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·14. Juli 2026
Bitte mehr davon: Bei Jubiläen zeigt der Fußball Gemeinschaft

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Von 125 Jahren Berolina Stralau bis zum 50. des Karl-Liebknecht-Stadions: Warum Vereine wie Babelsberg 03 und St. Pauli zeigen, wie Fußball gelingt.
Während sich der heimliche DFB-Boss Hans-Joachim Watzke für sein vermeintliches Verhandlungsgeschick mit seinem Busenfreund Jürgen Klopp feiert – laut Bild sollen die beiden Kumpel nach einer durchzechten Nacht sogar einmal gemeinsam in einer Lagerhalle aufgewacht sein –, feiern viele Amateurvereine wirklich bemerkenswerte Ereignisse.
Nach dem Ende jeder Saison gibt es zahlreiche Jubiläen und Jahrestage zu würdigen. Der Württembergische Fußballverband beging seinen 75. Geburtstag. DFB-Vizepräsident für den Amateurfußball, Ronny Zimmermann, lobte den Verband, und auch die Politik sparte nicht mit Anerkennung. Als Geschenk für die Mitglieder gab es einen neuen Markenauftritt inklusive Logo-Refresh. Immerhin.
Berolina Stralau aus dem Berliner Boom-Bezirk Friedrichshain feierte sogar 125 Jahre Fußball. Vorsitzender Robert Zoch blickte auf eine bewegte Vereinsgeschichte mit Fusionen und Umbenennungen zurück. Das große Kinderturnier fiel nicht ins Wasser, aber der extremen Hitze zum Opfer. In Berlin wurden mehr als 40 Grad Celsius gemessen – die Klimakrise ist längst auch auf den Fußballplätzen angekommen. In Bayern musste jüngst sogar ein kompletter Spieltag wegen Wettergefahren abgesagt werden. Immerhin konnte Zoch als Ausgleich zwei Schecks des Berliner Fußball-Verbands und des Landessportbundes entgegennehmen. Ein Ersatz für den Jubel der Kinder über Tore und Siege war das allerdings nicht.
Eine Woche später richtete der FC Internationale ein Gedenkturnier für seinen vor fünf Jahren auf dem Platz verstorbenen Geschäftsstellenleiter aus. Er war ein großer Freund des Kinderfußballs gewesen. Das Turnier soll künftig jährlich stattfinden. Manches Gedenken ist traurig, für die Hinterbliebenen aber wichtig. Es zeigt zugleich, dass das Leben im Verein immer weitergeht.
Bei Babelsberg 03 wird in der Regionalliga gehobener Amateurfußball an der Grenze zum Profisport gespielt. Die Spieler trainieren nahezu täglich, leben können die meisten vom Fußball dennoch nicht. Die vierte und fünfte Liga sind eher undankbare Spielklassen. Es wird guter Sport geboten, den Spielern fast tägliches Training und weite Fahrten abverlangt, und dennoch müssen viele sehen, wie sie finanziell über die Runden kommen. Den Sprung vom Semiprofessionalismus in den bezahlten Fußball der ersten drei Ligen schaffen nur die Allerwenigsten.
Immerhin durften die Potsdamer vor ausverkauftem Haus antreten. Zum 50. Geburtstag des Karl-Liebknecht-Stadions wurde groß gefeiert. Neben der Oberbürgermeisterin, die das gesellschaftliche Engagement des Vereins würdigte, waren besondere Gäste anwesend: Die Babelsberger Mannschaft, die einst das Eröffnungsspiel gegen die DDR-Olympiaauswahl bestritten hatte, war zu großen Teilen gekommen. Ebenfalls vor Ort war einer der besten DDR-Fußballer aller Zeiten, Lothar Kurbjuweit. Er gehörte 1974 zur Mannschaft, die die DFB-Auswahl in Hamburg mit 1:0 besiegte.
Stichwort Hamburg: Gegner des Jubiläumsspiels war der FC St. Pauli, mit dem Babelsberg seit Jahren freundschaftlich verbunden ist. Präsident Oke Göttlich wurde dabei sichtlich warm ums Herz. In seiner kurzen Ansprache betonte er, dass genau das der wahre Fußball sei. Auf dem Platz kämpfe man gegeneinander, daneben begegnet man sich mit Respekt. Vor dem Spiel begrüßten sich Fans und Offizielle herzlich, während der Partie herrschte gegenseitige Wertschätzung, anschließend wurde gemeinsam gefeiert. Könnte es nicht immer so sein?
Es wäre wünschenswert, wenn es mehr Spiele dieser Art gäbe. Ich würde mir wünschen, dass die Funktionäre ambitionierter sind, schließlich haben sie sich zur Wahl gestellt. Natürlich lassen sich Jubiläumsspiele nicht mit dem Kampf um Punkte oder den Einzug in die nächste Pokalrunde vergleichen. Dennoch wäre es ein Ziel, wenn sich die Verbände und Vereine vor jeder Saison – unabhängig von der Spielklasse – auf gemeinsame Regeln für einen respektvollen Umgang verständigen würden.
Sicher halten manche das für illusorisch. Aber warum eigentlich? Wir haben uns inzwischen fast daran gewöhnt, dass es immer wieder Krawall, Diskriminierungen oder andere Zwischenfälle gibt. Wann haben wir aufgehört, uns darüber aufzuregen?
Die gewählten Funktionäre sollten ihre Aufgabe nicht darauf beschränken, Grußworte bei Jubiläen zu halten. Wertschätzung ist wichtig, keine Frage. Mindestens ebenso wichtig wäre ein engagierter Einsatz gegenüber der Politik für eine bessere Förderung des Sports und für ein friedliches und solidarisches Miteinander der Vereine – so, wie es die Verantwortlichen von Babelsberg 03 und dem FC St. Pauli eindrucksvoll vorgemacht haben.
Immerhin gibt es aus einigen Landesverbänden inzwischen erste Kritik an der Verhandlungsführung rund um die Personalie Jürgen Klopp. Nicht alle Landespräsidenten halten es für professionell, einen Profivertreter damit zu beauftragen, lediglich mit einer Person zu sprechen und anschließend nahezu alle Forderungen des Wunschkandidaten zu erfüllen. Zumal sich mit einer Einsparung von einer Million Euro jeder Landesverband eine zusätzliche Stelle leisten könnte – beispielsweise für Projekte zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.







































