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·2. September 2026
Baza zu Barça: HSV-Juwel wechselt zum FC Barcelona

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Der Hamburger SV verliert eines seiner spannendsten Nachwuchstalente an den FC Barcelona. Der erst 16 Jahre alte Innenverteidiger Mikael Baza wechselt nach Katalonien und soll dort langfristig an die Profimannschaft herangeführt werden. Der Linksfuß gilt als großes Defensivtalent seines Jahrgangs. Für den HSV bleibt zumindest eine Ablöse im mittleren sechsstelligen Bereich.

ESSEN, DEUTSCHLAND – 11. Oktober 2025: Mikael Baza von Deutschland läuft im U16-Testspiel gegen Rumänien mit dem Ball am Fuß. Die Partie findet im Stadion Uhlenkrug statt. (Foto: Christof Koepsel/Getty Images for DFB)
Mikael Baza wurde in Hamburg geboren und wechselte 2024 vom FC Süderelbe in den Nachwuchs des Hamburger SV. Dort entwickelte sich der Innenverteidiger schnell zu einem der auffälligsten Talente des NLZ. Inzwischen spielte Baza bereits für die U19 und kam sogar in der zweiten Mannschaft des HSV in der Regionalliga Nord zum Einsatz.
Sein Debüt für die HSV-Zweitvertretung machte ihn dabei zu einem besonderen Rekordhalter: Beim 2:3 gegen Kickers Emden stand Baza über die komplette Spielzeit auf dem Platz und wurde nach Louis Lemke zum jüngsten Spieler der HSV-Zweitvertretung in diesem Jahrtausend.
In der vergangenen Saison absolvierte der Abwehrspieler 16 Partien für die U17 und erzielte dabei vier Tore.
Auch beim Deutschen Fußball-Bund ist Baza bereits bekannt. Seit Oktober 2025 gehört er zur deutschen U16-Nationalmannschaft und kam bislang auf elf Länderspiele. Dabei trug er zeitweise sogar die Kapitänsbinde.
Baza bringt einige Eigenschaften mit, die ihn für Barcelona besonders interessant machen. Der Innenverteidiger ist Linksfuß, verfügt über ein gutes Tempo und zeichnet sich durch seine Spieleröffnung und Ruhe am Ball aus. Gerade für einen Klub, der mit einer hoch stehenden Abwehr und viel Ballbesitz agiert, sind diese Fähigkeiten gefragt.
Dazu kommt sein Entwicklungspotenzial. Barcelona soll Baza als absoluten Wunschspieler betrachtet haben. Die Katalanen planen jedoch keinen sofortigen Sprung in den Profikader. Zunächst soll der 16-Jährige in der U19 und bei Barça Atlètic, der zweiten Mannschaft, an das neue Umfeld und die Spielphilosophie herangeführt werden.
Langfristig ist der Weg klar: Baza soll sich für die erste Mannschaft empfehlen. Aufgrund seines Alters ist zunächst ein Vertrag bis 2029 möglich.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt Bazas familiäre Verbindung zum deutschen Fußball. Er ist der Cousin von Jonathan Tah, dem deutschen Nationalspieler und Innenverteidiger des FC Bayern.
Die Parallelen zwischen den beiden Abwehrspielern sind auffällig. Auch Tah wurde in Hamburg geboren und begann seine Karriere beim HSV. 2015 wechselte er im Alter von 19 Jahren für 9,5 Millionen Euro zu Bayer Leverkusen. Dort blieb er zehn Jahre, ehe er zum FC Bayern ging und sich unter Trainer Vincent Kompany bereits in seiner ersten Saison als Stammspieler etablierte.
Auch Baza wird von Pini Zahavis Agentur Gol International vertreten. Die Zusammenarbeit wurde im Frühjahr 2026 öffentlich. Zahavi betreut neben Baza unter anderem Jonathan Tah sowie weitere namhafte Spieler.
Tah selbst stand einst ebenfalls vor einem Wechsel zum FC Barcelona. Der Transfer scheiterte allerdings unter anderem daran, dass die finanziell angeschlagenen Katalanen wegen der spanischen Gehaltsobergrenze keine sichere Registrierung des Verteidigers garantieren konnten. Ein Jahr später wechselte Tah ablösefrei zum FC Bayern.

