnung. In unsere beste Verfassung müssen wir uns im Laufe der Saison bringen. Nach intensiven und anstrengenden Vorbereitungswochen sind unsere Beine ein wenig schwer. Aber ich denke, das wird am Samstag schon besser sein.

DFB.de: National gewann das Team mit dem Supercup, der Deutschen Meisterschaft und dem DFB-Pokal zweimal in Folge alle drei möglichen Titel. In der Champions League war erst im Halbfinale Endstation. Wie erfolgreich kann und soll die neue Spielzeit werden?

Damnjanovic: Wir alle hoffen, dass wir auch international den nächsten Schritt machen und etwas noch Größeres erreichen können. Gegen den späteren Sieger FC Barcelona im Halbfinale auszuscheiden, war zwar in dem Moment sehr frustrierend, da wir wirklich eine Chance hatten. Aber wir haben gesehen, dass wir auf diesem Level absolut mithalten können - das ist entscheidend für die Zukunft. Wenn wir mit einem kompletten Kader antreten können und unsere beste Leistung bringen, dann ist alles möglich.

DFB.de: Den Saisonendspurt hatten Sie wegen einer Fraktur im Wadenbein verpasst. Sind Sie deshalb auf den Start besonders heiß?

Damnjanovic: Auf jeden Fall. Ich brenne für Fußball und liebe es einfach, auf dem Platz zu stehen. Durch die Verletzung war ich drei Monate raus und hatte jetzt mehr als fünf Monate kein Pflichtspiel. Von daher wird es Zeit, dass es wieder losgeht.

DFB.de: Wie wichtig wäre es, mit dem erneuten Gewinn des Supercups direkt ein Zeichen zu setzen?

Damnjanovic: Wir sind sehr ehrgeizig und wollen den Supercup wieder nach München holen. Dieses Spiel wird auch in Europa wahrgenommen, nicht nur in Deutschland. Es wäre ein erstes Signal, dass wir hierzulande die Nummer eins sind und auch bleiben wollen.

DFB.de: Von 2013 bis 2015 war der VfL Wolfsburg Ihre erste Station in Deutschland. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dieser Zeit?

Damnjanovic: Ich kam als junge Spielerin aus der Millionenstadt Belgrad nach Wolfsburg, konnte die Sprache nicht. Das war erst einmal hart für mich. Dennoch war die Zeit beim VfL eine sehr gute Schule. Ich durfte mit zahlreichen herausragenden Spielerinnen trainieren und spielen und habe in dieser Zeit extrem viel gelernt. Das hat mir später sehr geholfen.

DFB.de: Sind Duelle mit den Wölfinnen für Sie auch nach einer so langen Zeit immer noch etwas Besonderes?

Damnjanovic: Irgendwie schon. Es ist zwar nicht mehr ganz so stark wie in den ersten Jahren, als ich noch zeigen wollte, dass der Verein damals vielleicht einen Fehler gemacht hat, mich abzugeben. Inzwischen bin ich aber älter und auch gelassener geworden, beschäftige mich nicht mehr so sehr mit der Vergangenheit. Dennoch macht es natürlich nach wie vor viel Spaß, gegen Wolfsburg zu gewinnen. (lacht)

DFB.de: Kann es sein, dass Sie gerade gegen den VfL auch besonders gerne treffen?

Damnjanovic: Ich liebe einfach große Spiele gegen starke Gegner, in denen wir besonders gefordert werden. Genau in solchen Duellen kann ich meine Qualitäten am besten für die Mannschaft einbringen.

DFB.de: Der 4:1-Heimsieg gegen Wolfsburg im Februar, zu dem Sie einen Doppelpack beisteuerten, war Ihr bislang letzter Einsatz. Sind Sie vor dem erneuten Wiedersehen schon wieder bei 100 Prozent Ihrer Leistungsfähigkeit?

Damnjanovic: Ich war schon kurz vor dem Saisonende wieder spielfähig. Weil jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits alles entschieden war, sind wir kein Risiko mehr eingegangen. Das kam mir entgegen. Jetzt fühle ich mich körperlich sehr gut, das Bein ist okay. Ich bin bereit.

DFB.de: Einige etatmäßige Leistungsträgerinnen stehen aktuell nicht zur Verfügung, darunter Giulia Gwinn und Franziska Kett. Auch Lena Oberdorf und Sarah Zadrazil sind nach ihren langen Verletzungspausen noch nicht wieder zu 100 Prozent fit. Wird der Supercup ein Beleg dafür, wie gut der Kader des FC Bayern dennoch besetzt ist?

Damnjanovic: Es ist nicht zu leugnen, dass uns diese Spielerinnen sehr fehlen. Sie alle befinden sich aber zum Glück schon auf einem guten Weg in Richtung Comeback. Das wird vor allem wichtig sein, wenn die Englischen Wochen beginnen. So oder so wird am Samstag aber eine Bayern-Mannschaft auf dem Platz stehen, die in der Lage ist, den Supercup zu gewinnen.

DFB.de: In der abgelaufenen Spielzeit wurden alle vier Duelle mit Vizemeister VfL Wolfsburg mehr oder weniger souverän gewonnen. Überhaupt blieb der FC Bayern national ohne jede Niederlage und musste sich nur zweimal mit Unentschieden begnügen. Wie groß ist der Abstand zur Konkurrenz inzwischen?

Damnjanovic: Es ist schwierig, diese Frage schon im August zu beantworten, zumal viele Teams - darunter auch der VfL Wolfsburg - einen Umbruch hinter sich haben. Einige haben sich gut verstärkt, was spannend werden wird. Es ist allerdings schon so, dass wir als Favorit in die Saison starten werden und diese Rolle auch gerne annehmen.

DFB.de: Gerade was die Mentalität und Einsatzbereitschaft angeht, gelten Sie als absolutes Vorbild. Wie gelingt es, die Motivation immer hoch zu halten?

Damnjanovic: Zum einen haben wir schon im Training immer ein extrem hohes Niveau, werden dadurch automatisch besser und behalten den Fokus. Zum anderen erreicht man irgendwann einen Punkt, an dem man vor allem gegen sich selbst kämpft. Das heißt: Jede Spielerin will sich noch verbessern und ist dafür auch bereit, noch einen Schritt mehr zu machen. Dadurch bleibt man immer hungrig.

DFB.de: Zu Beginn Ihrer zehnten Bayern-Saison darf die Frage erlaubt sein: Wie viele gute Jahre haben Sie noch im Tank?

Damnjanovic: Ich bin davon überzeugt, dass ich noch ein paar Jahre auf diesem hohen Niveau spielen kann. Wenn der Verein das auch so sieht, würde ich mich sehr freuen, denn ich fühle mich in München längst zu Hause. Vor allem aber habe ich das Gefühl, dass wir auf dem Weg sind, etwas ganz Großes zu schaffen. Dazu möchte ich gerne beitragen.

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