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·2. September 2026

Bayern zeigt Reife für den weiteren Weg

Artikelbild:Bayern zeigt Reife für den weiteren Weg

Ein mildes Lächeln lag auf dem Gesicht von Vincent Kompany, als am späten Mittwochabend der Abpfiff an der Bremer Brücke ertönte. Joshua Kimmich streckte den Daumen in Richtung der mitgereisten Fans, Harry Kane blickte kurz nach unten und wirkte zufrieden für diesen Moment. Dann klatschten sich die Spieler des FC Bayern ab und gingen gemeinsam zur Kurve.

Die Aufgabe beim VfL Osnabrück war erledigt. Die zweite Runde im DFB-Pokal ist erreicht. Genau darum ging es beim 4:1 des FC Bayern beim Zweitliga-Aufsteiger. Der Rekordpokalsieger bewies Ruhe und Abgeklärtheit an einem Ort, an dem ein Favorit schon mal ins Stolpern geraten kann.


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Staunen über VfL-Traumtor

Der frühe Rückstand durch ein Traumtor von Robin Meißner war dafür der passende Stresstest (5.). Ein Ball, der in den Winkel knallte, aktivierte das Stadion, und der Außenseiter spürte kurz: Vielleicht geht hier etwas. Doch die Münchner ließen aus diesem Moment keine Hektik entstehen.

„Das Ding knallt da in den Winkel - Gratulation an Robin Meißner zu diesem Tor“, sagte Jonas Urbig später. Der FCB-Keeper hatte von Coach Kompany das Vertrauen bekommen und erlebte direkt einen Pokalabend, der mehr verlangte als reine Verwaltung. „Das erste Tor war Wahnsinn. Du weißt natürlich, dass es hier schwierig sein kann, und dann fällt in den ersten zehn Minuten so ein Tor. Das war schon Wahnsinn. Aber wir sind ruhig geblieben, haben eine stabile zweite Halbzeit gespielt und sind am Ende sehr glücklich“, resümierte Kompany.

Ganz wichtige Reaktion

Die Reaktion war wichtig. Bayern musste sich kurz schütteln, fand aber schnell zurück zu den eigenen Stärken. Das Pass- und Positionsspiel wirkte ruhig, der Druck blieb hoch, Kimmich gab dem Spiel mit durchdachten Pässen immer wieder Struktur. Vorne sorgte Kane mit seinem Treffer zum Ausgleich für die schnelle Antwort (18.), ehe Tom Bischof die Partie noch vor der Pause drehte (24.).

Bischof beschrieb die Aufgabe später treffend: „Auf jeden Fall war es ein hartes Stück Arbeit. Wir wussten, dass Osnabrück echt guten Fußball spielt, und das haben sie auch bewiesen. Ich bin einfach froh, dass wir weitergekommen sind.“

Grundsätzlich gab es ein paar Ungenauigkeiten gegen bissige Osnabrücker, aber nichts, was die Partie noch einmal ernsthaft aus der Münchner Hand genommen hätte. Es war keine überragende Vorstellung, aber eine souveräne: Eine Demonstration der Abgeklärtheit.

Dass dieser Eindruck nicht nur gefühlt war, zeigten auch die Zahlen. Der FC Bayern kam auf 22 Abschlüsse, neun Schüsse aufs Tor und fünf Großchancen. Die Expected Goals lagen bei 3,11 zu 0,13, dazu kamen 48 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum. Osnabrück verteidigte aggressiv, lauerte auf Umschaltmomente und brachte seine ganze Energie auf den Platz. Doch über die 90 Minuten war deutlich zu erkennen, wer diesen Abend kontrollierte.

Im richtigen Moment war Michael Olise zur Stelle und erstickte mit dem 3:1 (71.) jede Hoffnung des Außenseiters im Keim. Später setzte Kane vom Elfmeterpunkt den Schlusspunkt zum 4:1 (86.). Die souveräne Ausführung passte zu diesem kontrollierten Abend. Der FCB musste konsequent sein und war es auch.

Für Kane war es zudem ein besonderer Abend. Der Engländer absolvierte sein 150. Pflichtspiel für den FC Bayern und seine Zahlen bleiben außergewöhnlich: 148 Tore stehen für ihn inzwischen im FCB-Trikot zu Buche. Auch im DFB-Pokal setzte er seine bemerkenswerte Serie fort: Kane traf in jedem seiner letzten sieben Spiele in diesem Wettbewerb und kommt in diesem Zeitraum auf zwölf Treffer.

Er ist längst ein echter Münchner: „Ich fühle mich total wohl beim FC Bayern und bin stolz, Teil dieses Teams zu sein“, sagte der Engländer.

Team strahlt Sicherheit aus

In der Sicherheit, die nicht nur Kane, sondern das gesamte Team ausstrahlt, liegt der Wert dieses Pokalstarts. Die Mannschaft von Kompany zeigte, dass sie auch nach dem gelungenen Bundesliga-Auftakt gegen Stuttgart keinen Deut nachlässt und dass die Breite im Kader schon früh in der Saison wichtig werden kann: Urbig bekam Spielpraxis, Bischof nutzte seine Chance mit einem Treffer, Olise und Kane lieferten Qualität in den entscheidenden Momenten.

So setzte der FC Bayern auch eine beeindruckende Serie fort: Seit der Saison 1995/96 hat der Rekordmeister seine erste Runde nun 32 Mal in Folge überstanden - laufender Rekord im DFB-Pokal.

Auch deshalb war dieser Sieg in Osnabrück mehr als nur eine erledigte Pflicht. Er war der nächste Beleg dafür, dass Bayern die Herausforderungen in dieser Saison mit der nötigen Ernsthaftigkeit angeht.

Für den FC Bayern geht es nun in der zweiten Runde weiter. Ausgelost wird am Samstag im Rahmen der Sportschau in der ARD.

Zuvor wartet in der Bundesliga (Spielplan) bereits die nächste Aufgabe: Am Samstag (18:30 Uhr) tritt der FCB beim Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 an. „Wenn wir auswärts spielen, ist immer viel los. Wir wissen, was auf uns zukommt. Schalke spürt wieder die Bundesliga, aber für uns geht es wie immer um drei Punkte. Wir wollen unseren Job machen“, gab Kompany die Devise vor.

An der Bremer Brücke blieb vor der Rückreise nach München vor allem eine Erkenntnis: Der FC Bayern hat die erste Pokalhürde genommen und dabei gezeigt, dass er auch auf unangenehmen Wegen sehr genau weiß, wie er vorankommen will.

Hier gibt es die Stimmen zum Pokalspiel in Osnabrück:

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