Innenverteidiger Jonathan Tah beim Mediengespräch der deutschen Nationalmannschaft im Homeground in Herzogenaurach am 28. Mai 2026. Das DFB-Team bereitet sich in der Adidas-Heimatstadt auf die letzten Länderspiele vor, bevor es zur WM 2026 in die USA reist. Alexander Hassenstein / Getty Images
Der HSV hatte sich nach Angaben aus der Berichterstattung bereits seit rund einem Jahr um eine Verlängerung mit seinem Talent bemüht. Baza besitzt in Hamburg einen Fördervertrag, der ursprünglich bis 2027 lief. Der Spieler und seine Berater machten jedoch bereits längere Zeit deutlich, dass eine Vertragsverlängerung nicht infrage kommt.
Damit geriet der HSV vor dem Wechsel zunehmend unter Druck. Ein Verbleib bis Sommer 2027 hätte bedeutet, dass Baza anschließend ablösefrei hätte gehen können.
Zunächst bot Barcelona lediglich einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Diese Offerte lehnte der HSV ab. Nach weiteren Verhandlungen erhöhten die Katalanen ihr Angebot deutlich. Am Ende einigten sich beide Klubs auf eine Ablöse im mittleren sechsstelligen Bereich.
Für Hamburg ist die Summe gemessen am Talent zwar überschaubar, sie verhindert aber immerhin einen kompletten ablösefreien Verlust.
Auch aus sportlicher Sicht gab es Argumente für einen Verbleib in Hamburg. HSV-Nachwuchsleiter Loic Favé warnte Talente wiederholt davor, ihr gewohntes Umfeld zu früh zu verlassen. Statistisch seien die Chancen auf den Übergang in den Profifußball beim eigenen Ausbildungsverein häufig größer.
Ein Beispiel dafür ist Lenny Borges. Der ehemalige HSV-Nachwuchsspieler wechselte 2019 für rund eine Million Euro aus der U19 zur AC Mailand, schaffte dort aber nicht den Sprung zu den Profis. Inzwischen spielt Borges beim Lüneburger SK.
Dem gegenüber steht mit Louis Lemke ein aktuelles Beispiel aus Hamburg. Der ebenfalls erst 16 Jahre alte Linksverteidiger schaffte bereits den Sprung in den Profibereich des HSV und zeigt damit, dass der Weg aus dem eigenen NLZ in diesem Alter durchaus möglich ist.
Baza entschied sich dennoch für den Schritt nach Spanien.
Baza ist der erste Spieler, der vom HSV direkt zum FC Barcelona wechselt. Zuvor hatten die Hamburger bereits zweimal bei den Katalanen eingekauft.
2016 kam das kroatische Talent Alen Halilovic für fünf Millionen Euro nach Hamburg. Der damals hoch gehandelte Offensivspieler konnte sich beim HSV jedoch nicht dauerhaft durchsetzen und kam in sieben Partien zum Einsatz, in denen ihm ein Tor gelang.
2021 folgte Ludovit Reis. Der Niederländer wechselte für 1,8 Millionen Euro nach Hamburg, nachdem er zuvor für Barcelonas zweite Mannschaft gespielt hatte. Reis blieb vier Jahre beim HSV, wurde zeitweise Kapitän und stieg mit dem Klub in die Bundesliga auf. Insgesamt kam er auf 129 Einsätze und war dabei an 33 Toren beteiligt. 2025 wechselte er für sechs Millionen Euro zum Club Brügge.
Mit Baza dreht sich die Transferroute nun erstmals um: Ein HSV-Talent geht nach Barcelona.
Barcelona hat mit jungen deutschen Talenten bereits Erfahrungen gesammelt. Noah Darvich wechselte 2023 für rund 2,5 Millionen Euro vom SC Freiburg nach Katalonien. Auch er sollte über die Nachwuchsmannschaften und Barça Atlètic an die Profis herangeführt werden.
Der erhoffte Durchbruch blieb allerdings aus. 2025 wechselte Darvich zum VfB Stuttgart.
Baza steht nun vor einer ähnlichen Herausforderung. In Barcelona trifft der junge Innenverteidiger auf eine der anspruchsvollsten Nachwuchsstrukturen Europas. Sein Profil mit linkem Fuß, Tempo, Ballruhe und guter Spieleröffnung passt grundsätzlich zur Spielidee der Katalanen. Den Weg vom vielversprechenden Nachwuchsspieler zum Profi muss er allerdings erst noch gehen.
Für den HSV bedeutet der Transfer gleichzeitig den Verlust eines Talents, das im eigenen Nachwuchs bereits ungewöhnlich früh Verantwortung übernommen hatte. Für Baza beginnt dagegen mit 16 Jahren das nächste Kapitel seiner noch sehr jungen Karriere.
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