90min
·12. Juli 2026
Bellingham kontert Tuchel-Kritik: "Vielleicht weiß er nicht…"

In partnership with
Yahoo sports90min
·12. Juli 2026

In England herrscht derzeit Verlass darauf, dass entweder Harry Kane oder Jude Bellingham gerade so das Aus bei der Weltmeisterschaft verhindern. Beim 2:1-Sieg n.V. gegen phasenweise überlegene Norweger war Bellgingham mit zwei Treffern der ganz klare Matchwinner. Der Mittelfeld-Star stand auch nach der Partie im Fokus, indem er einer von Thomas Tuchel geäußerte Kritik deutlich wiedersprach.
"Ich bin mit der Leistung der Spieler nicht zufrieden. Der Einsatz war da, aber wir haben es uns durch unsere Spielweise sehr, sehr schwer gemacht. Schlampig, viele technische Fehler, nicht schnell genug, nicht konsequent genug. Wir hatten heute Glück", hatte der England-Coach nach dem Kraftakt über 120 Minuten zunächst kritisch angemerkt, ehe Bellingham zum Konter ansetzte (Zitate via Bild).
"Vielleicht. Aber vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter diesen Bedingungen gegen Erling Haaland, Ödegaard, Nusa und Sörloth zu spielen. Es ist nicht einfach, gegen dieses Team zu spielen", rechtfertigte er den nicht durch die Bank überzeugenden Auftritt der Three Lions.
Bellingham bezog sich mit der Aussage insbesondere auf die heftigen klimatischen Bedingungen in Miami. Bei 31 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit wurde das Match zu einer 120 Minuten langen Hitzeschlacht. Der Mittelfeld-Leader appellierte streng daran, dass man nun schlechte Stimmung innerhalb des Teams tunlichst vermeiden solle. "Wir haben versucht, ein positives Umfeld zu entwickeln und jetzt, wo wir unter den letzten vier Teams sind, sollten wir das genauso fortführen", machte er deutlich.
Im Anschluss lobte Bellingham nochmal betont die Leistung seiner Kollegen - ein weiterer kleiner Seitenhieb gegen Tuchel. "Ich kann gar nicht positiv genug von meinen Teamkollegen sprechen. Du gewinnst nicht jedes Spiel, indem du 1000 Pässe spielst. Manchmal musst du auch dreckig gewinnen. Das haben wir heute wieder geschafft", führte er aus.
Verständlich ist die Reaktion durchaus. So dürfe auch allen klar gewesen sein, dass das Match gegen Norwegen, die regelrecht durch die WM-Qualifikation geflogen sind und im Verlaufe des Turniers Brasilien ausgeschaltet haben, ein Kraftakt wird. Zeigt Tuchel mit seiner Nörgelei also ein weiteres Mal, dass er zwar ein fachlich und taktisch starker Trainer ist, in der Menschenführung jedoch Defizite hat?
So weit sollte man vermutlich nicht gehen. Jedenfalls muss man zur Ehrenrettung sagen, dass Tuchel auch lobende Worte für sein Team übrig hatte. So nahm er die Engländer vehement in Schutz, als der Interviewer nach einem möglichen Mentalitätsproblem gefragt hatte. Zudem bezeichnete er die Leistung von Bellingham als Weltklasse. Von einem reinen Schlechtgerede der Performance kann also nicht die Rede sein.
England hat am 15. Juli (ab 21 Uhr), die Chance, beim Aufeinandertreffen mit Argentinien ins WM-Finale einzuziehen. Gegner wäre hier Spanien oder Frankreich.
Weitere WM-News lesen:







































