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·1. September 2026

Bianca Rech: „Diese Entwicklung ist eine echte Gemeinschaftsleistung“

Artikelbild:Bianca Rech: „Diese Entwicklung ist eine echte Gemeinschaftsleistung“

Seit exakt zehn Jahren prägt Bianca Rech die Entwicklung der FC Bayern Frauen – zunächst im Teammanagement, heute als Direktorin Frauenfußball. Im Interview mit fcbayern.com spricht sie über besondere Titel, bewegende Champions League-Abende, mutige Entscheidungen und die Kultur, die den Verein trägt. Ein Gespräch über das, was war – und über alles, was noch kommen soll.

Das Interview mit Bianca Rech

Jay, du bist heute seit genau zehn Jahren als Funktionärin beim FC Bayern tätig. Was bedeutet dieses Jubiläum für Dich persönlich? Bianca Rech: „Zehn Jahre beim FC Bayern sind für mich ein ganz besonderes Jubiläum. In dieser Zeit durfte ich den Frauenfußball aus verschiedenen Perspektiven erleben und gemeinsam mit vielen großartigen Menschen weiterentwickeln. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, und stolz darauf, Teil dieser Entwicklung zu sein. Mein Dank gilt vor allem Karin Danner, die mir diese Möglichkeit gegeben hat. Gleichzeitig blicke ich nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorne.“


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Du hast beim FC Bayern verschiedene Stationen durchlaufen – vom Teammanagement bis zur ersten Direktorin im Frauenfußball. Welche Anekdoten aus deiner Anfangszeit sind dir besonders in Erinnerung geblieben, und wie sieht dein Alltag heute aus? „Am Anfang war vieles sehr unmittelbar und persönlich. Man hat viele Aufgaben gleichzeitig übernommen und musste häufig improvisieren. Gerade diese intensive Zeit hat mir gezeigt, wie wichtig Teamarbeit, Flexibilität und gegenseitiges Vertrauen sind. Heute ist mein Alltag deutlich strategischer geprägt. Es geht um Kaderplanung, Strukturen, Gespräche mit Spielerinnen und dem Trainerteam, die Weiterentwicklung des Umfelds sowie die langfristige Ausrichtung des Frauenfußballs beim FC Bayern. Langweilig wird es eigentlich nie. Anekdoten und Geschichten gibt es viele, eine unserer ersten Champions League-Reisen nach Kasachstan gehört sicherlich dazu.“

Mit mittlerweile fünf deutschen Meisterschaften, drei Supercup-Siegen und zwei DFB-Pokalerfolgen hast du als Funktionärin zahlreiche Titel erlebt. Gibt es einen Erfolg, der für dich besonders heraussticht? „Jeder Titel ist etwas Besonderes, weil hinter jedem Erfolg viele Monate harter Arbeit stehen. Besonders herausragend ist für mich aber die erste deutsche Meisterschaft, die ich in meiner Funktion miterleben durfte. Sie hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und der Mannschaft sowie dem gesamten Umfeld zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. Aber wenn ich ehrlich bin, sticht die vergangene Saison für mich ganz besonders heraus. Das Double zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes, aber was die letzte Saison wirklich einzigartig gemacht hat, war das Halbfinale in der UEFA Women's Champions League. Diese Spiele waren unglaublich bewegend. Genauso wichtig war für mich aber die Entwicklung abseits des Rasens: Vier Spiele in der Allianz Arena auszutragen und zu erleben, wie die Fans unser Team dort gefeiert haben – diese Bilder werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Das zeigt, dass der Frauenfußball bei uns nicht nur sportlich, sondern auch emotional in der ersten Reihe angekommen ist.“

Welche Ziele und Herausforderungen stehen für die FC Bayern Frauen in den kommenden Jahren im Mittelpunkt? „Wir wollen national weiterhin um alle Titel spielen und international dauerhaft zu den besten Mannschaften Europas gehören. Das Halbfinale der letzten Saison war ein wichtiger Schritt, aber kein Endpunkt. Die größte Herausforderung sehe ich ganz klar im internationalen Wettbewerb, allen voran mit der englischen Liga. Die Investitionen, die dort in den letzten Jahren in den Frauenfußball geflossen sind, sind enorm – sowohl in die Infrastruktur als auch in die Kaderplanung und die Vermarktung. Das verändert die Wettbewerbslandschaft in Europa nachhaltig, und wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht den Anschluss verlieren.

Für uns bedeutet das konkret: Wir müssen weiter mutig investieren – in den Kader, aber auch in die Rahmenbedingungen, damit unsere Spielerinnen auf höchstem Niveau trainieren und sich entwickeln können. Gleichzeitig wollen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen: den Standort Unterhaching entwickeln, eine noch stärkere Anbindung an unsere Fans und eine Vermarktung, die dem sportlichen Anspruch gerecht wird. Am Ende geht es darum, das Momentum der letzten Jahre nicht nur zu halten, sondern strategisch weiter auszubauen – sportlich, wirtschaftlich und was die öffentliche Wahrnehmung des Frauenfußballs angeht. Darüber hinaus müssen wir besser junge Talente ausbilden und unsere Nachwuchsarbeit ausbauen.“

Wenn du auf deine zehn Jahre beim FC Bayern zurückblickst: Worauf bist du besonders stolz? „Ich bin besonders stolz darauf, wie sich der Frauenfußball beim FC Bayern insgesamt entwickelt hat. Die Leidenschaft und das Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten, an diesem Weg mitzuarbeiten, machen mir jeden Tag Freude. Diese Entwicklung ist eine echte Gemeinschaftsleistung. Was mich bei allem sportlichen Erfolg vielleicht am meisten mit Stolz erfüllt, ist unsere Identität und die Kultur, die wir uns über die Jahre erarbeitet haben. Das ist etwas, das man nicht kaufen kann.

