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·17. Juni 2026
Beşiktaş, Fenerbahçe, Galatasaray: Was den türkischen Fußball im Sommer 2026 bewegt

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·17. Juni 2026

Die Saison ist durch, der Meister steht fest. Trotzdem fühlt sich dieser Sommer am Bosporus unruhiger an als sonst. Drei Klubs, drei völlig verschiedene Baustellen und ein offener Titelkampf für 2026/27. Was Beşiktaş, Fenerbahçe und Galatasaray jetzt tun und was der Sommer entscheidet, durchleuchten wir in diesem Artikel.
Galatasaray ist Meister. Zum vierten Mal in Folge und zum 26. Mal insgesamt. Fenerbahçe landete erneut auf Platz 2, zum fünften Mal in Serie. Trabzonspor überraschte als Dritter und Beşiktaş folgte auf Rang 4.
Die Europacup-Plätze für 2026/27:
Trabzonspors Rang 3 wirft eine spannende Frage auf. Wächst der Abstand zwischen den Big Three und dem Rest weiter oder holen andere Teams langsam auf? Die neue TFF-Ausländerregel 10+4 ab 2026/27 könnte die Antwort mitbestimmen und für andere Klubs neue Chancen eröffnen.
Kein Klub hat diesen Sommer so viel Bewegung wie Beşiktaş. Der Verein hat einen neuen Trainer, einen neuen Ausrüster und eine komplett neu ausgerichtete Kaderplanung.
Vincenzo Italiano unterschrieb am 7. Juni seinen Zweijahresvertrag. 6 Millionen Euro Jahresgehalt, Coppa-Italia-Sieger mit Bologna 2025 und erste Station außerhalb Italiens. Sein System lebt von intensivem Pressing und schnellem Umschalten nach Ballgewinn. Der aktuelle Kader erfüllt diese Anforderungen jedoch nur teilweise, weshalb dieser Sommer ein echter Umbau bedeutet und kein Feinschliff.
Semih Kılıçsoy kehrt wohl zurück. Die Leihe zu Cagliari lief aus und die Kaufoption wurde nicht gezogen. Italiano kennt den 20-Jährigen aus seiner Bologna-Zeit und sagte bei der Vorstellung: "Ich kenne Semih, er ist ein guter Spieler." Was der Coach konkret mit ihm plant, ist in seiner ersten Einschätzung zu Semih Kılıçsoy nachzulesen.
Dazu kommt der neue Nike-Deal. Ab 2026/27 läuft Beşiktaş in Nike-Trikots auf, nach 17 Jahren Adidas. Das 15-Millionen-Euro-Gesamtpaket wurde bereits vorab ausgezahlt und half dem Klub dabei, einen Kredit von 45 Millionen Euro teilweise abzulösen. Ein Verein, der schuldenfrei neu startet, hat mehr Spielraum auf dem Transfermarkt. Somit geht Beşiktaş mit guten Vorzeichen in die neue Spielzeit. Wenn der Klub jedoch wieder um die Meisterschaft mitspielen will, muss er vor allem gegen kleinere Mannschaften konzentrierter spielen und darf keine unnötigen Punkte liegen lassen.
Mourinho entlassen, Tedesco entlassen und die Saison unter Interimstrainer beendet. Fenerbahçe geht ohne bestätigten Coach in den Sommer und das ist die größte Baustelle im Kadıköy.
Dabei hat der Kader echte Substanz. Talisca traf 19-mal in der Liga und Yüksek, Aktürkoğlu sowie Günok fahren zur WM. Das Problem war nie die individuelle Qualität der Spieler, sondern die fehlende Stabilität an der Seitenlinie. Zwei Trainer in einer Saison kosten Entwicklung und Selbstvertrauen in der Kabine.
Was Fener in diesem Sommer vor allem braucht, ist ein Coach, der bleibt und dem Team eine klare Handschrift gibt. Alles andere ist nachrangig. Daher ist es besonders wichtig, den Verein zunächst wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Sollte dies den Verantwortlichen gelingen, ist Fener in jedem Fall ein heißer Anwärter im Meisterschaftsrennen in der kommenden Spielzeit.
Okan Buruk bleibt. Der 52-Jährige bestätigte Ende April seine Einigung mit der Vereinsführung und geht als Favorit in die neue Saison. Vier Titel in vier Jahren sprechen für sich.
Trotzdem steht Gala vor einem arbeitsreichen Sommer. Die neue 10+4-Ausländerregel zwingt zu Abgängen: Nelsson, Cuesta und Köhn stehen vor dem Abgang. Gleichzeitig plant der Verein vier bis fünf Neuzugänge. Barış Alper Yılmaz soll trotz europäischem Interesse bleiben.
Die Champions-League-Niederlage gegen Liverpool mit 0:4 auswärts hat gezeigt, wo die Grenzen liegen. In der Süper Lig reicht das System. Für Europa braucht es mehr Qualität im Kader.
Wer im Sommer klug einkauft, startet mit Vorsprung. Das ist kein Zufall, sondern ein dokumentiertes Muster der Süper Lig. Galatasaray-Verpflichtung von Osimhen und Sané vor der letzten Saison hat den Titelkampf früh beeinflusst. Für 2026/27 läuft die Planung parallel zur WM, was Verhandlungen erschwert. Viele Transfers werden erst nach dem WM-Finale am 19. Juli offiziell.
Wer die Süper-Lig-Saison 2026/27 schon jetzt im Blick hat, findet beim Vergleich von Sportwettenanbietern aktuelle Quoten und eine Übersicht der Anbieter.
Erstmals seit 2002 ist die Türkei wieder dabei. Gruppe D mit Australien, Paraguay und Gastgeber USA. Alle Kaderdaten gibt es direkt bei der UEFA.
Von Galatasaray reisen Çakır, Bardakçı, Elmalı, Ayhan, Barış Alper Yılmaz und Akgün zum Turnier. Fenerbahçe schickt Günok, Söyüncü, Müldür, Yüksek, Aktürkoğlu und Aydın. Beşiktaş stellt mit Orkun Kökcü einen Spieler, auf den Nationaltrainer Montella im zentralen Mittelfeld setzt.
Kommt die Türkei weit, kehren diese Spieler erst Ende Juli zurück. Die Süper-Lig-Saison beginnt Anfang August. Für Italiano ist dies besonders heikel, weil sein Pressing-System viel Vorbereitungszeit braucht und Kökcü als Schlüsselspieler später einsteigen würde.
Galatasaray ist Favorit mit stabilem Trainer und klarer Planung. Fenerbahçe ist das große Fragezeichen, weil ohne Trainer noch nichts planbar ist. Beşiktaş ist das interessanteste Projekt des Sommers.
Die nächsten sechs Wochen entscheiden mehr als jede einzelne Partie der kommenden Saison. Transfers, Trainerentscheidungen und WM-Abschneiden der türkischen Nationalspieler legen die Grundlage, bevor überhaupt ein Ball rollt. Verändert Italianos Ernennung das Machtverhältnis unter den Big Three tatsächlich? Oder bleibt Galatasaray auch im fünften Jahr die Macht, an der sich alle anderen messen?
Foto: Pixabay
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