Bayerns Kaderplan: Ndiaye fix, Kane bis 2030? | OneFootball

Bayerns Kaderplan: Ndiaye fix, Kane bis 2030? | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·30. Juli 2026

Bayerns Kaderplan: Ndiaye fix, Kane bis 2030?

Artikelbild:Bayerns Kaderplan: Ndiaye fix, Kane bis 2030?

Knapp fünf Millionen Euro für einen 18-Jährigen, gut 100 Millionen für zwei Nationalspieler, dazu ein Arbeitspapier, das bis 2030 reichen soll. Bayerns Transfersommer wirkt von außen unspektakulär – und ist in Wahrheit die durchgeplanteste Kaderarbeit seit Jahren.

Ndiaye: fertig verhandelt, noch nicht verkündet

Bara Sapoko Ndiaye wird der dritte Münchner Neuzugang dieses Sommers. Fabrizio Romano meldete die vollständige Einigung mit den Gambinos Stars Africa, Vertrag bis 2031. Sky beziffert die Ablöse auf mindestens drei bis vier Millionen Euro, der kicker spricht von deutlich unter fünf Millionen. Sportvorstand Max Eberl klang am Mittwoch trotzdem noch nicht wie einer, der eine Pressemitteilung in der Schublade hat: Man müsse mit den Gambinos noch eine vertragliche Übereinkunft erzielen, „dann können wir es offiziell machen“.


OneFootball Videos


Wichtig für die Einordnung: Das ist kein Zufallsfund. Die Akademie aus Gambia arbeitet seit 2023 mit Red&Gold Football zusammen, dem Joint Venture des FC Bayern mit Los Angeles FC. Der Weg war gebaut, bevor irgendjemand in Europa den Namen kannte.

Vier Pflichtspiele, ein WM-Kader, ein Marktwert mal Zehn

Im Januar kam der Senegalese – Geburtsort Meckhé, nicht Gambia, auch wenn es einige internationale Medien anders schreiben – zunächst per Leihe. Man hielt ihn für einen Angreifer, er landete im zentralen Mittelfeld. Vier Pflichtspieleinsätze unter Vincent Kompany, Debüt am 11. April bei einem 5:0. Danach überraschend Senegals WM-Kader, Einwechslung beim 2:3 nach Verlängerung gegen Belgien. Der Marktwert kletterte in dieser Zeit von 300.000 Euro auf rund vier Millionen.

Kompany ist intern sein größter Fürsprecher. Eine sofortige Weiterverleihe ist derzeit nicht geplant – man will erst die Vorbereitung sehen. Christoph Freund hatte am Rande des 1:2 gegen Wehen Wiesbaden bereits angekündigt, es seien nur noch „letzte Details zu klären“.

Wessen Kaderplatz eigentlich? Da widersprechen sich die Bayern selbst

Eberl sagt, Ndiaye solle den Platz von Noël Aséko übernehmen. Sky, kicker und dpa hatten zuvor Leon Goretzkas frei gewordene Planstelle genannt. Buchhalterisch geht beides: Aséko wechselte für zwölf Millionen Euro nach Frankfurt, Goretzkas Vertrag lief aus. Welche Version im offiziellen Wortlaut steht, ist offen. Dass der Deal sich überhaupt zog, lag laut übereinstimmenden Berichten an anderen Interessenten und an Unklarheiten über die Berater-Zuständigkeit beim Spieler selbst.

Kane bis 2030 – und warum die längere Variante die billigere ist

Parallel läuft die eigentliche Personalie. Nach Informationen der Sport Bild soll Harry Kanes neuer Vertrag bis 2030 datiert sein, nicht nur bis 2029. Der Grund liegt beim Spieler: Kane will die WM 2030 in Marokko, Portugal und Spanien – mit dann 36 Jahren.

Die Münchner Rechnung dahinter ist die interessantere. Ein langer Vertrag kommt Bayern günstiger, weil Kane bei kürzerer Laufzeit mehr Gehalt verlangen könnte. Eine Reduzierung des Salärs steht ohnehin nicht auf der Agenda; neben Jamal Musiala bleibt Kane Topverdiener. Die Gespräche sollen zeitnah nach seiner Rückkehr aus dem WM-Urlaub beginnen, neben Eberl auch mit CEO Jan-Christian Dreesen, der 2023 den Rekordtransfer aus Tottenham eingefädelt hatte.

Konkurrenz gibt es dem Bericht zufolge nicht: Der FC Barcelona und Al Hilal fragten an, kassierten Absagen. Eine Rückkehr zu Tottenham reizt nicht, der Premier-League-Torrekord von Alan Shearer – 47 Treffer entfernt – auch nicht. Kane will Titel. Die Zahlen geben ihm Rückendeckung: 36 Bundesliga-Tore in der Vorsaison, dritte Torjägerkanone in Serie. Das schafften vor ihm nur Gerd Müller und Robert Lewandowski.

Eine Zeile aus dem Bericht sollte man sich merken: Ab dem kommenden Sommer könnten die Bayern einen weiteren Top-Stürmer neben ihn stellen, Kane dann etwas tiefer agieren lassen. Vorsorge für einen 33-Jährigen. Ein Plan, keine Zusage.

Bayerns Sommer 2026 in Zahlen

Was noch offen ist – und wo Eberl liefern muss

Auf der Zugangsseite ist Schluss. Eberl schmunzelte bei der Brown-Vorstellung über die Gerüchte des Sommers: „An diesen Gerüchten ist zu 0 Prozent etwas dran.“ Auch die Davies-Spekulationen beendete er in einem Satz – einen Wechsel des Kanadiers schließe er aus. Bei Sacha Boey, João Palhinha und Bryan Zaragoza dagegen wurde er unangenehm deutlich: Wer bleiben wolle, werde keine Rolle spielen.

Damit ist der Rest des Fensters bis zum 1. September Verkaufsarbeit. Und die ist für Eberl persönlich relevant: Sein eigener Vertrag läuft 2027 aus. Die 100 Millionen für Brown und Saibari waren eine Vorleistung, die Kasse muss wieder gefüllt werden.

Ein Kader ohne Baustellen – und ein Sportvorstand mit Restlaufzeit

Am 28. August geht es gegen den VfB Stuttgart los, und diesmal muss in München niemand in der Länderspielpause noch einen Außenverteidiger suchen. Die großen Planstellen sind besetzt, das Talent aus dem eigenen Netzwerk ist gebunden, der Torschützenkönig will bleiben. Wer im August noch einkaufen muss, hat im Juni nicht aufgepasst. Diesmal haben sie aufgepasst.

Impressum des Publishers ansehen