Ich höre das immer wieder auch von ehemaligen Spielerinnen, die längst nicht mehr bei uns spielen: Sie sprechen noch heute davon, wie besonders diese Zeit beim FC Bayern für sie war – der Zusammenhalt im Team, die Werte, die wir leben, das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Das ist für mich der schönste Beweis dafür, dass wir hier etwas Einzigartiges geschaffen haben, das über einzelne Titel oder Saisons hinausgeht. Diese Kultur entsteht nicht von allein. Sie ist das Ergebnis davon, wie wir als Verein arbeiten, wie wir mit unseren Spielerinnen umgehen und welchen Anspruch wir an uns selbst stellen – menschlich genauso wie sportlich. Und genau das wollen wir uns bewahren, egal wie sehr sich der Frauenfußball international professionalisiert und kommerzialisiert. Der sportliche Erfolg soll immer auf diesem Fundament aufbauen, nicht umgekehrt.“

Dieser Inhalt kann hier leider nicht dargestellt werden. Zum Anschauen kannst du die Website des FC Bayern München besuchen: Artikel auf fcbayern.com

Was wünschst du dir für die Zukunft der FC Bayern Frauen und des Frauenfußballs insgesamt? „Für die FC Bayern Frauen wünsche ich mir, dass wir unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben und gleichzeitig unsere eigene Identität bewahren. Wir wollen ambitioniert bleiben, mutig handeln und ein Umfeld schaffen, in dem sich Spielerinnen optimal entwickeln können. Für den Frauenfußball insgesamt wünsche ich mir noch mehr Sichtbarkeit, Anerkennung und Selbstverständlichkeit.“

Zehn Jahre Frauenfußball beim FC Bayern: Wo stand der Club damals, und wo steht er heute? „Vor zehn Jahren waren bereits eine große Leidenschaft und viel Potenzial vorhanden. Gleichzeitig waren die Strukturen noch deutlich kleiner, und der Frauenfußball hatte insgesamt weniger öffentliche Aufmerksamkeit. Heute ist der FC Bayern im Frauenfußball professioneller, sichtbarer und breiter aufgestellt. Wir verfügen über bessere Rahmenbedingungen, eine größere Reichweite und einen höheren Anspruch. Entscheidend ist aber, dass wir uns nicht mit dem Erreichten zufriedengeben.“

Welche Entscheidung hat in diesen zehn Jahren besonders viel Mut gekostet, im Rückblick aber enorm viel verändert? „Mut braucht es immer dann, wenn man vertraute Wege verlässt und langfristige Entscheidungen trifft, deren Erfolg nicht sofort sichtbar ist. Viele Entwicklungen entstehen nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch konsequente Entscheidungen über Jahre hinweg. Besonders wichtig war es, in Professionalität, Personal, Infrastruktur und Nachwuchs zu investieren – auch dann, wenn der unmittelbare Ertrag noch nicht absehbar war. Rückblickend haben genau diese Schritte sehr viel verändert. Wir haben immer an das Potenzial geglaubt, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle Überzeugungsarbeit gebraucht hat. Die Entscheidungen haben sich gelohnt.“

Was wurdest du der Bianca Rech vom ersten Tag beim FC Bayern heute gerne sagen? „Ich würde ihr sagen: Bleib neugierig, bleib dir treu und hab Vertrauen in dich und in dein Umfeld. Nicht jede Entscheidung wird sofort richtig oder einfach wirken. Aber wenn man sich mit Überzeugung, Ehrlichkeit und Leidenschaft für eine Sache einsetzt, entsteht daraus sehr viel. Ich würde ihr wahrscheinlich auch sagen, dass sie die besonderen Momente zwischendurch bewusster genießen und ihre Energie einteilen soll.“

Gibt es einen Moment hinter den Kulissen, von dem die Fans unbedingt wissen sollten? „Die Fans sehen am Spieltag vor allem die 90 Minuten auf dem Platz. Hinter diesem Moment stehen aber unzählige Gespräche, Trainingseinheiten, Analysen, organisatorische Aufgaben und persönliche Geschichten. Was man unbedingt wissen sollte: Die Spielerinnen investieren jeden Tag sehr viel, auch in Phasen, in denen es nicht perfekt läuft. Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und im gesamten Staff ist dabei etwas ganz Besonderes. Viele Erfolge entstehen lange, bevor sie im Stadion sichtbar werden.“

Lena Oberdorf und Giulia Gwinn feierten im Heimspiel gegen Mainz ihre Comebacks: 

Der Spielbericht zum Heimsieg über Mainz 05: 

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